1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
SportGlobal

Hansi Flick beweist ein goldenes Händchen

DW Kommentarbild Thomas Klein
Thomas Klein
27. November 2022

Nach der Auftaktniederlage gegen Japan zeigt sich Deutschland gegen Spanien stark verbessert. Grund für das erfolgreiche zweite WM-Spiel sind die Einwechslungen von Bundestrainer Flick, meint DW-Reporter Thomas Klein.

Alles richtig gemacht: Bundestrainer Hansi Flick setzte mit seinen Einwechslungen wichtige ImpulseBild: Christian Charisius/dpa/picture alliance

Erschöpft, aber zufrieden wirkten die Nationalspieler nach dem Schlusspfiff im Al-Bayt-Stadion nördlich von Doha. Deutschland hatte sich gegen Spanien gerade ein 1:1-Unentschieden erkämpft und hat damit nun weiter alle Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Gegen den stärksten Gruppengegner zeigte die DFB-Elf eine starke Reaktion auf die Auftaktniederlage gegen Japan.

Und das war auch nötig gewesen, denn die Kritik nach dem ersten WM-Spiel war deutlich - nicht nur die der Medien und der Fans. Die Spieler kritisierten sich gegenseitig, und auch Bundestrainer Hansi Flick musste sich unbequeme Fragen gefallen lassen. Hatte er mit seinen Auswechslungen gegen Japan doch für einen Bruch im deutschen Spiel gesorgt, als er den stark spielenden Ilkay Gündogan und Thomas Müller nach gut einer Stunde vom Platz genommen hatte.

Flick ändert seine Aufstellung

DW-Sportreporter Thomas KleinBild: Philipp Böll/DW

Doch Flick blieb vor dem Duell mit Ex-Weltmeister Spanien trotz der gefährlichen Ausgangslage ruhig, analysierte das Japan-Spiel und zog die richtigen Schlüsse aus der Niederlage - und seinen eigenen Fehlern. Dann baute er sein Team gleich auf mehreren Positionen um. Unter anderem musste der schwache Nico Schlotterbeck auf der Bank Platz nehmen und Niklas Süle rückte wieder in die Innenverteidigung. Die DFB-Elf wirkte so von Beginn an gefestigter und nahm die Zweikämpfe mit den Spaniern selbstbewusst an. Auch die Einstellung seiner Spieler schien gegen Spanien vom Anpfiff an eine andere zu sein. Offenbar hatte Flick in der Kabine die richtigen Worte gefunden und seine Mannschaft gut eingestellt.

Flick selbst war auch ein Aktivposten und nur selten auf seiner Trainerbank zu finden. Immer wieder gab er von der Seitenlinie Anweisungen und sorgte dann - nach dem Führungstreffer der Spanier - für die notwendigen Veränderungen: In der 70. Spielminute brachte er Niclas Füllkrug, Leroy Sané und Lukas Klostermann in die Partie, die fortan eine andere war.

Mut zur Veränderung wird belohnt

Die deutsche Elf drückte jetzt vehement nach vorne und zwang Spanien immer wieder zu Fehlern. Auch am Tor waren die "Neuen" entscheidend beteiligt: Über Sané und Musiala landete der Ball bei Füllkrug, der mit seinem ersten WM-Treffer das Unentschieden sicherte. "Die Wechsel haben uns noch einmal richtig Rückenwind gegeben", erklärte Thilo Kehrer nach dem Spiel, und auch Antonio Rüdiger lobte Flicks "goldenes Händchen".

Der Bundestrainer war bereits vor dem Spiel selbstbewusst vorangegangen und hatte angekündigt: "Nach dem Spiel gegen Spanien werden wir wissen, ob das DFB-Team noch zur Weltspitze gehört." Die Partie gegen den Weltmeister von 2012 hat nun gezeigt, dass die Flick-Elf auf Augenhöhe agieren kann und durchaus Potential hat, auch große Nationen wie Spanien zu schlagen. Es war eine klare Leistungssteigerung zum richtigen Zeitpunkt, die vor allem in Flicks Mut zu Veränderungen begründet ist und die Hoffnungen auf eine nun doch erfolgreiche WM in Katar am Leben erhält.