Fußball-Bundestrainer Julian Nagelsmann fehlen in der Nations League gegen Italien zahlreiche Top-Spieler. Er nimmt daher einen Debütanten und zwei lange abwesende Rückkehrer in seinen Kader auf.
Bundestrainer Julian Nagelsmann (2.v.l.) setzt im Mittelfeld gegen Italien wieder auf Bayerns Leon Goretzka (2.v.r.)Bild: Ulrich Hufnagel/picture alliance
Daher ist der 23-köpfige Kader der Fußball-Nationalmannschaft, den Nagelsmann nominiert hat, mit vielen Rückkehrern besetzt: Leon Goretzka vom FC Bayern München und Nadiem Amiri vom FSV Mainz 05 waren am längsten nicht beim DFB-Team dabei. Goretzka kam zuletzt im November 2023, Amiri im November 2020 im deutschen Trikot zum Einsatz.
Neben Goretzka und Amiri sind auch Karim Adeyemi (Borussia Dortmund), David Raum (RB Leipzig), Jamie Leweling, Deniz Undav und Angelo Stiller vom VfB Stuttgart sowie der Mainzer Jonathan Burkardt wieder im Kader, nachdem sie für die letzten Länderspiele im November gegen Bosnien-Herzegowina und in Ungarn nicht dabei waren.
Nadiem Amiri (l.) hat in dieser Bundesliga-Saison für Mainz sechs Tore geschossen und fünf Vorlagen gegeben Bild: Fabian Strauch/dpa/picture-alliance
Goretzka, der beim FC Bayern keine Zukunft mehr zu haben schien, sich aber wieder zum Stammspieler entwickelt hat, habe sich die Rückkehr "sportlich verdient", betonte Nagelsmann nach einem "klärenden Gespräch" und einem Treffen mit Goretzka. "Er hat sich aus einer sehr schweren Phase gut rausgekämpft und spielt wieder eine tragende Rolle. Wir hatten immer einen sehr, sehr guten Draht zueinander. Er ist ein sehr reflektierter, cleverer Spieler, der die Dinge gut einschätzen kann."
Yann Aurel Bisseck: DFB-Neuling aus Italien
Erstmals im Kader der deutschen Nationalmannschaft ist der frühere deutsche Junioren-Nationalspieler Yann Aurel Bisseck. Der 24-Jährige hatte 2017 mit 16 Jahren und 362 Tagen für den 1. FC Köln sein Bundesliga-Debüt gegeben, sich aber nicht dauerhaft durchsetzen können. Über Holstein Kiel sowie Leihstationen bei Roda Kerkrade in den Niederlande und bei Vitoria Guimaraes in Portugal landete er 2021 beim dänischen Klub Aarhus GF.
Dort fiel er den Scouts des italienischen Topklubs Inter Mailand auf, der den Abwehrspieler 2023 in die Serie A lotste. Bei Inter gehört Bisseck mittlerweile zum Stammpersonal. 2024 gewann er mit den Blau-Schwarzen die italienische Meisterschaft.
In der Champions League spielte Bisseck (l.) mit Inter Mailand schon gegen Leverkusen und trifft demnächst auf den FC BayernBild: Malte Ossowski/SVEN SIMON/picture alliance
Bissecks Eltern stammen aus Kamerun und kamen zum Studium nach Deutschland. Er selbst wurde im Jahr 2000 in Köln geboren und spielte von der U17 bis zur U21 für deutsche Junioren-Nationalteams. "Wir halten große Stücke auf ihn. Er hat sehr viel Talent und bringt sehr viel mit", sagte Nagelsmann über Bisseck.
Spiele in Mailand und Dortmund
Das DFB-Team trifft sich am Montag (17. März) in Dortmund. Das Hinspiel im Viertelfinale der UEFA Nations League findet am 20. März in Mailand statt. Das Rückspiel folgt drei Tage später in Dortmund (Anstoß jeweils 20.45 Uhr MEZ).
Sollte sich die deutsche Mannschaft gegen Italien durchsetzen, bedeutet das gleichzeitig, dass der Deutsche Fußball-Bund (DFB) das Final-Four-Turnier der Nations League ausrichten wird. Als Spielorte sind München und Stuttgart vorgesehen. Die beiden Halbfinalspiele sind für den 4. und 5. Juni angesetzt. Das Spiel um Platz drei und das Finale werden am 8. Juni ausgetragen.
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Der Kader im Überblick:
Tor: Oliver Baumann (TSG Hoffenheim), Alexander Nübel (VfB Stuttgart), Stefan Ortega Moreno (Manchester City)
Abwehr: Yann Bisseck (Inter Mailand), Joshua Kimmich (Bayern München), Robin Koch (Eintracht Frankfurt), Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart), David Raum (RB Leipzig), Antonio Rüdiger (Real Madrid), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)
Mittelfeld: Karim Adeyemi (Borussia Dortmund), Nadiem Amiri (FSV Mainz 05), Robert Andrich (Bayer Leverkusen), Leon Goretzka (Bayern München), Pascal Groß (Borussia Dortmund), Jamie Leweling (VfB Stuttgart), Jamal Musiala (Bayern München), Leroy Sané (Bayern München), Angelo Stiller (VfB Stuttgart)
Angriff: Jonathan Burkardt (FSV Mainz 05), Tim Kleindienst (Borussia Mönchengladbach), Deniz Undav (VfB Stuttgart)
Die erfolgreichsten Torjäger für Deutschland
Wer die entscheidenden Tore oder besonders viele Treffer erzielt, genießt bei den Fans besonderes Ansehen. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat einige große Torjäger gehabt - diese zehn waren am erfolgreichsten.
