Warum die Fußball-Bundesliga nur noch Durchschnitt ist
Stefan Nestler
15. August 2025
Florian Wirtz, Thomas Müller, Kingsley Coman - die Stars kehren der Bundesliga den Rücken. Neue schillernde Spielerpersönlichkeiten fehlen weitgehend zum Start der neuen Saison. Hat die Liga ein Problem?
Zwei Stars, die die Bundesliga verlassen haben: Florian Wirtz (l.) und Jeremie Frimpong (r.)Bild: Anke Waelischmiller/SVEN SIMON/picture alliance
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Es ist ein richtiger Aderlass an Stars, den die Fußball-Bundesliga in der anstehenden Saison 2025/26 verkraften muss. Der derzeit aufregendste deutsche Spieler, Florian Wirtz, wechselte von Bayer 04 Leverkusen nach England zum FC Liverpool. Thomas Müller, Legende des FC Bayern und Sympathieträger im ganzen Land, lässt seine Karriere bei den Vancouver Whitecaps in Kanada ausklingen.
Und Kingsley Coman, der den Bayern 2020 mit seinem Siegtor gegen Paris St. Germain den bis dato letzten Champions-League-Titel bescherte, verabschiedet sich nach zehn Jahren aus München und verdient künftig sein Geld bei Al-Nassr. Das ist der Verein aus Saudi-Arabien, für den auch Portugals Superstar Cristiano Ronaldo spielt.
Stars gehen - Talente kommen
Supertalent Wirtz und die beiden Ex-Weltmeister des FC Bayern sind allerdings nur ein kleiner Teil einer großen Abwanderungswelle, die den Verantwortlichen der Bundesliga die Sorgenfalten auf die Stirn treiben müsste. Spieler, die sich in der besten Phase ihrer Karriere befinden, zieht es weg aus Deutschlands bester Fußballliga.
Leverkusens Flügelflitzer Jeremie Frimpong und Frankfurts Torjäger Hugo Ekitiké sind ebenfalls nach Liverpool gewechselt. Tuta (26, Frankfurt) und Enzo Millot (23, Stuttgart) waren Leistungsträger ihrer Klubs - der Brasilianer spielt nun in Katar, der Franzose in Saudi-Arabien. Und Bremens Stürmer Marvin Duksch, immerhin ein Kandidat für die deutsche Nationalmannschaft, tritt künftig lieber für Birmingham City in der englischen 2. Liga an als in der Bundesliga. Die Reihe ließe sich fortsetzen.
Enzo Millot (l.) und Tuta (r.) haben die Bundesliga in Richtung Saudi-Arabien und Katar verlassen Bild: Tom Weller/dpa/picture alliance
Als Ersatz nehmen die deutschen Topvereine keine anderen Stars, sondern Talente aus dem Ausland unter Vertrag. Junge Spieler, die bei ihren Klubs in England, Spanien oder Frankreich nicht zum Zuge kommen oder die Bundesliga als nächste Entwicklungsstufe in ihrer Karriere sehen - möglicherweise, um sie in einigen Jahren, dann als "fertige Spieler", wieder zu verlassen.
Beispiele sind Leverkusens Neuzugänge Jarell Quansah (22, vom FC Liverpool) und Alex Tape (18, PSG). Auch Neu-Dortmunder Jobe Bellingham (19, Sunderland) und Stuttgarts Neuzugang Chema Andres (20, Real Madrid) fallen in diese Kategorie.
Im Grunde hat bisher eigentlich nur ein Bundesliga-Neuzugang Star-Potential, wenn auch ein deutlich kleineres als die Abgewanderten: der kolumbianische Stürmer Luis Diaz, der von Liverpool zu den Bayern wechselte.
Eberl: "Bayern bekommt jeden Spieler"
Zuvor hatten sich die Münchener einige Absagen eingehandelt: erst von Wirtz, dann auch vom spanischen Jungstar Nico Williams, der es vorzog, bei Athletic Bilbao in Spanien zu verlängern statt zum deutschen Meister in die Bundesliga zu wechseln. Bayern-Sportvorstand Max Eberl will darin allerdings kein System sehen.
