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Flugabsagen und Verspätungen wegen Airbus-Software-Problem

29. November 2025

Fluggesellschaften weltweit mussten Flüge für das Wochenende streichen oder verzögern, um neue Software beim Airbus A320 aufzuspielen. Hintergrund ist ein Vorfall vom Oktober.

IndiGo Airbus A320neo am Himmel
Auch der Airbus A320neo - hier von der Fluglinie IndiGo - ist betroffenBild: Pius Koller/imageBROKER/picture alliance

Weltweit arbeiten Fluggesellschaften unter Hochdruck daran, das Software-Problem bei Tausenden Airbus-Maschinen aus der A320-Familie zu beheben. Sie mussten dazu am Freitag und Samstag kurzfristig neue Software aufspielen, nachdem der europäische Flugzeughersteller über die notwendige Nachbesserung informiert hatte.

Auslöser war ein Flug von Cancún (Mexiko) nach Newark (New Jersey) Ende Oktober, bei dem das Flugzeug plötzlich an Höhe verloren hatte. Die Maschine wurde nach Tampa (Florida) umgeleitet. Die Untersuchungen hatten ergeben, dass intensive Sonnenstrahlung Daten beschädigen könne, die für die Funktion der Flugsteuerung bei Flugzeugen der A320-Baureihen entscheidend sind.

Ein logistischer Kraftakt für die Fluggesellschaften

Ein Konzernsprecher schätzt, dass insgesamt etwa 6000 Flugzeuge betroffen sein dürften. Die Updates mussten noch vor dem nächsten Flug vorgenommen werden. Bis zum Samstagmorgen meldeten mehrere Airlines rasche Fortschritte. Dennoch wurden Dutzende Flüge gestrichen und Passagiere vor etwaigen Verspätungen oder Verschiebungen gewarnt. Die deutsche Lufthansa geht nicht von Flugausfällen durch Airbus-Software-Problem aus.

A320 im Landeanflug : Bis spätestens Sonntag sollten alle Maschinen wieder einsatzbereit seinBild: Armando Franca/AP Photo/picture alliance

Japans größte Fluggesellschaft ANA sagte 65 Flüge wegen des Problems ab. Auch am Sonntag könne es noch zu Störungen im Flugverkehr kommen.

In Indien musste nach Angaben der dortigen Flugaufsichtsbehörde bei insgesamt 338 Maschinen die Software aktualisiert werden. Bis Sonntag dürften die notwendigen Arbeiten abgeschlossen sein. Air India teilte mit, es sei mit keinen größeren Auswirkungen zu rechnen. Allerdings könne es bei einigen Flügen zu Verspätungen oder Umbuchungen kommen. Ähnlich äußerten sich Fluggesellschaften in Australien und Südkorea.

Ausgerechnet am Thanksgiving-Wochenende

Bei American Airlines waren nach Unternehmensangaben 209 Flugzeuge betroffen. Die Fluggesellschaft gab sich aber zuversichtlich, dass bis Samstagvormittag (Ortszeit USA) nahezu alle Maschinen auf dem neuen Software-Stand sein dürften. In den USA läuft wegen des Thanksgiving-Familienfests das verkehrsreichste Reisewochenende des Jahres.

Mike Stengel, Partner des Beratungsunternehmens AeroDynamic Advisory für die Luft- und Raumfahrtindustrie, sagte der Nachrichtenagentur AP, es sei "definitiv nicht ideal, dass dies bei einem sehr weit verbreiteten Flugzeug an einem stark frequentierten Feiertagswochenende passiert". Aber immerhin dauere das Software-Update nur wenige Stunden, so der Experte aus Ann Arbor, Michigan.

Airbus hat seinen Hauptsitz in Frankreich, ist aber in den Niederlanden registriert. A320-Maschinen werden unter anderem im Airbuswerk in Hamburg im Norden Deutschlands montiert. Das Unternehmen gehört neben Boeing zu den größten Flugzeugherstellern der Welt.

fab/AR (rtr, ap)