Aus dem Dreikampf um den Relegationsplatz gehen zwei Klubs als Verlierer hervor. Der VfB Stuttgart sichert sich die Teilnahme an der Champions League und auch der SC Freiburg feiert. Der Rückblick auf den 34. Spieltag.
Es reicht nicht: Trotz großer Hoffnungen verliert St. Pauli gegen Wolfsburg und steigt aus der Bundesliga abBild: Finn Weidmann/HMB Media/picture alliance
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Es war ein echtes Endspiel - und der FC St. Pauli hat es verloren. 1:3 hieß es am Ende gegen den VfL Wolfsburg. Damit steht fest: St. Pauli steigt aus der Fußball-Bundesliga ab, Wolfsburg bekommt als 16. die Chance, sich über die Relegation zu retten.
"Es herrscht eine totale Leere in meinem Körper. Wenn man nach dem 34. Spieltag auf den Abstiegsplätzen steht, ist es auch verdient", meinte Alexander Blessin, der Trainer des FC St. Pauli nach dem verlorenen "Finale" gegen die Wolfsburger. Mit nur 26 Punkten wurde der alternative Klub aus Hamburg am Ende Tabellenletzter. Ebenfalls abgestiegen ist der 1. FC Heidenheim, der sein letztes Saisonspiel zu Hause mit 0:2 gegen den FSV Mainz verlor.
Mehr Erleichterung als echte Freude herrschte beim VfL Wolfsburg, der vor einigen Wochen noch wie ein sicherer Absteiger aussah. "Es war sehr viel Druck auf dem Spiel. Ich bin stolz auf die Mannschaft", sagte VfL-Mittelfeldspieler Yannick Gerhardt. "Viele haben uns schon abgeschrieben und jetzt haben wir die Chance, über die Relegation in der Liga zu bleiben. Jetzt freuen wir uns heute sehr, aber es ist noch gar nichts geschafft."
Gegner in der Relegation ist der SC Paderborn, der sich den dritten Platz in der 2. Bundesliga sicherte. Neben dem FC Schalke 04, der nach drei Jahren in die Bundesliga zurückkehrt, wird "Dorfklub" SV Elversberg aus dem Saarland der 59. Verein der Bundesliga-Historie. Nachdem die SVE im Vorjahr noch in der Relegation an Heidenheim gescheitert war, geht es nun als Zweitplatzierter direkt in die 1. Liga.
VfB Stuttgart sichert sich Platz vier
Mehr Freude als Erleichterung gab es beim VfB Stuttgart, der durch ein 2:2 bei Eintracht Frankfurt Platz vier belegte und in der kommenden Saison in der Champions League spielen darf. Zusätzlich hat der VfB die Möglichkeit, das Jahr am kommenden Wochenende mit einem Sieg gegen den FC Bayern München im DFB-Pokalfinale mit einem Titel zu krönen.
Großes Ziel erreicht: Das 2:2 gegen Frankfurt bringt den VfB Stuttgart in die Champions LeagueBild: Herbert Rudel/Pressefoto Rudel/picture alliance
"Wir haben eine überragende Saison gespielt", lobte Stuttgarts Nationalspieler Deniz Undav sich und sein Team. "Wir haben gekämpft, hart gefightet, und jetzt die Qualifikation für die Champions League am letzten Spieltag geschafft zu haben, ist ein unglaubliches Gefühl."
Fast hätte Stuttgart das Spiel bei der Eintracht, die sich einen Tag später von Trainer Albert Riera trennte, am Ende noch verloren. Am Erfolg hätte aber auch das nichts mehr geändert, denn Konkurrent TSG Hoffenheim verspielte seine Chance auf die Königsklasse. Die TSG ging bei Borussia Mönchengladbach mit 0:4 unter. Allerdings behielten die Hoffenheimer Rang fünf und sind damit direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert.
Bor. Mönchengladbach | 38 Punkte | 42:53 Tore | -11
Hamburger SV | 38 Punkte | 40:54 Tore | -14
1. FC Köln | 32 Punkte | 49:63 Tore | -14
Werder Bremen | 32 Punkte | 37:60 Tore | -23
VfL Wolfsburg | 29 Punkte | 45:69 Tore | -24
1. FC Heidenheim | 26 Punkte | 41:72 Tore | -31
FC St. Pauli | 26 Punkte | 29:60 Tore | -31
Verfolger Bayer 04 Leverkusen schaffte im abschließenden Heimspiel gegen den Hamburger SV nämlich trotz großer Überlegenheit keinen Sieg. Aus 26 Torschüssen sprang beim 1:1 nur ein Treffer heraus. Leverkusen wird am Ende Sechster und spielt ebenfalls in der Europa League.
Schon vor dem Spiel gab es Spekulationen, dass die Zeit von Bayer-Trainer Kasper Hjulmand in Leverkusen zu Ende geht. Mit dem Verpassen der Champions League und dem nochmaligen Nachweis, dass seine Mannschaft nicht konstant gute Leistungen abrufen kann, ist das noch wahrscheinlicher geworden.
Freiburg feiert und träumt von der Champions League
Sicher in der UEFA Conference League ist der SC Freiburg, der sein letztes Bundesligaspiel gegen RB Leipzig mit 4:1 gewann und sich Rang sieben sicherte.
Freiburgs Matthias Ginter trifft gegen Leipzig und freut sich über die Teilnahme am EuropapokalBild: Hendrik Hamelau/HMB Media/picture alliance
"Dass wir Platz sieben in der Bundesliga erreicht haben, ist aller Ehren wert. Da können die Jungs schon sehr stolz sein", sagte Trainer Julian Schuster, verwies aber bei aller Freude über das Erreichte darauf, dass das größte Spiel der Saison erst nach ansteht.
Am Mittwoch spielt Freiburg im Finale der Europa League gegen Aston Villa. Gewinnt der SC, ist er kommende Saison sogar in der Champions League dabei.
Goretzka hebt zum Abschied die Meisterschale
Während der Rest der Bundesliga noch um Klassenerhalt und Europapokalplätze kämpfte, legte der FC Bayern München zum Abschluss einen lockeren Gala-Auftritt hin und gewann gegen den 1. FC Köln mit 5:1.
Die Bayern sind zum 35. Mal Deutscher Meister - überlegen mit 89 Punkten und 122 Toren. Die Meisterschale durfte - als besondere Auszeichnung - Nationalspieler Leon Goretzka als Erster in die Höhe recken, der München im Sommer nach acht Jahren verlassen wird.
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Ergebnisse und Torschützen des 34. Spieltags der Fußball-Bundesliga:
FC Bayern München - 1. FC Köln 5:1 (3:1)
Tore: 1:0 Kane (10.), 2:0 Kane (13.), 2:1 El Mala (18.), 3:1 Bischof (22.), 4:1 Kane (69.), 5:1 Jackson (83.)
FC St. Pauli - VfL Wolfsburg 1:3 (0:1)
Tore: 0:1 Koulierakis (37.), 1:1 Ceesay (57.), 1:2 Vasilj (64., Eigentor), 1:3 Pejcinovic (80.)
1. FC Heidenheim - FSV Mainz 05 0:2 (0:2)
Tore: 0:1 Tietz (7.), 0:2 Amiri (43.)
1. FC Union Berlin - FC Augsburg 4:0 (2:0)
Tore: 1:0 Ilic (10.), 2:0 Ilic (42.), 3:0 Schäfer (54.), 4:0 Jeong (89.)
Die Rekordspieler der Fußball-Bundesliga
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 523 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 18. Mai 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 545 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 18. Mai 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
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Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).