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Fragen zu den Euro-Scheinen und Euro-Münzen

Johannes Beck2. Januar 2002

Woran erkenne ich echte Euro-Scheine? Wo gelten die nationalen Euro-Münzen? Fragen und Antworten zum neuen Euro-Bargeld.

Der Euro - eine der fälschungssichersten Währungen weltweit.Bild: EZB

Welche Euro-Scheine und Euro-Münzen gibt es?

Es gibt Scheine zu 5 Euro, 10 Euro, 20 Euro, 50 Euro, 100 Euro, 200 Euro und 500 Euro.

Die Euro-Münzen haben folgende Beträge: 1 Cent, 2 Cent und 5 Cent als rote Münzen aus Stahl mit Kupferauflage. 10 Cent, 20 Cent und 50 Cent als gelbe Münzen aus so genanntem "Nordischen Gold". Außerdem sind 1 Euro und 2 Euro als Münzen mit einem gelben Innenring aus Nickel-Messing und einem weißen Außenring aus Kupfer-Nickel-Legierung im Umlauf.

Haben alle Euro-Länder die gleichen Euro-Scheine und Münzen?

Ja, die Scheine sind in allen Euro-Ländern identisch. Sie zeigen stilisierte Architekturelemente wie Brücken und Fenster aus den verschiedenen Kulturepochen Europas.

Dagegen sind die Euro-Münzen nur auf der Vorderseite gleich. Die Rückseite zeigt nationale Motive. So präsentieren beispielsweise die Deutschen auf ihren Münzen den Bundesadler, das Brandenburger Tor und ein Eichenblatt; die Niederländer ein Portrait ihrer Königin Beatrix und die Iren das Landes-Symbol, eine Harfe.

Muss ich bei Reisen in den Euro-Raum für jedes Land dessen spezielle Euro-Münzen mitnehmen?

Nein, auch wenn die Euro-Münzen verschiedene nationale Rückseiten haben, sind sie immer im gesamten Euroland gültig. Das heißt, Sie können auch mit den portugiesischen Euro-Münzen in Deutschland bezahlen. Das dadurch erleichterte Reisen im Euro-Raum ist einer der großen Vorteile des Euro-Bargelds.

Wie kann ich echte von gefälschten Euro-Scheinen unterscheiden?

Die Euro-Banknoten sind durch mehrere eingearbeitete Sicherheitsmerkmale gegen Fälschungen geschützt. Die Europäische Zentralbank empfiehlt, die Scheine durch "Sehen, Fühlen und Kippen" zu testen.

Dies sind die wichtigsten Sicherheitsmerkmale, die in Verbindung getestet, einen echten von einem falschen Schein in praktisch allen Fällen unterscheiden lassen:

Beim Sehen sollte auf den Sicherheitsfaden geachtet werden. Er durchzieht die Scheine in der Mitte in der ganzen Breite. Bei genauer Betrachtung im Gegenlicht erscheinen das Wort "EURO" und die Wertangabe in Minischrift (wechselweise lesbar und spiegelverkehrt). Dazu kommt ein Wasserzeichen auf dem Seitenrand, welches das Architekturmotiv darstellt, das auf dem Schein abgedruckt ist. Außerdem ist im Gegenlicht so genannter Perlglanzstreifen in der Mitte des Scheins zu sehen.

Beim Fühlen sind Reliefs im Stichtiefdruck auf den Geldscheinen zu spüren. Zu ertasten sind die Abkürzungen der Europäischen Zentralbank in den Amtssprachen der Europäischen Union (also die Buchstaben "BCE, ECB, EZB, EKT, EKP"), das Jahr der Erstemission des Scheins und die jeweilige Wertzahl des Scheins. Das gibt vor allem Sehbehinderten Hinweise auf die Echtheit. Außerdem sind die Banknoten auf speziellem Hochsicherheitspapier aus Baumwolle gedruckt, das sich beim Tasten deutlich von konventionellem Papier unterscheidet.

Beim Kippen müssen schließlich die eingebauten Hologramme auf dem Schein ihr Aussehen verändern. Diese unterscheiden sich zwischen den "kleinen" Scheinen der Werte 5, 10 und 20 Euro und den "großen" Noten im Wert von 50, 100, 200 und 500 Euro. Die "kleinen" Scheine haben einen Hologramm-Folienstreifen am rechten Rand der Noten-Vorderseite. Beim Kippen der Banknote um die Längsachse werden je nach Betrachtungswinkel das €-Symbol oder die Wertzahl in wechselnden Farben sichtbar. Im Gegenlicht ist außerdem ein aus kleinen Löchern in der Folie bestehendes Eurosymbol zu erkennen.

Außerdem ist bei den "kleinen" Scheinen auf der Rückseite in der Mitte ein über die gesamte Höhe des Scheines laufender Perlglanzstreifen zu erkennen. Dieser glänzt beim Kippen der Banknoten gegen eine Lichtquelle von hellgelb bis goldgelb. Aussparungen im Perlglanzstreifen weisen das Eurosymbol und die Wertzahl auf.

Die großen Scheine haben dagegen auf der Vorderseite am rechten Rand ein rundes Hologramm, ein so genanntes Spezialfolienelement. Beim Kippen der Banknotte um die Längsachse erscheinen die Wertzahl oder das abgebildete Architekturmotiv in wechselnden Farben. Im Gegenlicht ist außerdem ein aus Perforationen in der Folie bestehendes Eurosymbol zu erkennen.

Wie viele Euro-Scheine sind bis zum 1. Januar 2002 gedruckt und wie viele Euro-Münzen geprägt worden?

Insgesamt wurden bis zum Jahresbeginn 2002 über 14 Milliarden Euro-Banknoten im Wert von über 640 Milliarden Euro hergestellt. Das ist eine kaum vorstellbare Menge: Aneinandergelegt reichen die Banknoten fünf Mal von der Erde zum Mond und zurück.

Auch die Zahl der Münzen ist beindruckend: Hier sind es 50 Milliarden Stück, die in den Münzprägeanstalten der 12 Euro-Länder von Lissabon bis Helsinki-Vantaa und von Athen bis Dublin fabriziert wurden. Zusammen wiegen diese 240.000 Tonnen und könnten 10.000 große Lastwagen füllen.

In Deutschland waren gleich 5 Prägeanstalten mit der Produktion beschäftigt. In Hamburg, Berlin, Karlsruhe, Stuttgart und München wurden insgesamt 17 Milliarden Münzen geprägt. Die 4,3 Milliarden Euro-Scheine für Deutschland wurden dagegen von der Bundesdruckerei in Berlin sowie von der Firma Giesecke & Devrient in Leipzig und München hergestellt.

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