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Politik

Sizilien: Flüchtlinge auf Quarantäne-Schiff

15. November 2020

Das Rettungsschiff "Open Arms" mit mehr als 250 aus Seenot geretteten Menschen hat die italienische Küste erreicht. Dort wurden die Migranten von zwei Schiffen aufgenommen, wo sie zunächst in Corona-Quarantäne müssen.

Italien Sizilien, Trapani | Open Arms | Rettungsaktion Flüchtlinge
Transfer der Geflüchteten von der "Open Arms" auf das Quarantäneschiff "Adriatic"Bild: Open Arms/REUTERS

Insgesamt 184 Erwachsene und 71 unbegleitete Minderjährige wurden vor der Mittelmeerinsel Sizilien von zwei italienischen Quarantäne-Schiffen aufgenommen, wie die spanische Hilfsorganisation Open Arms mitteilte. "Europa möge ihnen ein Leben in Freiheit garantieren, auf das jeder Mensch ein Anrecht hat", erklärte die Nichtregierungsorganisation (NGO) auf Twitter.

Das Schiff von Open Arms hatte die Menschen bei mehreren Rettungseinsätzen in dieser Woche im südlichen Mittelmeer aufgegriffen. Am Mittwoch kam die Besatzung mehr als hundert Insassen eines überfüllten Bootes zur Hilfe, das vor der Küste Libyens gekentert war. Nach Angaben von Open Arms starben mindestens fünf Menschen bei dem Unglück, unter ihnen ein Baby.

Im sizilianischen Hafen Trapani werden die tot geborgenen Flüchtlinge an Land gebrachtBild: Sergi Camara/AP Photo/picture alliance

Die "Open Arms" ist derzeit das einzige Schiff einer Hilfsorganisation, das in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste Flüchtlinge aus Seenot rettet. Bei vier Bootsunglücken kamen in dem Gebiet allein in dieser Woche mindestens hundert Menschen ums Leben.

Im laufenden Jahr hat die Zahl der Flüchtlinge, die von Afrika aus über das Mittelmeer nach Europa wollen, wieder deutlich zugenommen. Allein in Italien kamen nach offiziellen Zahlen 2020 bisher fast 31.000 Migranten an. 2019 waren es im gleichen Zeitraum knapp 10.000 Menschen gewesen.

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind in diesem Jahr mindestens 900 Menschen ertrunken, als sie über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollten. 11.000 weitere Migranten seien zurück nach Libyen gebracht worden, wo sie dem Risiko schwerer Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt seien, kritisierte die IOM. Die meisten Migranten wagen die Überfahrt in seeuntüchtigen Booten.

qu/ml (afp, dpa, epd)

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