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Gesellschaft

Fuchs stiehlt über hundert Schuhe in Berlin

Kate Martyr ie
31. Juli 2020

Auf mysteriöse Weise verschwanden im Stadtteil Zehlendorf zuletzt immer mehr Schuhe. Nur durch Zufall konnte ein Bewohner das Rätsel lösen: Der überführte Übeltäter ist ein kleptomanischer Fuchs.

Deutschland Fuchs in Berlin
Bild: Getty Images/AFP/O. Andersen

In der Hauptstadt hat ein Fuchs um die hundert Schuhe gemopst, die Bewohner etwa vor der Haustür oder im Garten stehengelassen hatten. Wie lokale Medien berichteten, nahm er im Stadtteil Zehlendorf alles mit, was er fand - von Lederschuhen bis hin zu Badelatschen.

Auch wenn das Ausmaß des tierischen Diebstahls wohl eher ungewöhnlich ist, hat Berlins Wildtierbeauftragter Derk Ehlert eine Erklärung für das Beuteschema des Fuchses. Der "Berliner Zeitung" erklärte Ehlert, Jungfüchse, die gerade zu dieser Zeit im Jahr vermehrt unterwegs seien, "finden Dinge aus Leder toll. Leder ist totes Tier und riecht danach. Damit zeigen sie, dass sie auch schon an der Jagd teilnehmen können." An Gummischuhen wiederum seien es der menschliche Schweiß und die darin enthaltenen Salze, die für die Jungtiere anziehend seien.

Auf frischer Tat ertappt

Wie der "Tagesspiegel" zuerst berichtete, wurde der Zehlendorfer Fuchs durch einen Bewohner enttarnt. Christian Meyer hatte einen seiner Laufschuhe vermisst, der auf der Terrasse gestanden hatte. Er stellte dann Nachforschungen auf der Nachbarschafts-Plattform "nebenan.de" an - wodurch sich herausstellte, dass er nicht der Einzige in der Gegend war, dessen Schuhe verschwunden waren.

Später entdeckte Meyer den Fuchs - sowie jede Menge vermisster Schuhe - auf einer nahegelegenen Brache. Es gelang ihm sogar, ein Beweisfoto des Übeltäters mit frischer Beute im Maul zu schießen; einem Paar blauer Flipflops. Ein weiteres Bild zeigt die Ausmaße des füchsischen Schuh-Fetischs - und dass er es offenbar bunt mag.

Die vorgefundenen Schuhe sollen indes nur leicht angeknabbert gewesen sein - es ging dem Tier wohl vorrangig um den Kick des Klauens an sich. Drei Schuhpaare fanden Medien zufolge durch Meyers Kriminalarbeit den Weg zurück zu ihren Besitzern. Seinen eigenen Laufschuh habe der Mann aber in dem Wust auf der Brache leider nicht wiederfinden können.

Zehlendorfs kleptomanischer Fuchs ist mittlerweile eine kleine Berühmtheit geworden - unter anderem wurde ihm ein eigenes Twitter-Profil namens "Der_Schuhklau_Fuchs" gewidmet, auf dem nun fleißig satirischer Fuchs-Content verbreitet wird.

Außer um ihre Schuhe und vielleicht um andere vergleichbare Gegenstände müssen sich Menschen wegen des Fuchses übrigens keine Sorgen machen. Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) geht von dem in der Hauptstadt besonders verbreiteten Tier keine unmittelbare Gefahr aus. Füchse würden Menschen normalerweise nicht angreifen, durch flächendeckende Impfköder sei in Deutschland zudem die Tollwut bei ihnen ausgerottet worden. Die Gefahr, sich mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, sei ebenfalls sehr gering.

 

Kate Martyr Author
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