Sportvorstand Max Eberl (l.) und CEO Jan-Christian Dreesen sind beim FC Bayern für Transfers verantwortlichBild: Christina Pahnke/sampics/picture alliance
"Wer behauptet, der FC Bayern hätte international an Strahlkraft für Topstars verloren, der kennt den Markt nicht", sagte Eberl, der im Verein für die Transfers zuständig ist, im Interview mit der Zeitung "Sport Bild" fast schon trotzig: "Der FC Bayern bekommt jeden Spieler, wenn er dafür bereit ist, die aufgerufenen Summen zu zahlen."
Gleichzeitig beißen sich die Münchener aber bereits seit Wochen daran die Zähne aus, die Verpflichtung von Nationalspieler Nick Woltemade vom VfB Stuttgart zu finalisieren. Zuletzt soll auch ein Angebot in Höhe von mehr als 60 Millionen Euro plus Weiterverkaufsbeteiligung von den Stuttgartern abgelehnt worden sein.
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Kahn: Vermeintliche Attraktivität der Liga ist "trügerisch"
Für Oliver Kahn läuten dagegen die Alarmglocken. Die Bundesliga habe längst an Ansehen und Strahlkraft eingebüßt, die vermeintliche Attraktivität sei "trügerisch", sagte der frühere Bayern-Vorstandschef im Interview mit dem Magazin "Kicker". "Die Premier League [in England - Anm. d. Red.] und La Liga [in Spanien] heben sich deutlich ab. Jeder kennt die Stars und Mannschaften", so Kahn.
Auch dass sich Florian Wirtz gegen die Bayern und für Liverpool entschieden habe, müsse zu denken geben, sagte der ehemalige Nationaltorwart.
"Das zeigt, dass sich die Premier League nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich eine Ausnahmestellung erarbeitet hat. Sie ist die spannendste Adresse, wenn ich mich auf höchstem Niveau messen will, sportlich, finanziell, medial."
In der Fünfjahreswertung des europäischen Fußball-Dachverbands UEFA, die das Abschneiden der Vereinsmannschaften widerspiegelt, belegt die Bundesliga aktuell (Stand: 15. August 2025) nur Rang vier hinter der englischen Premier League, der italienischen Serie A und La Liga aus Spanien.
Premier League in allen Kategorien vorn
Finanziell sieht es etwas besser aus. In der Saison 2023/34 verzeichnete die Bundesliga nach Angaben der zuständigen Deutschen Fußball Liga (DFL) einen Rekordumsatz von 4,8 Milliarden Euro. Das bedeutete in Europa Rang zwei hinter der Premier League, die 7,4 Milliarden Euro umsetzte und damit noch einen deutlichen Vorsprung vor der deutschen Liga hat.
Auch bei den Einnahmen aus den Fernsehrechten ist die englische Liga enteilt. In der Saison 2025/26 kassiert die Premier League mit ihren 20 Vereinen rund 1,95 Milliarden Euro. In der Bundesliga verteilen sich die TV-Gelder in Höhe von insgesamt 1,12 Milliarden Euro auf die 36 Verein der Bundesliga und der 2. Liga.
Jahrelang konnte sich die Bundesliga mit den europaweit höchsten Zuschauerzahlen rühmen. Doch auch hier ist die Premier League an der deutschen Liga vorbeigezogen. In der vergangenen Saison lag der Zuschauerschnitt in der höchsten englischen Liga bei 40.474, im deutschen Fußball-Oberhaus bei 38.662. Der Besuch in den Bundesliga-Stadien ist insgesamt rückläufig. Die Gesamtzahl der Zuschauenden sank von 13,1 Millionen in der Saison 2022/23 über 12,1 Millionen 2023/24 auf 11,8 Millionen in der abgelaufenen Spielzeit 2024/25.
