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Frauenhandel in Montenegro

18. Februar 2003

- OSZE erwartet Aufklärung in einem konkreten Fall

Podgorica, 18.2.2003, POBJEDA, serb.

Premier Milo Djukanovic hat gestern (17.2.) wiederholt, es gebe keinerlei Gründe zur Besorgnis, dass die zuständigen Gerichtsorgane in einem unabhängigen und fairen Verfahren den Fall um den Frauenhandel beenden würden. Djukanovic sagte gestern im Gespräch mit dem OSZE-Missionschef in Belgrad Maurizio Massari, Montenegro werde sich auch in diesem konkreten Fall (Gemeint ist ein aktueller Fall von Frauenhandel. Das Besondere an dem Fall ist, dass eine betroffene Moldawierin Anzeige erstattet hat und bereit ist, vor Gericht als Kronzeugin auszusagen. – MD) als seriös und effizient erweisen und aktiv am gemeinsamen Vorgehen teilnehmen, um das Problem des Menschenhandels, das internationale Dimensionen annehme, regional zu lösen, teilte das Büro des Premierministers mit.

Djukanovic sagte, die montenegrinische Regierung und die Exekutivbehörden seien vollends bereit, konstruktiv mit der OSZE und allen übrigen internationalen Institutionen bei allen Problemen zusammenzuarbeiten. Dies schließe auch diesen konkreten Fall von Menschenhandel ein. Ihm zufolge sind die Regierung und die Staatsorgane daran interessiert, diesen Fall durch ein objektives Gerichtsverfahren vollständig aufzudecken. Er schlug vor, dass die OSZE und die übrigen daran interessierten internationalen Organisationen direkt mit den zuständigen Gerichtsorganen in Verbindung treten.

Massari stellte Djukanovic die Prioritäten der OSZE-Mission für Serbien und Montenegro für das Jahr 2003 vor. Besondere Aufmerksamkeit soll dem Kampf gegen den Menschenhandel gewidmet werden. Botschafter Massari hob hervor, dass bei der Sitzung des Ständigen OSZE-Rates in Wien die Kooperation Montenegros in dem besagten Fall von Menschenhandel breite Anerkennung gefunden habe. Ferner sei die Entschlossenheit Montenegros positiv aufgenommen worden, den Kampf gegen sämtliche Formen der organisierten Kriminalität in Kooperation mit den internationalen Vertretern entschieden fortzusetzen. Ihm zufolge versteht sowohl die OSZE als auch die internationale Gemeinschaft den Menschenhandel nicht als ein Problem, das besonders in Montenegros ausgeprägt ist. Es hat vielmehr regionale Bedeutung und Folgen für die weitere Umgebung sowohl im Osten als auch im Westen. Massari teilte mit, die OSZE erwarte, dass die Ermittlungen [im Falle der Moldawierin] fortgesetzt sowie transparent, unabhängig und effizient durchgeführt werden. Es wird ferner erwartet, dass Montenegro in diesem konkreten Fall an einer umfassenden regionalen und internationalen Strategie zur Bekämpfung des Menschenhandels mitwirkt und sich seinem demokratischen Ruf und seinen europäischen Bestrebungen als würdig erweist. (...) (md)