Trotz Leichtsinnigkeit zum Schluss gewinnt Bayern München und setzt sich von Borussia Dortmund ab. In Wolfsburg und Bremen wird es im Abstiegskampf immer finsterer. Der Rückblick auf den 23. Spieltag.
Da war noch alles in Ordnung: Harry Kane trifft und Bayern führt 3:0 - doch so blieb es nichtBild: Midori Ikenouchi/HB-Press-Agency/picture alliance
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Einen Spieltag vor dem Bundesliga-Klassiker zwischen Verfolger Borussia Dortmund und Tabellenführer FC Bayern München hat das vermeintliche Duell um die Meisterschaft ein wenig an Brisanz verloren.
Während sich die Bayern am 23. Spieltag knapp und etwas glücklich mit 3:2 gegen Eintracht Frankfurt durchsetzen konnten, kam der BVB bei RB Leipzig nicht über ein 2:2 hinaus. Daher beträgt der Rückstand der Dortmunder vor dem direkten Duell am kommenden Samstag (Anstoß 18:30 Uhr MEZ) nun acht Punkte.
Dortmund im Glück, Bayern nachlässig
Dortmund hatte Glück, überhaupt noch etwas mitzunehmen. Nach 0:2-Rückstand schaffte der BVB erst tief in der Nachspielzeit den Ausgleich. Trainer Niko Kovac sah trotzdem eher das Positive: "Was in der zweiten Halbzeit passiert ist, ist Mentalität. Das ist Klasse, das ist Wiederaufstehen", sagte er. "Deswegen haben wir uns den Punkt auch verdient."
Gut gezielt: BVB-Stürmer Fabio Silva rettet Borussia Dortmund mit seinem Tor einen PunktBild: Marco Steinbrenner/DeFodi Images/picture alliance
Der FC Bayern hätte die drei Punkte gegen Frankfurt nach gutem Start dagegen fast noch verspielt. Nach komfortabler 3:0-Führung kam Frankfurt durch einen Foulelfmeter und einen Abwehrfehler der Münchener zu zwei Toren und hatte bis zum Schluss weitere Chancen.
"Daraus müssen wir lernen", meinte Bayerns Jungstar Jamal Musiala. "Für unsere Ziele dürfen wir solche Momente nicht haben. Zum Glück haben wir die drei Punkte geholt."
Verfolger treten auf der Stelle
Für die vier Klubs hinter dem Führungsduo, die um den Einzug in die Champions League kämpfen, lief es insgesamt nicht rund am 23. Spieltag: Wie die Leipziger holte auch die TSG Hoffenheim nur einen Punkt. Das Spiel beim 1. FC Köln endete 2:2.
In einem turbulenten Spiel kam auch der VfB Stuttgart nicht über ein Unentschieden hinaus. Die Stuttgarter schafften durch ein spätes Tor von Nationalspieler Deniz Undav nur ein 3:3 bei Tabellenschlusslicht 1. FC Heidenheim.
"Es war ein intensives Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten. Für uns war es ein unglücklicher Spielverlauf", sagte VfB-Spieler Maximilian Mittelstädt anschließend. "Wir haben genau das erwartet, Heidenheim macht es gut, sie kämpfen mit allem, was sie haben", betonte sein Teamkollege Ermedin Demirovic.
Die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga nach 23 Spieltagen:
FC Bayern München 60 Punkte | 85:21 Tore | +64
Borussia Dortmund 52 Punkte | 49:22 Tore | +27
TSG 1899 Hoffenheim 46 Punkte | 49:30 Tore | +19
VfB Stuttgart 43 Punkte | 44:32 Tore | +12
RB Leipzig 41 Punkte | 44:32 Tore | +12
Bayer 04 Leverkusen 39 Punkte | 43:28 Tore | +15
Gänzlich leer ging Bayer 04 Leverkusen bei Union Berlin aus. Zwar hatten die Leverkusener am Ende 36 Flanken geschlagen und 16 Mal aufs Union-Tor geschossen, aber der Ball wollte nicht rein. Berlin nutzte dagegen eine Unaufmerksamkeit und erzielte den entscheidenden Treffer.