Durchschnitt nicht als Weltklasse verkaufen
Auch auf den Zahlen kann sich die Bundesliga also nicht ausruhen. Zu den Mahnern gehört der frühere Nationalspieler Matthias Sammer, der 1996 mit dem DFB-Team Europameister und in jenem Jahr zu "Europas Fußballer des Jahres" gekürt wurde.
"Bewusst provokativ stelle ich mir, wenn ich den deutschen Fußball gerade sehe, die Frage: Wofür steht der deutsche Fußball heute eigentlich?", sagte Sammer im "Kicker"-Interview: "Ich kann es nicht erkennen." Der deutsche Fußball müsse "wieder lernen, Durchschnitt nicht als Weltklasse zu verkaufen." Das gilt auch für die Bundesliga. Sonst laufen ihr noch mehr Stars davon.
Der Artikel wurde am 19. August aktualisiert.
Die wichtigsten Transfers der Bundesliga
Deutschlands beste Fußballliga erlebt eine Abwanderungswelle vieler Stars, die oft durch Talente aus dem Ausland ersetzt werden. Bayer Leverkusen erlebt einen Umbruch und der FC Bayern bekommt seine Wunschspieler nicht.
Bild: Bahho Kara/Kirchner-Media/picture alliance
Nick Woltemade (VfB Stuttgart → Newcastle United)
Nachdem ihn der FC Bayern wochenlang umworben hat und mehrere Angebote aus München vom VfB abgelehnt wurden, folgt die Überraschung: Kurz vor dem Ende der Transferperiode wechselt der deutsche Nationalstürmer für eine Rekordsumme von 85 Millionen Euro plus fünf Millionen an Boni zu Newcastle United in die Premier League, wo er einen langfristigen Vertrag erhält.
Bild: Tom Weller/dpa/picture alliance
Xavi Simons (RB Leipzig → Tottenham Hotspur)
Auch ihn hätten die Bayern gerne gehabt, zumindest, wenn es nach Trainer Vincent Kompany gegangen wäre. Doch der Niederländer war sich bereits mit dem FC Chelsea einig und wollte nicht nach München. Als der Wechsel zu Chelsea hakte, schlug stattdessen mit Tottenham Hotspur ein anderer Klub aus London zu - für rund 60 Millionen Euro, wie berichtet wird.
Nachdem die Leipziger sich erstmals nicht für einen Europapokal-Wettbewerb qualifizieren konnten, verlässt zuvor auch Benjamin Sesko den Red-Bull-Klub. Der slowenische Nationalstürmer wechselt für eine fixe Ablöse von rund 76,5 Millionen Euro zu Manchester United. "Die Roten Bullen werden für immer einen Platz in meinem Herzen haben", sagt Sesko zum Abschied. "Einmal Leipzig, immer Leipzig!"
Bild: Gerhard Schultheifl/IMAGO
Lois Openda (RB Leipzig → Juventus Turin)
Die Perspektive, nicht international zu spielen, behagt offenbar auch dem anderen RB-Torjäger nicht. Daher wechselt der Belgier nach Italien zum Rekordmeister. Die Leipziger erhalten zunächst eine Leihgebühr von vier Millionen Euro. Sollte Juve die Saison in der oberen Tabellenhälfte beenden, könnten bis zu 47 Millionen Euro Ablöse fließen.
Bild: Jens Niering/picture alliance
Kingsley Coman (FC Bayern München → Al-Nassr)
Nach zehn Jahren ist für den französischen Nationalspieler Schluss beim FC Bayern. Coman (l.) wechselt für eine kolportierte Ablösesumme von bis zu 35 Millionen Euro zu Al-Nassr nach Saudi-Arabien. Dort wird der Flügelstürmer Vereinskollege von Portugals Superstar Cristiano Ronaldo. Höhepunkt seiner Zeit bei den Bayern: das Siegtor zum 1:0 im Champions-League-Finale 2020 gegen Paris St. Germain.
