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Politik

Fremdenfeindlicher Angriff auf drei Afghanen

5. November 2016

2015 hatte Heidenau bereits zweifelhafte Berühmtheit erlangt, als Rechtsextreme eine Flüchtlingsunterkunft angriffen. Nun ist die sächsische Stadt erneut Schauplatz einer rassistischen Tat geworden.

Symbolbild Polizei Deutschland
Bild: Imago

"Macht euch wieder nach Hause", "Was wollt ihr hier?" - mit diesen Parolen hätten die Angreifer drei afghanische Flüchtlinge im sächsischen Heidenau beschimpft, bevor sie die Männer tätlich angriffen. Dabei seien die Afghanen leicht verletzt worden, teilte die Polizei in der sächsischen Hauptstadt Dresden mit. Bei den Opfern handele es sich um drei junge Männer im Alter von 17 und 18 Jahren.

Polizeikräfte nahmen später zwei junge Männer als Tatverdächtige fest, die aus einer Gruppe von 30 Leuten heraus die Flüchtlinge angepöbelt und angegriffen hätten. Gegen sie wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Die Ermittler gehen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus.

Es ist nicht das erste Mal, dass Heidenau wegen fremdenfeindlicher Übergriffe in die Schlagzeilen gerät. So kam es im August vergangenen Jahre tagelang zu massiven Ausschreitungen vor einer Flüchtlingsunterkunft. Rechte Gruppen und Anwohner warfen Böller und Steine, über 30 Polizisten wurden zum Teil schwer verletzt. Bei einem Besuch in Heidenau wurde auch Bundeskanzlerin Angela Merkel massiv angepöbelt.

Sachsens Image-Problem

Unterdessen warnte der sächsische Regierungschef Stanislaw Tillich vor ausländerfeindlicher Stimmungsmache. Zugleich wies er pauschale Verurteilungen und Beschimpfungen des Freistaates zurück. In Sachsen seien Hass und Hetze sowie Extremismus im öffentlichen Raum in besonderem Maße zu Tage getreten, erklärte der CDU-Politiker bei einem Parteitag der Christdemokraten in Glauchau. "Das hat nicht nur das Image des Landes beschädigt. Das hat auch Sachsen und seine Gesellschaft selbst beschädigt", fügte er mit Blick auf die Pegida-Aufmärsche und die Pöbeleien bei der Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden hinzu. 

"Es gibt an den Vorkommnissen nichts zu beschönigen. Ich habe immer wieder deutlich gemacht, wie sehr sie uns beschämen", sagte Tillich weiter. Sehr viele Bürger ärgere es aber zu Recht, dass Sachsen oft einseitig dargestellt wird. 450 Pöbler und Hetzer hätten die öffentliche Meinung über die Einheitsfeier bestimmt, obwohl 450.000 friedliche Bürger ebenfalls an den Feierlichkeiten teilgenommen hätten. 

Brandsatz gegen türkisches Café 

Das türkische Cafe nach dem Brandanschlag Bild: picture-alliance/dpa/M. Kusch

Im nordrhein-westfälischen Essen nahm die Polizei nach einem Brandanschlag auf ein türkische Café  zwei Tatverdächtige fest. Den beiden Männern im Alter von 19 und 23 Jahren wird schwere Brandstiftung und versuchter Totschlag vorgeworfen.  Ein Gast des Lokals war leicht verletzt worden. 

nin/wl (dpa, MDR)

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