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PolitikFrankreich

Tod eines Ultrarechten: Paris bestellt US-Botschafter ein

22. Februar 2026

Ein "Kommentar" zum Tod des rechtsextremen Aktivisten Quentin Deranque belastet das Verhältnis zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten. Das Außenministerium in Paris setzt ein diplomatisches Zeichen.

Trauermarsch für getöteten ultrarechten Aktivisten Quentin Deranque in Lyon
Trauermarsch in Lyon (am Samstag): Quentin Deranque wurde ​von mutmaßlichen Linksextremisten zu Tode geprügelt Bild: Laurent Cipriani/AP Photo/picture alliance

Frankreichs Regierung reagiert verärgert auf US-Äußerungen zum gewaltsamen Tod eines ultrarechten Aktivisten in Lyon. Außenminister Jean-Noël Barrot kündigte an, er werde den amerikanischen Botschafter in Paris, ‌Charles ⁠Kushner, einbestellen. Grund dafür sei ein "Kommentar" der US-Vertretung.

Man verbitte sich jegliche Einmischung des Auslands, betonte Barrot. "Wir lehnen jede Instrumentalisierung dieses Dramas (...) zu politischen Zwecken ab", sagte der Außenminister. Frankreich müsse sich keinerlei "Lektionen" zum Thema Gewalt gefallen lassen - insbesondere von der "reaktionären Internationalen".

Seit 2024 Außenminister Frankreichs: Jean-Noël BarrotBild: Andrej Isakovic/AFP

Nach dem Tod des 23-jährigen Rechtsextremen Quentin Deranque bei einem Angriff von Linksextremen in Lyon hatte das Außenministerium der USA erklärt, gewalttätiger Linksextremismus nehme in Frankreich zu und stelle eine "Bedrohung für die öffentliche Sicherheit" dar. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Die US-Botschaft in Paris unter Kushners Leitung verbreitete dieses Statement weiter.

USA unterstreichen Gefahr durch Links

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump ist bekannt dafür, Gewalttaten aus dem linksextremen Spektrum besonders hervorzuheben - und sie als größeres Problem als rechtsextrem motivierte Gewalt darzustellen.‌

Charles ⁠Kushner, der Vater von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, war vom französischen Außenministerium bereits im Sommer vergangenen Jahres einbestellt worden. Der Botschafter hatte Staatschef Emmanuel Macron zuvor öffentlich einen "unzureichenden" Einsatz gegen Antisemitismus vorgeworfen.

Seit 2025 US-Botschafter in Paris: Charles Kushner (Archivfoto)Bild: Philippe Labrosse/MAXPPP/IMAGO

In Frankreich hat Quentin Deranques ​Tod Trauer und Bestürzung ​ausgelöst, am Samstag gab es in Lyon Gedenkmärsche. Gegen sieben Personen wurde ​ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. ‌Unter ihnen ist ein früherer Mitarbeiter eines Abgeordneten der linksgerichteten Partei LFI. Die Partei hat ​die Tötung ⁠verurteilt.

wa/rb (afp, rtr)

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