Mit einem Sieg gegen Leverkusen macht der VfB Stuttgart einen großen Schritt Richtung Königsklasse. Heidenheim kann sich noch in die Relegation retten und von Freiburg hängt viel ab. Der Rückblick auf den 33. Spieltag.
Big Point für Stuttgart: Nach dem Sieg gegen Bayer Leverkusen ist die Champions League zum Greifen nahBild: Robin Rudel/Pressefoto Rudel/picture alliance
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Platz vier, Rang sieben und der Relegationsplatz 16 - darum geht es in der Fußball-Bundesliga nach 33 von 34 Spieltagen noch. Bisher ist nämlich nur die Entscheidung über die Meisterschaft gefallen, an drei anderen Stellen geht es in den abschließenden 90 Minuten der Saison noch um viel: Zunächst wird neben den bereits qualifizierten Klubs FC Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig noch ein vierter Starter für die Champions League gesucht.
VfB Stuttgart in der Pole Position
Im Kampf um Platz vier hat sich am Wochenende der VfB Stuttgart mit einer seiner stärksten Saisonleistungen die beste Ausgangsposition verschafft. Die Stuttgarter besiegten Bayer 04 Leverkusen mit 3:1 und verdrängten die Leverkusener vom vierten Rang.
"Wir haben als Team klug und leidenschaftlich verteidigt, aber mit viel Mut auch in der Offensive agiert. So kam Leverkusen gar nicht ins Spiel und wir konnten offensiv nachlegen", lobte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß. "Wir haben es jetzt weiter in der eigenen Hand, aber dennoch zählt am Ende nur die Tabelle nach dem 34. Spieltag."
Und da könnte die TSG Hoffenheim den Stuttgartern noch einen Strich durch die Rechnung machen. Die Hoffenheimer gewannen mit 1:0 gegen Werder Bremen und sind punktgleich hinter dem VfB Fünfter. Hoffenheim spielt am kommenden Wochenende bei Borussia Mönchengladbach, Stuttgart tritt bei Eintracht Frankfurt an.
Für Leverkusen sieht der Kampf um den Einzug in die Champions League dagegen einigermaßen hoffnungslos aus: Die Werkself hat nun drei Punkte Rückstand auf Stuttgart und Hoffenheim. Nur wenn beide ihre Spiele verlieren und die Leverkusener gleichzeitig ihr Heimspiel gegen den Hamburger SV gewinnen, können sie noch Vierter werden.
Tabelle der Fußball-Bundesliga nach dem 33. Spieltag:
Bor. Mönchengladbach | 35 Punkte | 38:53 Tore | -15
1. FC Köln | 32 Punkte | 48:58 Tore | -10
Werder Bremen | 32 Punkte | 37:58 Tore | -21
VfL Wolfsburg | 26 Punkte | 42:68 Tore | -26
1. FC Heidenheim | 26 Punkte | 41:70 Tore | -29
FC St. Pauli | 26 Punkte | 28:57 Tore | -29
"Immer wenn es eng wird, schaffen wir es nicht, mannschaftlich zusammen zu stehen", beklagte Bayer-Kapitän Robert Andrich nach der Niederlage in Stuttgart. "Wir müssen das letzte Spiel gewinnen und dann beten, um in die Champions League zu kommen."
Allerdings räumte er auch ein: "Wenn man sich die gesamte Saison anschaut, haben wir es durch solche Spiele wie heute auch nicht verdient, in der Königsklasse zu spielen."
Heidenheim verschafft sich letzte Chance
Einen noch engeren Dreikampf wird es am letzten Spieltag um den Klassenerhalt geben. Mit dem VfL Wolfsburg, dem 1. FC Heidenheim und dem FC St. Pauli liegen drei Klubs punktgleich am Tabellenende - nur einer von ihnen kann es auf den Relegationsplatz schaffen.
Die Heidenheimer erarbeiteten sich ihre Chance auf einen Verbleib in der Bundesliga durch einen 3:1-Auswärtserfolg beim 1. FC Köln. Gleichzeitig profitierten sie von der 0:1-Niederlage der Wolfsburger gegen den FC Bayern und der 1:2-Niederlage der Paulianer bei RB Leipzig.
"Hallo, wir sind auch noch da!" - Heidenheims Trainer Frank Schmidt hätte vor einigen Wochen selbst kaum noch dran geglaubtBild: Ulrich Hufnagel/dpa/picture alliance
"Auch mit dem Sieg heute kann man nicht davon ausgehen, dass wir automatisch nächstes Jahr Bundesliga spielen", sagte Heidenheims Trainer Frank Schmidt. "Aber wir haben die Chance dazu."
Pikanterweise treffen am 34. Spieltag St. Pauli und Wolfsburg im direkten Duell aufeinander. Die Heidenheimer, die sich bereits im Vorjahr durch die Relegation retteten, müssen gegen den FSV Mainz antreten. "Für den Fußball, für die Spannung, kann es nicht schöner sein. Wir haben Bock drauf. Wir werden versuchen, unsere beste Leistung zu zeigen", kündigte Schmidt an.
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Alles hängt vom SC Freiburg ab
Ebenfalls noch offen ist, wer die Bundesliga in der kommenden Saison in der UEFA Conference League vertritt - oder ob dort überhaupt ein Bundesligist antritt. Normalerweise spielt dort der Tabellensiebte, momentan der SC Freiburg. Allerdings verpassten die Freiburger es, sich diesen siebten Platz bereits definitiv zu sichern, weil sie mit 2:3 beim Hamburger SV verloren.
Mit einem Sieg hätte Freiburg die Europapokal-Teilnahme gesichert - doch nach der Niederlage in Hamburg bleibt es spannendBild: Philipp Szyza/xim.gs/picture alliance
Nun müssen sie die nötigen Punkte im abschließenden Spiel gegen RB Leipzig holen, um nicht noch von Eintracht Frankfurt (zu Hause gegen Stuttgart) oder dem FC Augsburg (auswärts bei Union Berlin) abgefangen zu werden.
Und falls das passieren sollte und Frankfurt oder Augsburg auf Rang sieben landen würden, hätte der SC Freiburg vier Tage nach dem letzten Bundesliga-Spieltag die Gelegenheit, alles wieder über den Haufen zu werfen.
Am 20. Mai tritt Freiburg nämlich im Finale der Europa League gegen Aston Villa an. Gewinnen die Freiburger das Endspiel, sind sie in der kommenden Saison in der Champions League dabei. Allerdings gäbe es dann keinen deutschen Starter in der Conference League und Frankfurt oder Augsburg gingen verspätet noch leer aus.
Ergebnisse und Torschützen des 33. Spieltags der Fußball-Bundesliga:
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 522 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 11. Mai 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 544 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 11. Mai 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
Bild: Imago Images
Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).