Bild: Federico Gambarini/dpa/picture alliance
Luis Diaz (FC Liverpool → FC Bayern München)
Nach längerem Hin und Her macht der deutsche Rekordmeister seinen Wunschtransfer perfekt. Der kolumbianische Stürmer kostet eine fixe Ablösesumme von 67,5 Millionen Euro, die durch Bonuszahlungen noch auf 75 Millionen Euro steigen kann. Díaz ist damit der drittteuerste Spieler der Klubgeschichte. Er erhält einen Vertrag bis 2029 und bekommt die Rückennummer 14.
Bild: FC Bayern
Nicolas Jackson (FC Chelsea → FC Bayern)
Auch beim Angreifer aus dem Senegal ist lange nicht klar, ob er tatsächlich nach München wechselt. Schließlich einigen sich Klubs und Spieler darauf, dass der 24-Jährige zunächst für ein Jahr und 16,5 Millionen Euro ausgeliehen wird. Sollte Jackson in dieser Zeit bestimmte Kriterien erfüllen, besteht danach laut Medienberichten eine Kaufverpflichtung und der Vertrag verlängert sich um vier Jahre.
Bild: Petr David Josek/AP Photo/dpa/picture alliance
Thomas Müller (FC Bayern München → Vancouver Whitecaps)
Der Weltmeister von 2014 setzt seine Klubkarriere in der Major League Soccer fort. Nach 756 Pflichtspielen und 13 Meisterschaften mit dem FC Bayern möchte der 35-Jährige auch in Nordamerika etwas gewinnen. "Ich freue mich darauf, nach Vancouver zu kommen und diesem Team zum Meistertitel zu verhelfen", sagt Müller (2.v.r.). Sein Vertrag läuft bis zum Saisonende, mit Option auf ein weiteres Jahr.
Bild: Ethan Cairns/The Canadian Press/dpa/picture alliance
Florian Wirtz (Bayer Leverkusen → FC Liverpool)
Für die Rekordablösesumme von 150 Millionen Euro wechselt Deutschlands derzeit wohl bester Fußballer den Klub. Statt zum FC Bayern zu gehen, der den Dribbelkünstler gerne verpflichtet hätte, lässt sich Wirtz vom Angebot des englischen Meisters FC Liverpool überzeugen. Laut Vater und Berater Hans Wirtz ist ein persönliches Gespräch mit LFC-Trainer Arne Slot am Ende ausschlaggebend für den Wechsel.
Bild: Marius Becker/dpa/picture alliance
Claudio Echeverri (Manchester City → Bayer Leverkusen)
Nachdem mit Ibrahim Maza (Hertha BSC) und Malik Tillman (PSV Eindhoven) bereits zwei Kreativspieler verpflichtet wurden, holt Leverkusen mit dem Argentinier einen dritten "Wirtz-Ersatz". Der 19-jährige Argentinier kommt allerdings nur zur Leihe und maximal eine Saison. Er bestätigt den Trend dieser Transferperiode, dass vor allem Talente die abgewanderten Bundesliga-Stars ersetzen sollen.
Bild: Mike Stewart/AP Photo/picture alliance
Eliesse Ben Seghir (AS Monaco → Bayer Leverkusen)
Neben Echeverri soll ein weiteres Top-Talent die Offensive der Werkself beflügeln. Der 20-jährige Marokkaner bringt viele Qualitäten mit, die Wirtz auch besitzt. Er sei ein "erstklassiger Techniker, ideenreich und clever im Dribbling und mit präzisem, öffnendem Passspiel", lobt Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes. Die Ablösesumme soll bei 32 Millionen Euro liegen, plus drei Millionen Boni.
Bild: Mickael Chavet/ZUMA/picture alliance
Jeremie Frimpong (Bayer Leverkusen → FC Liverpool)
Den gleichen Weg wie Florian Wirtz geht sein Leverkusener Teamkollege Jeremie Frimpong. Für die festgeschriebene Ablösesumme von rund 35 Millionen Euro kaufen die "Reds" den Niederländer aus dessen noch laufenden Vertrag heraus. Für Frimpong ist es quasi ein Wechsel in die Heimat. Er wächst ab dem siebten Lebensjahr in England auf und wird ab der U9 bei Manchester City ausgebildet.
