Fraport macht neues Gesprächsangebot
22. Februar 2012
Der Flughafenbetreiber Fraport übersandte der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) schriftlich ein Gesprächsangebot. Wie Vorstandschef Stefan Schulte sagte, ist es mit der Aufforderung verbunden, die Streikmaßnahmen auf dem Vorfeld umgehend einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Wir erwarten von der GdF, dass sie dieses Gesprächsangebot annimmt und den Streik beendet. Dass diese Auseinandersetzung weiter zulasten der Passagiere und Fluggesellschaften geht, muss ein Ende haben", sagte Schulte. Die Gewerkschaft kam der Aufforderung inzwischen nach und kündigte ein Ausssetzen des Streiks an.
Forderungen zu hoch?
Fraport sei bereits in einigen Punkten auf die hohen Forderungen eingegangen. So habe sie die für die Vorfeldkontrolle nahezu erfüllt. Für zwei andere Bereiche in Frankfurt seien die Forderungen im Verhältnis zu vergleichbaren Tätigkeiten in anderen Bereichen aber so hoch, "dass sie das Gehaltsgefüge insgesamt sprengen", fügte Schulte hinzu. Er äußerte aber die Erwartung, dass die GdF in den Gesprächen Kompromissbereitschaft zeige, um einen adäquaten Ausgleich für beide Seiten zu finden.
GdF-Verhandlungsführer Dirk Vogelsang reagierte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dapd zunächst zurückhaltend auf das Gesprächsangebot. Die Gewerkschaft habe bereits Kompromissbereitschaft gezeigt, indem sie den Schlichterspruch in dem Tarifkonflikt angenommen habe. Vogelsang forderte, diesen als Basis für weitere Gespräche zu nehmen. Innerhalb des Schlichterspruchs gebe es schließlich nur noch wenige Konfliktpunkte.
Unterdessen teilte die Lufthansa mit, dass es an den ersten vier Streiktagen knapp 700 Flugausfälle gegeben habe. Rund 55.000 Passagiere seien betroffen gewesen. Allein an diesem Mittwoch hätten wieder 100 Flüge annulliert werden müssen. Dies widerspricht der bisherigen Einschätzung, dass der Flughafenbetreiber den Arbeitskampf mit Unterstützung von Aushilfskräften auf dem Vorfeld gut abgefedert habe.
Neue Bahn, mehr Arbeit
Die Gewerkschaft fordert in der Tarifauseinandersetzung Gehaltssteigerungen zwischen 30 und 47 Prozent, je nach Beschäftigten-Gruppe. Begründet wird dies damit, dass die Arbeitsbelastung nach der Inbetriebnahme der vierten Bahn am größten deutschen Airport gestiegen sei. Eine Argumentation, der sich der Arbeitgeber noch nicht so recht anschließen kann.
ml/sti (rtr, dapd, dpa)