"Den einen Fehler, den der Gegner angeboten hat, haben wir genutzt", analysierte Union-Trainer Steffen Baumgart nach dem ersten Sieg seiner Mannschaft im Jahr 2026. "Am Ende haben wir es mit Glück, Können und viel Einsatz über die Ziellinie gebracht und freuen uns natürlich über den Sieg."
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Wolfsburg am Ende desolat
Immer enger wird es im Kampf gegen den Abstieg: Zwischen dem FSV Mainz 05 auf Rang 13 (22 Punkte) und Werder Bremen (19) auf dem vorletzten Platz liegen nur drei Punkte. Mainz trennte sich vom Hamburger SV 1:1. Für Borussia Mönchengladbach (22) und den VfL Wolfsburg (20) gab es bittere Niederlagen.
Während die Gladbacher mit 1:2 beim SC Freiburg unterlagen, gaben die Wolfsburger das Spiel gegen den FC Augsburg in den letzten Minuten aus der Hand und verloren durch einen Treffer in letzter Sekunde mit 2:3.
Ausgerechnet: Der Ex-Wolfsburger Elvis Rexhbecaj trifft für Augsburg zum Sieg gegen seinen Ex-KlubBild: Swen Pförtner/dpa/picture alliance
"Natürlich passt das alles", freute sich Augsburgs Siegtorschütze Elvis Rexhbecaj, der früher selbst in Wolfsburg gespielt hatte. "Familie ist da, Freunde sind hier, alte Heimat. Wenn man dann in der 90.+7 das Tor macht, dann ist es natürlich super, super schön."
Wolfsburgs Trainer Daniel Bauer sprach seinem Team dagegen die Reife für die Bundesliga ab. "Es ist einfach unglaublich naiv", meinte der Coach nach dem sechsten Bundesligaspiel in Serie ohne Sieg. "Wenn wir uns da nicht ganz dringend steigern, dann wird das ganz, ganz schwierig für uns."
Werder Bremen rutscht ab
St. Pauli feierte einen wichtigen 2:1-Sieg im direkten Abstiegs-Duell gegen die Bremer. "Es war intensiv, es war schwierig, aber in der zweiten Halbzeit haben wir wirklich gezeigt, dass wir das Spiel gewinnen wollen", meinte Pauli-Verteidiger Eric Smith.
Pech im Abstiegskampf: Bremens Torhüter Mio Backhaus rutscht der Ball beim 1:0 für St. Pauli durch die FingerBild: Burghard Schreyer/kolbert-press/picture alliance
In der Tabelle tauschten die beiden Klubs die Plätze. Pauli schob sich vor auf den den Relegationsplatz, Bremen steht als 17. nun auf einem Abstiegsplatz. Für Werder-Trainer Daniel Thioune war es die dritte Niederlage im dritten Spiel.
Ergebnisse und Torschützen des 23. Spieltags der Fußball-Bundesliga:
FC Bayern München - Eintracht Frankfurt 3:2 (2:0)
Tore: 1:0 Pavlovic (16.), 2:0 Kane (20.), 3:0 Kane (68.), 3:1 Burkardt (77./Foulelfmeter), 3:2 Kalimuendo (86.)
FC St. Pauli - Werder Bremen 2:1 (0:0)
Tore: 1:0 Wahl (55.), 1:1 Milosevic (62.), 2:1 Fujita (70.)
Die Rekordspieler der Fußball-Bundesliga
Seit Bundesliga-Gründung 1963 haben Tausende Spieler in Deutschlands bester Fußball-Liga gespielt, einige mehr als zehn oder 15 Jahre. Diese Profis haben die meisten Einsätze im deutschen Fußball-Oberhaus gesammelt.
Bild: Peter Schatz/dpa/picture alliance
Bernard Dietz - 495 Spiele
Dietz läuft von 1970 bis 1982 für den MSV Duisburg und anschließend fünf Jahre lang für Schalke 04 als Abwehrspieler und Defensivstratege auf. Mit 77 Bundesliga-Toren ist er der torgefährlichste Verteidiger der Liga-Historie. Einen Titel auf Vereinsebene gewinnt "Enatz", wie Dietz liebevoll genannt wird, nie. Aber er ist Teil des DFB-Teams, das 1980 in Rom gegen Belgien den EM-Titel holt.