Bild: Maximilian Koch/dpa/picture alliance
Ernest Poku (AZ Alkmaar → Bayer Leverkusen)
Die Lücke, die durch den Weggang Frimpongs bei der Werkself entsteht, soll Ernest Poku (2.v.r.) schließen. Für den 21 Jahre alten Rechtsaußen überweist Leverkusen angeblich etwa zehn Millionen Euro Ablöse (plus Boni) an den niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar. Bei der U21-EM 2025 in der Slowakei wird Oranje-Stürmer Poku als schnellster Spieler des Turniers gemessen: 35,3 km/h.
Bild: Pro Shots/IMAGO
Lucas Vazquez (Real Madrid → Bayer Leverkusen)
Da es auch reife Profis in einer Mannschaft braucht, angelt sich Leverkusen den Rechtsverteidiger aus Spanien. Der 34-Jährige kommt ablösefrei. Er hat mit Real Madrid 23 Titel gewonnen - darunter fünfmal die Champions League. Xabi Alonso, Toni Kroos und Dani Carvajal, alles Ex-Leverkusener, hätten ihm zu dem Schritt geraten, erzählt Vazquez, der mit der Werkself "um alle Titel mitkämpfen" möchte.
Bild: Gongora/NurPhoto/picture alliance
Granit Xhaka (Bayer Leverkusen → AFC Sunderland)
Nachdem einige Stammkräfte und Trainer Xabi Alonso gehen, hat auch der Schweizer keine Lust mehr, in Leverkusen zu bleiben. Er habe mit 33 Jahren keine Kraft mehr für einen Umbruch, sagt er Anfang Juni. Danach lässt er lange offen, ob er bleibt. Angebote gibt es von der AC Mailand, Fenerbahce Istanbul und aus Saudi-Arabien. Schließlich zieht es ihn zu Premier-League-Aufsteiger AFC Sunderland.
Bild: John Walton/PA Wire/picture alliance
Amine Adli (Bayer Leverkusen → AFC Bournemouth)
Mit dem schnellen Franzosen mit marokkanischen Wurzeln verabschiedet sich kurz vor Saisonstart ein weiterer Doublesieger von 2024 aus Leverkusen. Der Flügelstürmer wechselt für über 30 Millionen Euro zu Premier-League-Klub AFC Bournemouth nach England. Der marokkanische Nationalspieler war 2021 für etwa 7,5 Millionen Euro vom
FC Toulouse aus der zweiten französischen Liga zur Werkself gekommen.
Bild: Ralf Treese/DeFodi Images/picture alliance
Piero Hincapie (Bayer Leverkusen → FC Arsenal)
Auch den ecuadorianischen Nationalspieler hält es nicht länger in Leverkusen. Am letzten Tag der Transferperiode verabschiedet er sich in Richtung London. Arsenal leiht den Verteidiger zunächst für eine Saison aus, danach greift eine Kaufpflicht, die Bayer 04 eine Ablösesumme von 50 Millionen Euro einbringen soll.
Bild: Maximilian Koch/picture alliance
Jonathan Tah (Bayer Leverkusen → FC Bayern München)
Schon im vergangenen Sommer wollte er nach München wechseln, mit einem Jahr Verspätung hat es geklappt. Der Innenverteidiger ist nach Vertragsende in Leverkusen eigentlich ablösefrei. Da die Bayern Tah (r.) aber bereits bei der Klub-WM einsetzen, werden für den 29 Jahre alten Nationalspieler rund zwei Millionen Euro Ablöse fällig.
Bild: Frank Hoermann/SVEN SIMON/picture alliance
Loïc Badé (FC Sevilla → Bayer Leverkusen)
Einen neuen Abwehrchef finden die Leverkusener zwei Tage vor Saisonstart in der spanischen Liga. Bayer-Sportdirektor Simon Rolfes bezeichnet Badé als "jungen, aber schon sehr erfahrenen Innenverteidiger". Den französischen Nationalspieler, der mit Sevilla 2023 die Europa League gewann, lässt sich Leverkusen 25 Millionen Euro Ablöse kosten, die durch Boni noch um vier Millionen steigen könnte.
