Fußball-WM 2026: Sechs Dinge, die Sie wissen müssen
4. Juni 2026
1. Drei Gastgeber, viele Spannungen
Diese Weltmeisterschaft wird die erste sein, die von drei Ländern - den USA, Kanada und Mexiko - gemeinsam ausgerichtet wird. Traditionell findet das Turnier in nur einem Land statt. Eine Ausnahme bildete das Jahr 2002, als Japan und Südkorea neue Wege beschritten, indem sie sich die Gastgeberrolle teilten.
Die drei Veranstalter der Fußball-WM 2026 pflegten bislang meist gute Beziehungen, doch seit Donald Trump seine zweite Amtszeit als US-Präsident begann, nehmen die Spannungen zu.
Trumps Drohungen, Kanada als "51. Bundesstaat" der USA zu annektieren, sowie Strafzölle haben die Stimmung zwischen den beiden historisch engen Verbündeten getrübt. Zwischen den USA und Mexiko herrscht in Bezug auf zahlreiche Themen Uneinigkeit, doch zuletzt sorgten Berichte für Unmut, dass die Trump-Regierung an detaillierten Plänen arbeite, US-Truppen und Geheimdienstmitarbeiter nach Mexiko zu entsenden, um gegen Drogenkartelle vorzugehen.
2. Mehr Mannschaften, mehr Spiele
Mit 48 teilnehmenden Mannschaften gibt es deutlich mehr Spiele - insgesamt 104 im Vergleich zu 64 bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar, als nur 32 Nationen am Start waren. Das Eröffnungsspiel bestreiten Mexiko und Südafrika am 11. Juni in Mexiko-Stadt.
Es wird zwölf Gruppen mit jeweils vier Mannschaften geben, im Vergleich zu acht vor vier Jahren. Die beiden besten Mannschaften jeder Gruppe sowie die acht besten Drittplatzierten ziehen in die Runde der letzten 32 ein. Diese zusätzliche K.o.-Runde wurde eingeführt, um die Anzahl der Mannschaften auf dem Weg zum Finale am 19. Juli in New Jersey zu reduzieren.
Mehr Mannschaften bedeuteten laut FIFA mehr Chancen für Nationen, zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein. Kap Verde, Curaçao, Jordanien und Usbekistan geben ihr Debüt, was die Fußball-Fans dieser Länder begeistert. Kritiker allerdings befürchten, dass die erhöhte Anzahl an Teams zu einem Rückgang der allgemeinen Spielqualität führen könnte.
3. Obligatorische Trinkpausen
Zwar sind Trinkpausen im Fußball nichts Neues, doch hat die FIFA angekündigt, dass bei allen WM-Spielen zwei solcher Pausen etwa 22 Minuten nach Beginn jeder Halbzeit eingelegt werden - unabhängig von den Wetterbedingungen.
Bisher waren die Schiedsrichter verpflichtet, 30 Minuten nach Beginn jeder Halbzeit Trinkpausen anzusetzen, aber nur wenn die Temperatur beim Anpfiff 31 Grad Celsius überstieg. Grund für die Änderung ist die Sorge, dass es in einigen Austragungsstädten wieder so heiß werden könnte, wie schon bei der Klub-Weltmeisterschaft im vergangenen Sommer in den USA.
Drei Minuten lang sollen die Unterbrechungen jeweils dauern. Da verwundert die Erlaubnis der FIFA nicht, dass die übertragenden Fernsehsender in dieser Zeit vom Spiel wegschalten und Werbung zeigen dürfen. Die WM-Spiele werden auf diese Weise effektiv in Viertel unterteilt und das kennt man in den USA schon von den beiden beliebtesten im TV übertragenen Sportarten Basketball und American Football.
4. Einhaltung der Menschenrechte?
Ein im März von Amnesty International veröffentlichter Bericht warnt davor, dass die Fußball-Weltmeisterschaft "erhebliche Risiken und Auswirkungen für Fans, Spieler, Journalisten, Arbeiter und lokale Gemeinschaften gleichermaßen" mit sich bringe.