Bild: Werner Otto/United Archives/picture alliance
Stefan Reuter - 502 Spiele
Der Abwehrspieler hat mit dem 1. FC Nürnberg (1984-1988), dem FC Bayern (1988-1991) und Borussia Dortmund (1992-2004) drei Stationen in der Bundesliga. Nach seiner Zeit in München spielt Reuter eine Saison für Juventus Turin. Er wird insgesamt fünfmal deutscher Meister und gewinnt 1997 mit dem BVB die Champions League. Mit der Nationalmannschaft wird er Welt- und Europameister (1990 und 1996).
Bild: Bjoern Hake/ULMER/picture-alliance
Thomas Müller - 503 Spiele
Der Offensivspieler kommt mit zehn Jahren zum FC Bayern und wird dort im Sommer 2008 zum Bundesliga-Spieler. Der Weltmeister von 2014 gewinnt mit den Bayern alles, was es zu gewinnen gibt: 13 Meistertitel, sechs DFB-Pokalsiege dazu je zweimal die Champions League und die Klub-WM. Im Sommer 2025 bekommt der Bundesliga-Rekordspieler der Bayern keinen Vertrag mehr und wechselt nach Vancouver.
Bild: Thomas Hiermayer/DeFodi Images/picture alliance
Uli Stein - 512 Spiele
Der Torhüter ist ein Enfant terrible. Stein eckt mehr als einmal an: Bei der WM 1986 fliegt er nach einem Disput mit Teamchef Beckenbauer aus der DFB-Elf. In der Liga wird er wegen eines Faustschlags ins Gesicht von Bayern-Stürmer Jürgen Wegmann gesperrt. Wegen Schiedsrichterbeleidigungen sieht er mehrfach die rote Karte. Er spielt für den HSV, Frankfurt und Bielefeld in der Bundesliga.
Bild: Imago Images
Oliver Baumann - 516 Spiele*
Der Torhüter wird beim SC Freiburg ausgebildet und dort im Mai 2010 auch zum Bundesliga-Profi. Nach 147 Bundesliga-Einsätzen für den SC wechselt Baumann 2014 zur TSG Hoffenheim und ist dort seitdem die Nummer eins. Im Oktober 2024 debütiert er mit 34 Jahren im DFB-Team, im November 2025 macht er sein 500. Bundesligaspiel. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance
Michael Lameck - 518 Spiele
Michael Lameck ist eine treue Seele. Der Verteidiger bestreitet all seine Bundesliga-Spiele im Trikot des VfL Bochum. Bei dessen Fans genießt "Ata" auch heute noch Kult-Status. Seinen Spitznamen trägt Lameck übrigens, weil er als Kind auf schwarzen Aschenplätzen kickt und seine Mutter ihn anschließend stets mit dem gleichnamigen Putzmittel wieder sauber schrubben muss.
Bild: Imago Images
Willi Neuberger - 520 Spiele
Es gibt kaum eine Position, auf der Willi Neuberger in seinen 17 Profijahren bei Borussia Dortmund, Werder Bremen, dem Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt nicht spielt. Seine Vielseitigkeit ist in der Bundesliga sein Trumpf, in der Nationalelf kommt er aber nur zu zwei Einsätzen. Neuberger ist zwei Jahre lang Rekordspieler der Bundesliga, ehe er 1985 von Klaus Fichtel überholt wird.
Bild: Imago Images
Eike Immel - 534 Spiele
Schon mit 17 Jahren steht Immel bei Borussia Dortmund im Bundesliga-Tor. Er bestreitet 247 Spiele für den BVB und wechselt dann zum VfB Stuttgart, mit dem er 1992 deutscher Meister wird. Immel ist auf dem besten Weg, Karl-Heinz Körbel als Rekordspieler einzuholen, wird 1995 aber vom neuen VfB-Trainer Rolf Fringer als Torwart Nummer zwei auf die Bank gesetzt und wechselt zu Manchester City.