Bild: Urbanandsport/NurPhoto/picture alliance
Jarell Quansah (FC Liverpool → Bayer Leverkusen)
Einen weiteren Ersatz für Tah findet Leverkusen zuvor in Liverpool. Der englische U21-Europameister Jarell Quansah kostet mindestens 30 Millionen Euro und erhält einen Vertrag bis 2030. Die Ablöse kann sich durch Boni noch auf bis zu 40 Millionen Euro erhöhen. Dann würde der 22-Jährige Kerem Demirbay (2019 für 32 Millionen aus Hoffenheim) als Leverkusens Rekordeinkauf ablösen.
Bild: Robert Nemeti/dpa/picture alliance
Mark Flekken (FC Brentford → Bayer Leverkusen)
Der Nationaltorhüter der Niederlande kommt für zehn Millionen Euro aus der Premier League nach Leverkusen und soll Lukas Hradecky als Stammkeeper ersetzen. Flekken kennt die Bundesliga. Von 2021 bis 2023 steht er als Nummer eins beim SC Freiburg im Tor. Der 1,95 Meter große Torwart ist auch mit dem Ball am Fuß stark - und gilt als "Local Player", weil er aus der Jugend von Alemannia Aachen kommt.
Bild: John Walton/empics/picture alliance
Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen → AS Monaco)
Die Nummer zwei hinter Flekken? Das will sich Lukas Hradecky (hier mit Meisterschale) nicht antun und wechselt für rund vier Millionen Euro zur AS Monaco. Sieben Jahre ist der Finne in Leverkusen die Nummer eins und holt 2024 als Kapitän des Teams das Double. Er gehe "mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge", schreibt der Torwart an die Bayer-Fans. "Für immer einer von euch."
Bild: Hirnschal/osnapix/picture alliance
Victor Boniface (Bayer Leverkusen → Werder Bremen)
Da er nur noch Stürmer Nummer drei hinter Patrik Schick und Neuzugang Christian Kofane ist, kehrt auch der Nigerianer Bayer Leverkusen den Rücken - allerdings zunächst nur befristet. Der bullige Angreifer wird an Werder Bremen ausgeliehen, wo er mehr Spielpraxis bekommen soll als es wohl in Leverkusen der Fall wäre.
Bild: Anke Waelischmiller/dpa/picture alliance
Marvin Ducksch (Werder Bremen → Birmingham City)
Die Position im Werder-Sturm ist vakant, weil Marvin Duksch offenbar lieber 2. Liga in England spielt als in der Bundesliga. Der Ex-Nationalspieler geht diesen Schritt aber bewusst. "Werder war ein besonderer Abschnitt in meiner Karriere. Jetzt habe ich mich dazu entschlossen, eine neue Herausforderung anzunehmen", sagt Ducksch. Bremen erhält für seinen Torjäger nur zwei Millionen Euro plus Boni.
Bild: Marco Steinbrenner/DeFodi Images/picture alliance
Hugo Ekitiké (Eintracht Frankfurt → FC Liverpool)
"Hugo hat in seinen anderthalb Jahren bei uns eine großartige Entwicklung genommen", sagt Frankfurts Sportvorstand Markus Krösche. Die Eintracht streicht vom englischen Meister für den 23 Jahre alten Franzosen eine Ablösesumme von bis zu 95 Millionen Euro ein, verliert aber ihren Topstürmer: Ekitiké (r.) erzielte in der vergangenen Bundesliga-Saison 15 Tore und gab acht Torvorlagen.
Bild: Jan Huebner/IMAGO
Tuta (Eintracht Frankfurt → Al-Duhail SC)
Auch den brasilianischen Innenverteidiger zieht es nach sechs Jahren weg aus Frankfurt. Der 26-Jährige wechselt zu Al-Duhail SC nach Katar. Die Ablöse soll bei rund 15 Millionen Euro liegen. Tuta war im Januar 2019 vom FC Sao Paulo zur Eintracht gewechselt. Er machte fast 200 Pflichtspiele für die Frankfurter und feierte 2022 mit dem Sieg in der Europa League seinen größten Erfolg.
