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PanoramaNahost

FlyDubai: Notlandung nach Attacke im Cockpit

30. September 2026

Nach einer Messerattacke des einen Piloten auf den anderen Flugzeugführer musste ein FlyDubai-Flieger auf dem Weg nach Tel Aviv in Saudi-Arabien notlanden. Die Behörden ermitteln wegen Terrorverdachts.

Vereinigte Arabische Emirate Dubai 2026 | FlyDubai-Maschine vom Typ Boeing 737-8KN startet vom Flughafen Dubai (30.09.2026)
FlyDubai-Jet beim Start in Dubai (Symbolbild)Bild: AP Photo/picture alliance

Flug FZ 1073 der Billigfluggesellschaft FlyDubai: Mit gut 20 Minuten Verspätung hebt der Passagierjet um 7.05 Uhr an diesem Mittwochmorgen am Flughafen Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ab. Ziel: Tel Aviv in Israel. An Bord der Maschine mit dem Kennzeichen A6-FKF sind gut 180 israelische Passagiere. Doch ihr Ziel sollen sie nicht wie geplant erreichen.

Ein außergewöhnlicher Zwischenfall im Cockpit führt zur Notlandung der Boeing 737 MAX in Tabuk in Saudi Arabien. Kurzzeitig gibt es Befürchtungen, es könne sich um eine Entführung handeln. Was Israel dazu veranlasst, Kampfflugzeuge aufsteigen zu lassen. Was war geschehen?

Israelische Medien berichten unter Berufung auf Sicherheitsbeamte, der Vorfall sei auf einen Streit zwischen den beiden Piloten der FlyDubai-Maschine zurückzuführen. Etwa zweieinhalb Stunden nach dem Start in Dubai sank der Passagierjet laut dem Flugportal FlightRadar24 innerhalb einer Minute abrupt von 10.000 Metern auf 5200 Meter ab. Danach flog die Maschine eine Kurve in der Nähe der Grenze zu Jordanien, kehrte um in Richtung Süden, um schließlich etwa eine Stunde später in Tabuk zu landen.

Streit im Cockpit

Zunächst hieß es, die Piloten hätten sich geprügelt. Doch nun gibt es Hinweise, dass einer der Flugzeugführer den anderen mit einem Messer verletzt haben könnte. Dies melden verschiedene israelische Medien unter Berufung auf Passagiere des Flugzeugs. Eine Israelin schilderte dem Sender N12, sie habe Schreie gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. "Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden."

Eine weitere israelische Passagierin berichtete, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht. Es habe "Schreie und Panik" gegeben. "Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer", sagte sie N12. Es gehe den Passagieren der Maschine inzwischen gut. "Die Situation hätte aber auch anders enden können", so die Passagierin.

Das israelische Nachrichtenportal Ynet meldet, der tatverdächtige Co-Pilot stamme aus dem Oman. Dafür gibt es aber bislang keine offizielle Bestätigung. Zunächst hatte es geheißen, der Pilot sei russischer und der Co-Pilot ukrainischer Herkunft.

Netanjahu: Katastrophe verhindert

Eine israelische Sprecherin bestätigte, der tatverdächtige Co-Pilot werde gegenwärtig in Saudi-Arabien befragt. Der Verletzte Kapitän kam ins Krankenhaus. 

Das Büro von Israels Premierminister Benjamin Netanjahus teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle und die israelische Regierung arbeite daran, die Passagiere nach Hause zu bringen. Inzwischen sind sie Medienberichten zufolge wieder in Israel. 

Netanjahu bezeichnete die Ereignisse als "sehr schwerwiegenden Sicherheitsvorfall". Fast alle Passagiere seien Israelis gewesen, sagte er in einer Videobotschaft. Als sich das Flugzeug Israel näherte, habe einer der Piloten mit einem Messer auf seinen Kollegen eingestochen. Er habe offenbar vorgehabt, das Flugzeug mit den Passagieren zum Absturz zu bringen. 

Netanjahu berichtete, ein Passagier habe ihm bei einem Telefongespräch geschildert, wie das Flugzeug zu trudeln angefangen habe und in einen Sturzflug geraten sei. Gemeinsam mit einem Besatzungsmitglied sei es dem Passagier der Schilderung nach gelungen, in das Cockpit vorzudringen. Sie hätten dann den Angreifer ausgeschaltet, während dieser versucht habe, die Flugzeugapparate zu beschädigen. 

Eine weitere Crew, die sich an Bord befunden habe, sei in das Cockpit gegangen und habe es geschafft, das Flugzeug zu stabilisieren. Netanjahu drückte seine Hochachtung aus "gegenüber den Helden, die außergewöhnliche Geistesgegenwart und Wagemut gezeigt" hätten. "Sie haben viele Leben gerettet, sie haben eine schwere Katastrophe verhindert", sagte der Ministerpräsident.

Die Airline FlyDubai hält sich noch zurück, was die Ursachen angeht. "Unsere Teams arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen", heißt es von der Fluggesellschaft.

Die Flotte der Billigfluggesellschaft besteht ausschließlich aus Varianten der Boeing 737. FlyDubai verfügt über fast 100 dieser Maschinen, darunter 69 des modernsten Typs 737 MAX 8.

VAE beliebtes Reiseziel von Israelis

In den 1960er- und 1970er-Jahren waren Israelis Ziel einer Reihe von Entführungen und Flugzeuganschlägen durch palästinensische Militante. Israel hat seit Jahrzehnten keine Entführung mehr erlebt, unterhält jedoch einige der strengsten Flughafensicherheitsmaßnahmen der Welt, darunter oft invasive Kontrollverfahren beim Check-in für Flüge nach Israel.

Seit der Normalisierung der Beziehungen zwischen den Ländern im Jahr 2020 finden kommerzielle Flüge zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Die VAE sind seitdem ein beliebtes Urlaubsziel von israelischen Touristen,

Flugunregelmäßigkeiten wegen Auseinandersetzungen der Crew sind selten, kamen aber schon vor. Im Jahr 2022 wurden zwei Piloten von Air France suspendiert, nachdem sie sich auf einem Flug von Genf nach Paris im Cockpit gestritten hatten. Das Flugzeug musste jedoch nicht umgeleitet werden und landete wie geplant.

AR/pgr/pg (ap, dpa, rtr, afp)

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