Der FC Bayern München sichert sich vorzeitig die Meisterschaft und ist weiter titelhungrig. Der Kampf um die Champions League wird eng. Im Abstiegskampf gibt Marie-Louise Eta ihr Debüt. Rückblick auf den 30. Spieltag.
Zum 13. Mal in den vergangenen 14 Jahren krönt sich der FC Bayern zum Deutschen MeisterBild: Markus Ulmer/Ulmer/Teamfoto/IMAGO
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Bereits vier Spieltage vor dem Saisonende hat der FC Bayern München die Meisterschaft in der Fußball-Bundesliga perfekt gemacht. Mit 4:2 gewannen die Münchener am Sonntagabend gegen den VfB Stuttgart und sind mit nun 15 Punkten Vorsprung nicht mehr einzuholen. Der Zweitplatzierte, Borussia Dortmund, hatte am Samstag mit 1:2 gegen die TSG Hoffenheim verloren.
"Es war keine Saison mit Ups und Downs, sondern wir waren sehr, sehr konstant", sagte Joshua Kimmich nach dem Spiel. "Das ist uns in der Form in den letzten elf Jahren nicht so oft gelungen, wenn wir da auch zehnmal die Meisterschaft geholt haben. So konstant und souverän wie in diesem Jahr haben wir sie selten gewonnen."
Mit nur einer Niederlage (1:2 gegen den FC Augsburg), vier Unentschieden und bisher 109 erzielten Toren ist die Bilanz tatsächlich einzigartig und die Überlegenheit der Bayern gegenüber dem Rest der Liga eklatant. Daher soll die 35. Meisterschaft der Vereinsgeschichte auch nicht der letzte Titel der Saison sein.
"Es fühlt sich wunderschön an. Diese Momente kosten viel Arbeit, dann musst du es genießen", sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany, der mit seiner Mannschaft auch noch den DFB-Pokal und die Champions League gewinnen will. In beiden Wettbewerben haben die Bayern das Halbfinale erreicht und treffen auf Paris St.Germain und Bayer 04 Leverkusen. "Es ist noch nicht vorbei, es geht weiter. Aber es ist auch eine Mentalitätssache. Bei uns ist immer Vollgas", meinte der Belgier.
Getrübt wurde die Freude nur durch die Verletzung Serge Gnabry. Der Nationalspieler hatte beim Abschlusstraining einen Ausriss der Adduktoren am rechten Oberschenkel erlitten und wird länger ausfallen. Möglicherweise verpasst er damit auch die Fußball-WM im Sommer.
Bayer Leverkusen patzt erneut
Während RB Leipzig sich mit 3:1 bei Eintracht Frankfurt durchsetzte und langsam für die Champions League planen kann, versäumte es Bayer Leverkusen, wichtige Punkte im Kampf um die "Königsklasse" zu holen.
Ein Tor, wie vernagelt: Immer wieder scheiterten Leverkusens Spieler an Augsburgs Torhüter Finn DahmenBild: Malte Ossowski/Sven Simon/IMAGO
Obwohl sie gegen den FC Augsburg 36 Torschüsse abgaben, erzielten die Spieler der Werkself nur ein Tor. Durch einen Foulelfmeter in der Nachspielzeit verloren sie am Ende sogar noch mit 1:2.
"Es ist unfassbar, dass wir aus den vielen Möglichkeiten nur ein Tor erzielt haben. Das ist unglaublich", sagte Bayer-Trainer Kasper Hjulmand. "Wir waren sehr dominant und haben uns viele Aktionen in der Offensive erspielt und deswegen ist die Niederlage und die Torausbeute sehr frustrierend."
Tabelle der Fußball-Bundesliga nach 30 Spieltagen:
Bor. Mönchengladbach | 31 Punkte | 36:50 Tore | -14
Hamburger SV | 31 Punkte | 33:48 Tore | -15
Werder Bremen | 31 Punkte | 35:53 Tore | -18
FC St. Pauli | 26 Punkte | 26:51 Tore | -25
VfL Wolfsburg | 24 Punkte | 41:66 Tore | -25
1. FC Heidenheim | 19 Punkte | 33:66 Tore | -33
Hoffenheim konnte mit dem Sieg gegen Dortmund in der Tabelle wieder an Leverkusen vorbeiziehen. Da Stuttgart ohne Punkte blieb, ist das Rennen um die Champions-League-Plätze aber weiter eng. Und möglicherweise reicht diese Saison sogar Rang fünf zum Erreichen der "Königsklasse".
Deutschland könnte sich durch Erfolge im Europapokal im UEFA-Saisonranking noch an Spanien vorbei auf Rang zwei schieben. Dann würde die Bundesliga einen der beiden "European Performance Spots“" erhalten und auch der Fünfte würde in der Champions League spielen.
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Eta verliert ihre Bundesliga-Premiere
Ganz andere Sorgen als UEFA-Rankings haben die Klubs im Abstiegskampf. Dort verpasste der FC St. Pauli gegen den 1. FC Köln einen Sieg gegen einen direkten Konkurrenten. Köln bekam in der Schlussphase vom VAR einen Strafstoß zugesprochen und das Spiel endete 1:1.
Borussia Mönchengladbach holte beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 ebenfalls nur einen Zähler. Auch hier brachte ein später Foulelfmeter den Mainzern den Ausgleich. Wichtige Punkte und viel Selbstvertrauen sammelte dagegen Werder Bremen mit dem 3:1-Erfolg im "Nordderby" gegen den Hamburger SV.
Keinen guten Einstand erlebte Marie-Louise Eta, die erste Cheftrainerin der Bundesliga, bei ihrem Debüt auf der Bank von Union Berlin gegen den VfL Wolfsburg. Zwar machten die Unioner kein schlechtes Spiel, verloren aber mit 1:2.
"Loui ist unfassbar: inhaltlich, empathisch. Sie hat den Fokus aufs Wesentliche gelegt - auf Fußball", lobte Unions Rani Khedira (l.) die TrainerinBild: Darius Simka/IMAGO
"Die Leistung der Jungs war mehr als in Ordnung. Wir waren sehr nah dran, ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen", sagt Eta anschließend. "Die Niederlage fühlt sich sehr bitter an, weil die Art und Weise gestimmt hat, aber das Ergebnis nicht."
Für Wolfsburg war es der erste Sieg in der Bundesliga seit dem 14. Januar. Die "Wölfe" bleiben damit zwar Vorletzter, haben aber nur noch zwei Punkte Rückstand auf St. Pauli auf dem Relegationsrang. Für Schlusslicht 1. FC Heidenheim, das mit 1:2 beim SC Freiburg verlor, ist die Rettung dagegen kaum noch möglich.
Ergebnisse und Torschützen des 30. Spieltags der Fußball-Bundesliga:
FC Bayern München - VfB Stuttgart 4:2 (3:1)
Tore: 0:1 Führich (21.), 1:1 Guerreiro (32.), 2:1 Jackson (33.), 3:1 Davies (37.), 4:1 Kane (52.), 4:2 Andres (88.)
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 523 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 18. Mai 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 545 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 18. Mai 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
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Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).