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KriminalitätNahost

Flydubai-Angriff: Pilot Smit Machchhar als Held gefeiert

1. Oktober 2026

Der Flug von Dubai nach Tel Aviv entging nur knapp einer Katastrophe. Indien und Israel würdigen den Mut von Flydubai-Kapitän Smit Machchhar, der trotz schwerer Stichverletzungen Schlimmeres verhinderte.

Indischer Pilot Smit Machchhar
Der indische Flugkapitän Smit Machchhar, der von seinem Copiloten im Cockpit schwer verletzt wurde (Archivbild) Bild: Israel's Foreign Ministry/AFP

Der indische Flugkapitän der Flydubai-Maschine wird in einem Krankenhaus in Tabuk in Saudi-Arabien auf der Intensivstation behandelt. Er hatte bei dem Messerangriff seines Co-Piloten im Cockpit schwerste Stichverletzungen erlitten. Laut der indischen Botschaft in Saudi-Arabien ist sein Zustand inzwischen stabil.

"Pilot Smit Machchhar hat Hunderte von Menschenleben gerettet"

Indiens Premierminister Narendra Modi und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu würdigten - nach der Gewalttat auf dem Flug von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach Tel Aviv - die Furchtlosigkeit des Piloten. Kapitän Smit Machchhar sei ein Held, ließ Modi in sozialen Medien verlauten.

"Angesichts höchster Gefahr und trotz schwerer Verletzungen bewies er enormen Mut und eine unerschütterliche Entschlossenheit, das Leben anderer zu schützen." Das Verhalten des Flugkapitäns habe dazu beigetragen, "Hunderte von Menschenleben zu retten und eine große Tragödie abzuwenden", so Modi.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Bild: Jna Editor/JNA/ZUMA/picture alliance

Nach Angaben von Netanjahu verhinderte das schnelle Eingreifen des Piloten den Absturz der Boeing 737-8 MAX. Netanjahu lobte Machchhar für dessen "außergewöhnliche Tapferkeit". Obwohl er vom Co-Piloten niedergestochen und schwer verletzt worden sei, habe er sich gewehrt und "eine Katastrophe gestoppt, die globale Ausmaße hätte annehmen können".

Der israelische Regierungschef würdigte in dem Zusammenhang ausdrücklich auch das beherzte Eingreifen der Passagiere. Dadurch sei 174 Menschen das Leben gerettet worden. Laut israelischen Medien waren 166 Menschen an Bord Israelis. Israels Präsident Isaac Herzog kündigte an, vier Passagiere mit einem der höchsten Orden des Landes auszuzeichnen. 

Maschine sackte plötzlich auf 5100 Meter ab 

Flug FZ 1073 war am Mittwochmorgen in Dubai gestartet und hatte nach rund zwei Stunden Flug plötzlich massiv an Höhe verloren. Das Video eines Passagiers und Flugdaten zeigen, wie die Maschine außer Kontrolle geriet und von etwa 10.000 Meter Höhe nach unten stürzte. Auf einer Höhe von etwa 5100 Meter fing sich die Boeing wieder, stieg etwas und sackte dann wieder ab.

Dem Kapitän gelang es nach Angaben von Netanjahu, trotz der Verletzungen die Cockpit-Tür zu öffnen. Passagiere aus den vorderen Sitzreihen drangen laut Augenzeugen ins Cockpit ein und überwältigten den angreifenden Co-Piloten. Er soll aus dem Oman stammen. Laut Medien leistete ein israelischer Zahnarzt Erste Hilfe beim verletzten Kapitän.

Eine Ersatz-Piloten-Crew, die in der Maschine war, übernahm die Steuerung. Sie brachte das Flugzeug in die saudische Stadt Tabuk, wo die Boeing notlandete. Alle Passagiere blieben unverletzt.

Saudis und Israelis verhören Co-Piloten

Der Co-Pilot wurde festgenommen. Er wird derzeit von den saudischen Behörden unter Hochdruck vernommen. Netanjahu sagte, der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan, habe zugestimmt, dass Israel an der Vernehmung des Verdächtigen teilnehme. Hintergrund und Motiv des Angreifers sind nach wie vor unbekannt.

Vom Zwischenfall betroffenen Flydubai-Boeing A6-FKF (Archivbild)Bild: Karl Dittlbacher/REUTERS

Ungeachtet dessen sprach das israelische Außenministerium von einem "versuchten Terroranschlag auf Israelis, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Abraham-Abkommen". Durch die 2020 unterzeichneten Verträge hatten die Emirate und weitere arabische Staaten erstmals Israel offiziell anerkannt und die Beziehungen normalisiert.

Ziel sei gewesen, die Beziehungen zwischen Israel und den Emiraten zu untergraben, erklärte das Außenministerium weiter. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem "versuchten dschihadistischen Terroranschlag".

Wadephul: Schwerer Angriff auf zivile Luftfahrt 

Deutschlands Außenminister Johann Wadephul verurteilte den Vorfall als "schweren Angriff auf die zivile Luftfahrt". Er telefonierte mit seinem israelischen Kollegen Gideon Saar.

US-Präsident Donald Trump sagte nach einem Telefonat mit Netanjahu: "Es sieht so aus, als ob der Co-Pilot möglicherweise ein Terrorist oder vielleicht ein Spinner war."

Der israelische Regierungschef hatte in den vergangenen Tagen vor nicht näher bezeichneten, erhöhten Sicherheitsbedrohungen gewarnt. In einer Woche jährt sich der von der Terrororganisation Hamas angeführte beispiellose Überfall auf Israel vom 7. Oktober 2023, der den Krieg im Gazastreifen ausgelöst hat.

se/AR (afp, dpa, ap, rtr)

Redaktionsschluss 17.40 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert! 

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