Bild: Imago Images
Klaus Fischer - 535 Spiele
Egal ob für 1860 München, Köln, Schalke oder Bochum - Klaus Fischer trifft immer. Mit 268 Bundesliga-Toren ist Fischer hinter Gerd Müller (365) und Robert Lewandowski (312) drittbester Torjäger der Liga-Historie. Fischers Spezialität ist der Fallrückzieher. Seine beste Zeit erlebt der gebürtige Bayer beim FC Schalke, ist dort 1972 allerdings auch in den Bundesliga-Skandal verstrickt.
Bild: Imago Images
Manuel Neuer - 542 Spiele*
Sein Bundesliga-Debüt gibt Neuer mit 20 Jahren im August 2006 als Ersatz des verletzten Schalker Stammtorhüters Frank Rost. Wenig später wird er selbst die Nummer eins. Nach 156 Bundesliga-Partien für S04 wechselt Neuer 2011 zum FC Bayern. Dort lehnen ihn die Ultras zunächst ab, später lieben sie ihn. Neuer sammelt etliche Titel und ist ab 2017 sogar Kapitän. (*Stand: 23. März 2026)
Bild: Wolfgang Schneble/SvenSimon/picture alliance
Mirko Votava - 546 Spiele
Als Kind kommt der gebürtige Tscheche 1968, kurz vor dem Prager Frühling, mit seiner Familie nach Deutschland. Hier lernt er das Fußballspielen und spielt in der Jugend von Borussia Dortmund. Beim BVB wird Votava 1976 auch zum Profi. Nach drei Jahren bei Atletico Madrid, wechselt er 1985 zurück in die Bundesliga, zu Werder Bremen, wo er zweimal deutscher Meister (1988, 1993) wird.
Bild: Imago Images
Klaus Fichtel - 552 Spiele
Klaus Fichtel, der wegen seines Nachnamens den Spitznamen "Tanne" trägt, ist vor allem eines: verlässlich. Beim FC Schalke 04 und Werder Bremen organisiert er die Abwehr und ist in seiner Zeit einer der besten Defensivspieler der Bundesliga. Mit 43 Jahren, sechs Monaten und drei Tagen ist Fichtel bei seinem Abschied 1988 der älteste Spieler, der je in der Bundesliga auf dem Platz steht.
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Oliver Kahn - 557 Spiele
Kein Torwart steht in der Bundesliga so oft zwischen den Pfosten wie der "Titan". Nur Manuel Neuer sammelt als Torwart mehr Titel als er. Kahn, der seine Bundesliga-Karriere 1987 beim Karlsruher SC beginnt, wird mit dem FC Bayern achtmal deutscher Meister, sechsmal Pokalsieger, gewinnt die Champions League, den UEFA-Pokal und den Weltpokal. 2008 beendet er seine Karriere.
Bild: picture-alliance/dpa
Manfred Kaltz - 581 Spiele
Sein Markenzeichen ist die "Bananenflanke", eine im Bogen vor das Tor gezogene, hohe Hereingabe. Da beim HSV meist "Kopfballungeheuer" Horst Hrubesch der Abnehmer ist, bereitet "Manni" Kaltz zahlreiche Tore vor. Dank guter Freistoß- und Elfmeter-Künste ist er aber auch 76-mal selbst erfolgreich. Sechsmal trifft er auch ins eigene Netz. Mit dem HSV wird Kaltz dreimal Meister (1979, 1982, 1983).
Bild: Imago Images
Karl-Heinz Körbel - 602 Spiele
Der Verteidiger kommt 1972 als 17-Jähriger zu Eintracht Frankfurt und spielt seine gesamte Profi-Karriere hindurch für keinen anderen Verein. Er trägt das Frankfurter Trikot bis 1991 und erzielt 45 Bundesliga-Tore. "Charly" Körbel wird zwar nie deutscher Meister, gewinnt mit der Eintracht aber viermal den DFB-Pokal (1974, 1975, 1981, 1988) und einmal den UEFA-Cup (1980).