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Günstige Aussichten für deutsche Konjunktur

Henrik Böhme (mit dpa, Reuters, afp) 21. März 2014

Die fünf Wirtschaftsweisen haben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland angehoben. Sie erwarten nun ein Plus von 1,9 Prozent. Gefahren bergen die geplanten Reformen.

Symbolbild Export Wirtschaft Versandtzentrum
Bild: Fotolia/Christophe Fouquin

Die Wirtschaftsweisen blicken mit wachsendem Optimismus auf die Konjunktur in Deutschland. In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 1,9 Prozent steigen, erklärten die Regierungsberater am Donnerstag (20.03.2014). Bisher hatten sie nur ein Plus von 1,6 Prozent veranschlagt. Der Jahresstart stimme zuversichtlich. Für das laufende Quartal rechnen die Forscher mit einem Plus von 0,6 Prozent. "Positive Wachstumsimpulse dürften im Jahr 2014 vor allem aus dem Inland kommen." Neben den privaten Konsumausgaben würden vor allem die Investitionen der Firmen in Maschinen und Anlagen anziehen.

Konjunktur erholt sich in Euro-Ländern

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Auch vom Außenbeitrag - der Differenz zwischen Exporten und Importen - erwarten die fünf Weisen anders als noch im Herbst einen "leicht positiven Wachstumsimpuls". Sie verwiesen auf die «wesentlich bessere konjunkturelle Entwicklung in den Industrieländern», vor allem in Großbritannien und den USA.

Mehr Jobs, aber auch selbstgemachte Risiken

Dank der positiven Entwicklungen wird die Zahl der Menschen mit Jobs hierzulande ansteigen, schätzt der Sachverständigenrat. Er rechnet mit einem Anstieg der Erwerbstätigen um 0,7 Prozent auf rund 42,1 Millionen und bei der Arbeitslosenquote mit einem leichten Rückgang auf im Schnitt 6,8 Prozent.

Die fünf Wissenschaftler betonten jedoch: "Der insgesamt bessere Ausblick für dieses Jahr darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bundesregierung im Bereich der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik Maßnahmen ergreift, die mittelfristig das Wachstumspotenzial der deutschen Volkswirtschaft beeinträchtigen können." Die Experten kritisierten zuletzt vor allem Pläne zum gesetzlichen Mindestlohn, zu Mütterrente und Mietpreisbremse.

Auch für die Länder im Euro-Raum zeichnet sich laut Prognose eine günstigere Entwicklung ab: Der Sachverständigenrat rechnet nun mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent. Im November war er noch von 1,1 Prozent ausgegangen.

Optimistischer als im Herbst-Gutachten sind die Wirtschaaftsweisen jetzt im FrühjahrBild: picture-alliance/dpa

Ukraine-Konflikt als globales Risiko

Die Krim-Krise bezeichneten die Experten als "größtes konjunkturelles Risiko für die Weltwirtschaft". Allerdings dürfte der unmittelbare Einfluss der Ukraine auf die globale Wirtschaft eher gering sein, da das BIP des Landes kleiner sei als das von Portugal oder Irland. "Zudem ist die Verflechtung der ukrainischen Wirtschaft mit den internationalen Finanz- und Gütermärkten nicht sehr hoch."

Mehr Brisanz habe hier die Rolle Russlands als Energielieferant. Im Falle einer Einschränkung des russischen Gas- und Erdölangebots als Reaktion auf internationale Sanktionen gegen das Land sei mit erheblichen Auswirkungen auf die Rohstoffpreise zu rechnen. "Zudem ist davon auszugehen, dass es zu Lieferengpässen in Europa käme." Deutschland wäre hiervon zwar besonders stark betroffen, da mehr als 30 Prozent der Importe von Erdöl und Gas aus Russland stammen. Allerdings dürfte es dann möglich sein, Energie von woanders zu beziehen.

Das Gremium veröffentlicht sein Jahresgutachten meist im November und aktualisiert dies dann im Frühjahr. Mit ihrer neuen Prognose sind die Experten einen Tick optimistischer als die Bundesregierung, die für 2014 rund 1,8 Prozent Wachstum erwartet.

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