Bild: Marcus Hirnschal/osnapix/picture alliance
Enzo Millot (VfB Stuttgart → Al-Ahli)
Nach vier Jahren beim VfB Stuttgart folgt der Franzose dem Ruf des Geldes und unterschreibt in Saudi-Arabien. Die Ablösesumme: rund 28 Millionen Euro plus Boni. Mit erst 23 Jahren ist er einer der jüngsten Profis aus Europa, die in der noch jungen saudischen Liga anheuern. Der Schritt überrascht, den in Stuttgart ist Millot Leistungsträger - und er hatte auch Angebote aus Spanien.
Jonathan Burkardt (FSV Mainz 05 → Eintracht Frankfurt)
Nach zehn Jahren beim FSV wechselt der Nationalspieler zum Mainzer Lokalrivalen. Mit Mainz hat er sich für die UEFA Conference League qualifiziert, stattdessen wird der 24-Jährige bald für die Eintracht sein Champions-League-Debüt geben. Burkardt erhält einen Vertrag bis 2030. Seine Ablösesumme soll bei rund 23 Millionen Euro inklusive möglicher Bonuszahlungen liegen.
Bild: Joaquim Ferreira/HMB Media/picture alliance
Ritsu Doan (SC Freiburg → Eintracht Frankfurt)
Als das offizielle Mannschaftsfoto gemacht wird, ist der Japaner noch Freiburger und präsentiert freundlich das neue Trikot des SC (Foto). Auf dem Feld wird er es aber nicht mehr tragen. Nach drei Spielzeiten in Freiburg wechselt der 1,72 Meter große Stürmer für etwas mehr als 20 Millionen Euro zur Eintracht und unterschreibt dort einen Vertrag bis 2030.
Bild: Joachim Hahne/johapress/picture alliance
Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt → FC Paris)
Zum zweiten Mal in seiner Karriere verlässt der ehemalige Nationaltorhüter die Eintracht in Richtung Paris. Anders als 2015 schließt sich der 35-Jährige allerdings nicht PSG an, sondern Aufsteiger FC Paris. "Ich freue mich auf ein neues Kapitel, bin aber gleichzeitig traurig, der Eintracht endgültig ade sagen zu müssen", sagt Trapp zum Abschied. "Ich war, bin und bleibe Adler."
Bild: picture alliance/dpa/Revierfoto
Noah Darvich (FC Barcelona → VfB Stuttgart)
Der 18-Jährige gilt als eines der größten deutschen Fußball-Talente. 2023 wird er mit der deutschen U17 zunächst Europa- und dann auch noch Weltmeister. In den vergangenen zwei Jahren spielt er für den FC Barcelona, kommt dort aber nur für die Nachwuchsmannschaft Barça Atlètic zum Einsatz. Beim VfB unterschreibt der ehemalige Jugendspieler des SC Freiburg einen Vertrag bis 2029.
Fast könnte man denken, Jude Bellingham stünde wieder in Dortmund auf dem Trainingsplatz, so ähnlich sehen sich die beiden. Jobe tritt beim BVB in die Fußstapfen seines älteren Bruders. Den Dortmundern ist der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler vom AFC Sunderland rund 30 Millionen Euro Ablöse wert. Sein Vertrag läuft bis 2030.
Bild: David Inderlied/Kirchner-Media/picture alliance
Leroy Sané (FC Bayern München → Galatasaray)
Er möchte nach fünf Jahren in München keinen neuen Vertrag mehr mit den Bayern abschließen. Stattdessen zieht es Leroy Sané zu Galatasaray nach Istanbul, um "ein neues Kapitel zu beginnen", wie der Offensivspieler selbst sagt, aber wohl auch, weil er in Istanbul mehr verdienen kann als die zwölf Millionen Euro pro Saison, die der FCB bei einem neuen Kontrakt gezahlt hätte.