Der Bericht kritisiert am schärfsten die Lage in den USA, in denen der Großteil der Spiele ausgetragen werden wird. Er beschreibt die Situation dort als "Menschenrechtsnotstand" und verweist auf ein, wie es heißt, "erkennbares Muster autoritärer Praktiken" im Land.
Besondere Besorgnis äußert der Bericht hinsichtlich des Verhaltens von ICE-Einwanderungsbeamten, die in einigen Bundesstaaten eingesetzt werden.
Amnesty weist unter anderem darauf hin, dass Mexiko als Reaktion auf die hohe Gewalt im Land 100.000 Sicherheitskräfte, darunter auch das Militär, mobilisiert habe.
Was Kanada betrifft, so äußert der Bericht Befürchtungen, dass Obdachlose aus den Städten verdrängt werden könnten, insbesondere in den Austragungsorten Vancouver und Toronto. Auch wird davor gewarnt, dass das Versammlungsrecht eingeschränkt werden könnte.
5. Hohe Reise- und Ticketkosten
Die großen Entfernungen machen das Reisen teuer, selbst für Fans aus Nordamerika. Die am weitesten voneinander entfernten Austragungsorte sind Vancouver und Miami - 4.500 Kilometer. Würde beispielsweise ein deutscher Fan seiner Mannschaft folgen wollen, müsste er allein für die Gruppenspiele 2.600 Kilometer zurücklegen, um von Houston über Toronto nach New Jersey zu gelangen.
Die Eintrittspreise sind sogar ein so großer Streitpunkt, dass die Fanorganisation Football Supporters Europe (FSE) bei der Europäischen Kommission eine Klage gegen die FIFA wegen "überhöhter Ticketpreise" für die Spiele eingereicht hat.
Einen Monat vor dem Eröffnungsspiel am 11. Juni waren die Eintrittskarten für die meisten Gruppenspiele noch im freien Verkauf. Die teuersten Tickets für das Eröffnungsspiel der USA gegen Paraguay in Los Angeles kosteten 3.499 Euro, während für einige weniger gefragten Spiele die günstigsten Plätze bei 327 Euro lagen.
Auf der FIFA-eigenen Wiederverkaufswebsite "FIFA Marketplace" wurden kürzlich Tickets für das Finale zu einem Preis von über 1,7 Millionen Euro angeboten.
FIFA-Präsident Gianni Infantino verteidigt derweil die Preisgestaltung und verweist auf die geringe Anzahl günstigerer Tickets, die treuen Fans der Nationalmannschaften über ihre Verbände zur Verfügung gestellt wurden. In Los Angeles erklärte Infantino, die hohen Preise spiegelten lediglich die Nachfrage in einem teuren Markt wider.
"Und wenn jemand ein Ticket für das Finale für zwei Millionen Dollar [rund 1,7 Millionen Euro] kauft, werde ich ihm persönlich einen Hotdog und eine Cola bringen, um sicherzustellen, dass er ein großartiges Erlebnis hat", versprach er.
6. Die Iran-Frage
Der Iran hat sich zum siebten Mal für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert, doch Probleme waren vorprogrammiert. Denn der Iran ist eines von vier qualifizierten Ländern, deren Bürger einem vollständigen oder teilweisen Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten unterliegen - wo alle seine Gruppenspiele ausgetragen werden sollen.
Gemäß Trumps Entscheidung sind die Mannschaften, ihre Trainer und Betreuer davon ausgenommen. Doch schon für Funktionäre des iranischen Fußballverbands scheint dies nicht zu gelten - ganz zu schweigen von den Fans.
Verschärft wurde sie Situation mit Beginn des wochenlangen Krieges der USA und Israels gegen den Iran. Der iranische Fußballverband drohte damit, seine Spiele in den USA zu "boykottieren". Trump erklärte später, dass es "um ihres eigenen Lebens und ihrer Sicherheit willen" nicht angebracht sei, dass der Iran dort anwesend sei.
Mittlerweile stimmte Mexiko einer Vereinbarung zu, wonach die iranische Mannschaft dort ein WM-Lager beziehen kann und nur für ihre beiden Spiele in Los Angeles sowie das weitere in Seattle die Grenze überqueren muss.
Dieser Artikel wurde aus dem englischen Original "2026 World Cup: 6 things you need to know" adaptiert.