Bereits zum 23. Mal kämpften am Sonntag mehrere Teams um den Titel des deutschen Grillmeisters. Mit bis zu sechs Gängen mussten sie beweisen, dass sie mehr können, als Rostbratwurst und Schweinenackensteak zu grillen.
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60 Kilo - so viel Fleisch verzehrt laut dem Deutschen Fleischer-Verband jeder Deutsche pro Jahr. Im Sommer ist vor allem Fleisch vom Grill beliebt. Unangefochtener Klassiker ist hier das Schweinenackensteak. Aber auch ausgefallenere Fleischspezialitäten landen immer häufiger auf dem Rost.
Die 17 Profi- und 21 Amateurteams der 23. Grillmeisterschaften in Fulda etwa mussten ihr Können bei der Zubereitung eines Brisket vom deutschen Red-Heifer-Rind, eines edlen Duroc Tomahawk (Schweinerücken), einer Rhön-Forelle und vegetarischer Kost unter Beweis stellen. Ein weiterer Gang war dem Lieblingsgericht des Teamchefs vorbehalten ("Chef's Choice"). Den letzten Gang bildete - ganz klassisch - das Dessert.Die insgesamt sechs Gänge der Profis und vier Gänge der Amateure beurteilte schließlich eine rund 140-köpfige geschulte Jury. Insgesamt waren 12.000 Euro Preisgeld ausgesetzt. Der Gewinner darf sich mit dem Titel "Deutscher Grillmeister" schmücken. Und diesen Titel errang ein Bayer.
Grillmeister Dirk Poerschke - So sehen Sieger aus!Bild: picture-alliance/dpa/S. Pförtner
Das Auge isst bekanntlich mit: Liebevoll richten die Grillmeister ihre Gänge an.Bild: picture-alliance/dpa/F. Rumpenhorst
Dirk Poerschke aus dem unterfränkischen Sennfeld sicherte sich mit seinem "BBQ Team Los Grillos" die Krone des Grillkönigs. Er servierte unter anderem Variationen aus der Rinderbrust, glasiert mit Himbeer-Pflaumen-Sauce. Sein bester Gang war vegetarisch: Paprika-Zucchini-Röllchen auf Ricotta-Polenta-Keks mit lauwarmem Lauch-Fenchel-Salat und Grünkern-Croutons. Schon bei der Weltmeisterschaft 2017 holte er sich mit einem Veggie-Gericht den Titel.
Die Grillmeisterschaft wird von der German Barbecue Association ausgetragen, einem 1996 gegründeten Verein, der das "freizeitliche Grillen in Deutschland aktiv fördern, das Niveau auf dem Rost" steigern und "die Qualität von Grillgerät und -zubehör" optimieren will.
bb/hin/ack (dpa, www.gbaev.de)
Was es auf einer deutschen Grillparty eher nicht zu essen gibt
Wie grillen die Deutschen? Wenn Deutsche den Grill rausholen, dann kann man was erleben, hat DW-Autorin Kate Müser festgestellt. Die US-Amerikanerin zu Klischee und Wahrheit deutscher Grillabende.
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Burger
Hamburger wurden zwar ursprünglich nach den Einwohnern der Hansestadt genannt, aber die beliebten Rinderfrikadellen sucht man auf deutschen Grillpartys (meist) vergeblich. Stattdessen sind Wurst und Schweinefleisch in allen erdenklichen Variationen besonders beliebt bei deutschen Grillmeistern.
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"Buns"
In Nordamerika serviert man Burger und Hot Dogs im passend geformten Brötchen. Obwohl Wurst auf deutschen Grills durchaus verbreitet ist, gibt es keine dazu gehörenden Buns. Im Wurstimbiss kriegt man zwar ein rundes Brötchen, aus dem die Bratwurst auf beiden Seiten rausguckt, aber auf Grillpartys wird Wurst zumeist mit Messer und Gabel gegessen - ohne Brot.
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Ketchup
Klar essen Deutsche Ketchup zum Grillgut - aber nicht irgendein Ketchup. Beliebter als die langweilige normale Sorte ist Curryketchup. Es ist praktisch die wichtigste Zutat auf jedem deutschen Grillfest und begleitet jedes Fleisch von der Bratwurst bis zur Hähnchenbrust. Die Curryketchup-Flasche steht oft neben einer bunten Sammlung von anderen Saucen wie Cocktail, Chili und BBQ.
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Gasgrill
Grillen ist eine Lieblingsbeschäftigung der Deutschen. Fast in jedem Haushalt steht einer. Zwei von drei Grillmeistern schwören auf einen Holzkohlegrill, sagt eine Umfrage. Auf Platz zwei rangiert der Gasgrill. Holzkohlegrills sind zwar schmutziger und langsamer, dafür kosten sie weniger und sorgen für den klassischen Rauchgeschmack.
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Slow Food
Von Texas bis Argentinien ist Grillen keine schnelle Angelegenheit, sondern kann Stunden oder sogar Tage dauern. Das Ergebnis - etwa Pulled Pork oder Spareribs - ist es wert. In Deutschland ist die Wurst in wenigen Minuten essbereit. Die Deutschen sind Profis, was Schnellgrillen angeht. Also guten Appetit!
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Sauerkraut
Deutsche essen morgens, mittags, abends Sauerkraut - richtig? Nein, das ist wirklich ein Klischee. Richtig ist: Der gesäuerte Weißkohl hat besonders in Süddeutschland viele Freunde. Hier verzehrt man ihn hauptsächlich in den kalten Monaten zu deftigen Fleisch- oder Wurstgerichten. Aber auf einer sommerlichen Grillparty? Da sucht man Sauerkraut vergeblich.
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Vegetarisches
Die Zeiten ändern sich: Immer mehr Pflanzliches gelangt auf den Grill, angefangen bei Gemüsepfannen bis hin zum Nachtisch - aber Fleisch wird immer noch am häufigsten gegrillt. Damit nicht genug: Häufig kommt Fleisch auch in die Beilagen. Da wirft der Deutsche schon mal Fleischwurst in den Nudelsalat oder Speck in den Kartoffelsalat.
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Schwarzbrot
Deutschland ist weltberühmt für seine dunklen Brotsorten wie Schwarzbrot oder Pumpernickel und Co. Und Deutsche lieben ihr Brot so sehr, dass sie es sowohl zum Frühstück als auch zum Abendbrot verspeisen. Aber Schwarzbrot auf einer Grillparty? Keine Chance. Da greifen die Deutschen eher zu den weißen Brotsorten wie französisches Baguette oder türkisches Fladenbrot.
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Kuchen und Torten
Neben Bier und Brot probieren Deutschland-Besucher auch schon mal Kuchen und Torten. Wer aber glaubt, eine Schwarzwälder Kirschtorte eigne sich als Mitbringsel für die Grillparty, der sollte mit erstaunten Blicken rechnen. Mächtige Torten serviert man eher nachmittags. Abends nach einem üppigen Grillfest kommt dann etwas Leichtes auf den Tisch - zum Beispiel Quark mit Obst.