Bild: Reuters
Michael Ballack - 42 Tore
Zwischen vielen Stürmern ist Michael Ballack der torgefährlichste Mittelfeldspieler der deutschen Nationalelf. Zwischen 1999 und 2010 macht der "Capitano" 98 Länderspiele. Sein großes Manko: Einen Titel gewinnt Ballack nie. Das WM-Finale 2002 verpasst er wegen Gelbsperre, 2006 ist im Halbfinale Schluss. 2008 geht das Endspiel gegen Spanien verloren und 2010 fehlt Ballack wegen einer Verletzung.
Nach dem WM-Gewinn von 1954 beruft Bundestrainer Sepp Herberger den damals erst 17-jährigen Seeler ins Nationalteam. 1961 ist Seeler erstmals Kapitän. Der ewige HSV-Stürmer spielt bis 1970 für Deutschland und steht dabei insgesamt 72 Mal auf dem Platz. Sein berühmtestes Tor erzielt er 1970 im WM-Viertelfinale gegen England mit dem Hinterkopf (Foto).
Bild: Sven Simon/picture-alliance
Karl-Heinz Rummenigge - 45 Tore
Der spätere Vereinsboss des FC Bayern ist 1976 bei seinem Debüt im DFB-Team 21 Jahre alt. Er stürmt seit 1974 für die Münchener und ist bereits zweifacher Europapokalsieger. Rummenigge ist 1978 bei der WM dabei, gewinnt 1980 mit Deutschland die Europameisterschaft und führt das DFB-Team 1982 und 1986 als Kapitän ins WM-Finale, geht aber jeweils als Verlierer vom Platz.
Bild: Photoshot/picture alliance
Thomas Müller - 45 Tore
Der Weltmeister von 2014 und WM-Torschützenkönig von 2010 erlebt seine "zweite Karriere" in der Nationalelf. Im März 2019 sortierte Bundestrainer Joachim Löw Müller zum Unverständnis vieler Fans und Experten aus und "begnadigt" den vielseitigen Offensivspieler erst kurz vor der EURO im Jahr 2021. Auch bei der WM 2022 und der Heim-EM 2024 ist er dabei. Direkt nach dem Turnier tritt er zurück.
Bild: Jürgen Fromme /firo/augenklick/picture alliance
Jürgen Klinsmann - 47 Tore
Elf Jahre lang, von 1987 bis 1998, ist Jürgen Klinsmann Nationalspieler und bestreitet 108 Länderspiele. 1990 wird er Weltmeister, 1996 darf er als Kapitän den EM-Pokal aus den Händen der Queen entgegennehmen. Eines seiner herausragenden Länderspiele macht Klinsmann 1990 im WM-Achtelfinale gegen die Niederlande, als Deutschland den Europameister mit 2:1 besiegt (Foto).
Bild: Getty Images
Rudi Völler - 47 Tore
Ebenfalls 47 Treffer erzielt Klinsmanns langjähriger Sturmpartner, allerdings benötigt "Rudi Nazionale" nur 90 Länderspiele dafür. Völler trägt das DFB-Trikot von November 1982 bis Juli 1994 und nimmt in dieser Zeit an allen Turnieren teil. Der spätere Sportdirektor von Bayer Leverkusen steht mit dem DFB-Team 1986 im WM-Finale und verliert, vier Jahre später wird er Weltmeister.
Bild: imago-images/C. Bergmann
Lukas Podolski - 49 Tore
Mit dem Ball am Fuß lossprinten und überlegt ins lange Eck abschließen, auf diese Art und Weise erzielt Lukas Podolski einige seiner 49 Treffer im DFB-Dress. In Polen geboren hätte er auch für das dortige Nationalteam spielen können, entscheidet sich aber für Deutschland, für das er 130 Mal aufläuft. Von der EM 2004 bis zur EM 2016 ist er bei allen Turnieren dabei und wird 2014 Weltmeister.
Bild: Reuters/W. Rattay
Joachim Streich - 55 Tore
Der schnelle Angreifer ist einer der besten Rechtsaußen, die für ein deutsches Nationalteam gespielt haben. Streich erzielt seine 55 Tore zwischen 1969 und 1984 in 102 Länderspielen für die DDR-Auswahl. Er nimmt mit der DDR an der WM 1974 teil, fehlt aus taktischen Gründen aber ausgerechnet beim Duell mit dem "Klassenfeind" BRD. Die DDR gewinnt auch ohne ihren besten Torjäger mit 1:0.
Bild: WEREK/imago images
Gerd Müller - 68 Tore
Lange Zeit gilt seine Marke von 68 Länderspieltoren als unerreichbar. Müller, genannt der "Bomber der Nation", benötigt für seine 68 Treffer gerade einmal 62 Länderspiele, die er zwischen 1966 und 1974 bestreitet. Oft macht er die entscheidenden Tore - so auch den Siegtreffer im WM-Endspiel von 1974 (Foto), seinem letzten Auftritt im Trikot der Nationalmannschaft.
Bild: picture-alliance/dpa/P.Robinson
Miroslav Klose - 71 Tore
Drei Tore mehr als der "Bomber" erzielt Miroslav Klose in seinen 137 Länderspielen. Sein erstes Tor im DFB-Dress gelingt ihm gleich beim Debüt im März 2001. Kloses größter Erfolg: der Gewinn der WM 2014 in Brasilien. Anschließend tritt er aus der Nationalelf zurück. Klose ist mit 16 Treffern erfolgreichster WM-Torschütze aller Zeiten.