Die Meisterschaft ist so gut wie entschieden, aber die halbe Fußball-Bundesliga spielt noch gegen den Abstieg. Beim VfL Wolfsburg hat die anhaltende Krise nun personelle Konsequenzen. Der Rückblick auf den 25. Spieltag.
Ratlosigkeit bei Christian Eriksen (l.) und den anderen Wolfsburgern - der VfL hat schon wieder verlorenBild: Jürgen Fromme/firo Sportphoto/picture alliance
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18 Vereine sind in der Fußball-Bundesliga dabei - und neun von ihnen spielen nach 25 Spieltagen gegen den Abstieg. Diese Zweiteilung der Liga verstärkte sich am vergangenen Wochenende noch dadurch, dass keiner der Klubs aus der unteren Hälfte im Duell gegen einen Verein aus der oberen Hälfte gewinnen konnte.
Personelle Konsequenzen beim VfL Wolfsburg
Einzig Werder Bremen und der Hamburger SV sammelten mit Siegen drei Punkte ein. Allerdings holten sie diese in direktem Vergleich mit anderen Abstiegskandidaten. Während sich der SV Werder mit 4:1 bei Union Berlin durchsetzte, gewann der HSV mit 2:1 beim kriselnden VfL Wolfsburg - ein Ergebnis, das beim Volkswagen-Klub Konsequenzen hatte.
Am Tag nach dem achten sieglosen Spiel in Serie reagierte der Verein und entließ Trainer Daniel Bauer und Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen. Neuer Mann an der Seitenlinie wird mit Dieter Hecking ein alter Bekannter. Der 61-Jährige coachte den VfL bereits von 2013 bis 2016 und gewann mit Wolfsburg 2015 den DFB-Pokal.
2015 nach dem Sieg im DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund war Dieter Hecking in Wolfsburg der "King"Bild: Maurizio Gambarini/dpa/picture alliance
"Zum VfL Wolfsburg zurückzukehren, bedeutet mir viel. Ich habe hier eine intensive und erfolgreiche Zeit erlebt und weiß, welche Qualität und Energie in diesem Verein steckt", sagte Hecking, der am Montag offiziell vorgestellt wurde und einen Vertrag zunächst nur bis zum Ende der Saison erhielt.
"Jetzt gilt es, den Fokus voll auf die kommenden Aufgaben zu richten und gemeinsam alle Kräfte zu bündeln, um in der Bundesliga zu bleiben", so Hecking.
Die untere Tabellenhälfte der Fußball-Bundesliga nach 25 Spieltagen:
10. Hamburger SV 29 Punkte | 28:36 Tore | -8
11. 1. FC Union Berlin 28 Punkte | 30:42 Tore | -12
12. Bor. Mönchengladbach 25 Punkte | 28:43 Tore | -15
13. Werder Bremen 25 Punkte | 29:45 Tore | -16
14. 1. FC Köln 24 Punkte | 34:43 Tore | -9
15. 1. FSV Mainz 05 24 Punkte | 29:41 Tore | -12
16. FC St. Pauli 24 Punkte | 23:40 Tore | -17
17. VfL Wolfsburg 20 Punkte | 34:55 Tore | -21
18. 1. FC Heidenheim 14 Punkte | 24:57 Tore | -33
Wie Wolfsburg mussten auch der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Heidenheim Niederlagen einstecken und rutschten tiefer in den Abstiegsstrudel. Der FSV Mainz (2:2 gegen den VfB Stuttgart) und der FC St. Pauli (0:0 gegen Eintracht Frankfurt) retteten immerhin einen Punkt.
Köln unterlag Borussia Dortmund mit 1:2. Mönchengladbach hatte gegen den unangefochtenen Tabellenführer FC Bayern München keine Chance und verlor mit 1:4. Schlusslicht Heidenheim musste sich der TSG Hoffenheim 2:4 geschlagen geben.
Die Heidenheimer auf dem letzten Tabellenplatz liegen bereits sechs Zähler hinter dem Rest der Liga. Auch Wolfsburg hat als Vorletzter bereits vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, den der FC St. Pauli belegt. Die Paulianer und den Hamburger SV auf Rang zehn trennen aber nur fünf Punkte.
Heidenheims Schmidt sicher, Kölns Kwasniok unter Druck
"Wir liegen am Boden, sind Tabellenletzter, sind abgeschlagen", sagte Heidenheims Trainer Frank Schmidt im Fernsehinterview. Man werde nun versuchen "jedes Spiel für uns als einzelnes zu sehen, unabhängig von der Tabelle. Man hat gesehen, dass es der Mannschaft nicht guttut und ihr auch die Erfahrung fehlt, mit so einer Situation umzugehen."
Trotz des drohenden Abstiegs droht Trainer Frank Schmidt beim 1. FC Heidenheim nicht der RauswurfBild: Martin Agüera/kolbert-press/picture alliance
Während Schmidt in Heidenheim auch nach über 18 Jahren als Cheftrainer nicht zur Diskussion steht, wird die Luft für Köln Coach Lukas Kwasniok langsam dünner. Der FC hat vier der vergangenen fünf Bundesligaspiele verloren.
"Die Mannschaft ist unverwüstlich", meinte Kwasniok nach der Niederlage gegen den BVB, die auch aufgrund unglücklicher Schiedsrichterentscheidungen zustande kam. "Auch wenn der eine oder andere das vielleicht nicht mehr hören will oder kann - wir werden das Ding drehen."
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Ergebnisse und Torschützen des 25. Spieltags der Fußball-Bundesliga:
FC Bayern München - Borussia Mönchengladbach 4:1 (2:0)
Tore: 1:0 Díaz (33.), 2:0 Laimer (45.+1), 3:0 Musiala (57., Foulelfmeter), 4:0 Jackson (79.), 4:1 Mohya (89.) Rote Karte: Reitz (Mönchengladbach) nach einer Notbremse (55.)
FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 2:2 (1:0)
Tore: 1:0 Lee (39.), 1:1 Demirovic (76.), 1:2 Undav (77.), 2:2 da Costa (90.+1)
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 514 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 9. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 9. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
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Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
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Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).