News kompakt: Proteste und Krawall überschatten WM-Auftakt
12. Juni 2026
Mit einer großen Show im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt hat die Fußballweltmeisterschaft der Männer in Nordamerika begonnen. Im anschließenden Auftaktspiel besiegte Gastgeber Mexiko das Team aus Südafrika mit 2:0.
Im Umfeld des Stadions kam es zu Protesten und auch Krawall. Demonstranten forderten Gerechtigkeit für mehr als 130.000 Vermisste, die vermutlich Opfer von Drogenkartellen wurden. Auch die seit Tagen demonstrierenden Lehrer waren bei den Protesten wieder dabei. Als das Spiel begann, durchbrachen einige Demonstranten die Absperrungen und lieferten sich am Stadion Handgemenge mit Sicherheitskräften. Die mexikanische Polizei setzte Tränengas ein und brachte berittene Polizisten in Stellung. Die Fußball-WM läuft noch bis zum 19. Juli. Sie wird von Mexiko, Kanada und den USA gemeinsam ausgerichtet.
SpaceX-Börsengang macht Elon Musk zum Billionär
An der Wall Street in New York kommt es zum größten Börsengang in der Geschichte der USA. Die Weltraumfirma SpaceX von Tech-Unternehmer Elon Musk verkauft ab diesem Freitag Aktien zum Ausgabepreis von 135 US-Dollar pro Stück. Das Unternehmen verspricht sich Einnahmen in Höhe von 75 Milliarden Dollar und steigert seinen Gesamtwert damit auf 1,77 Billionen Dollar - umgerechnet mehr als anderthalb Billionen Euro. Musk dürfte damit der weltweit erste Billionär werden.
Die Trägerraketen von SpaceX kommen bei der US-Raumfahrtagentur NASA zum Einsatz. Zum Unternehmen gehört auch das Internet-Satellitennetzwerk Starlink. Wegen Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz schrieb Musks Konzern zuletzt allerdings rote Zahlen.
Umstrittene Exekutionsmethode in Alabama
Das Oberste Gericht der USA hat eine Hinrichtung mittels Stickstoff gestoppt. Im Bundesstaat Alabama darf ein Todesurteil nun nicht auf diese Weise vollstreckt werden. Die Entscheidung des Supreme Courts in Washington fiel buchstäblich in letzter Minute. Eine untere Instanz hatte zuvor geurteilt, dass die Methode wahrscheinlich verfassungswidrig sei, weil sie zu großen Schmerzen führen könne. Ursprünglich sollte die Hinrichtung des zum Tode verurteilten Raubmörders bereits am Donnerstag stattfinden.
Das Urteil des Obersten Gerichts betrifft nur diese Exekution und ist kein generelles Verbot der Stickstoffmethode. Dabei werden auf einer Trage gefesselte Verurteilte gezwungen, mit einer Maske Stickstoff einzuatmen. Der Tod tritt durch Sauerstoffmangel ein. Die meisten Exekutionen in den USA werden durch Injektionen ausgeführt. Zulässig sind auch Hinrichtungen mit Strom und durch Erschießen.
Neuordnung der EU-Asylpolitik ist in Kraft
Von diesem Freitag an gelten europaweit neue Regeln im Umgang mit Geflüchteten. Die auf EU-Ebene jahrelang verhandelte Reform des Asylrechts soll Migration besser steuern und konsequentere Abschiebungen ermöglichen. Asylverfahren sollen künftig in den Ländern der Europäischen Union einheitlicher und schneller ablaufen.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, das reformierte Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) "leiste sichere Außengrenzen, Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten und effizientere Asyl- und Rückkehrverfahren". Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte am Donnerstag, die Reform sei "der bedeutendste Schritt zur Lösung des Problems". Die Migrationswende sei eingeleitet - "national und europäisch". Es gebe bereits einen klaren Rückgang der "irregulären Migration", so Merz.
Papst Leo fordert Respekt und Schutz für Migranten
Der Papst hat Europa davor gewarnt, sich an den Tod von Migranten auf den Fluchtrouten über das Meer zu gewöhnen. Bei einem Besuch am Hafen von Arguineguín auf Gran Canaria gedachte Leo XIV. denjenigen, die beim Versuch ums Leben kamen, die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln auf dem Seeweg zu erreichen.
Der Papst mahnte zudem Rettung und Hilfe für Menschen in Not sowie echte Zusammenarbeit im Kampf gegen Menschenhändler an. Es reiche nicht aus, Ankünfte zu verwalten, Zahlen zu verteilen, Grenzen zu verstärken oder Todesfälle zu beklagen, wenn sie bereits eingetreten seien. Das Oberhaupt der katholischen Kirche forderte "sichere und legale Wege" für Migration. Die Kanaren sind seit vielen Jahren ein zentraler Anlaufpunkt für Menschen, die von der westafrikanischen Küste aus über den Atlantik nach Europa gelangen wollen.
EZB hebt Leitzins wieder an
Erstmals seit fast drei Jahren erhöht die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins. Grund ist die stark gestiegene Inflation. Die Währungshüter setzten den Einlagensatz am Donnerstag von 2,0 auf 2,25 Prozent herauf. Über ihn steuert der EZB-Rat maßgeblich seine Geldpolitik. Auch die Tages- und Festgeldzinsen für Sparer orientieren sich daran. Durch den Krieg im Nahen Osten entstehe Druck auf die Inflation, begründete die Notenbank in Frankfurt am Main ihren Schritt. Durch die stark gestiegenen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs lag die Teuerungsrate im Euroraum zuletzt mit 3,2 Prozent deutlich über dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent.
Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen in Deutschland (BGA), Dirk Jandura, hält die Zinserhöhung "zum jetzigen Zeitpunkt" für verfrüht. Die deutsche Wirtschaft kämpfe mit einer schwachen Nachfrage, zurückhaltenden Investitionen und hohen Kostenbelastungen, erläuterte Jandura. Höhere Zinsen könnten die Finanzierung von Investitionen zusätzlich verteuern.
AR/se/as (dpa, afp, rtr, epd, ap)
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