G7-Gruppe macht der Ukraine neue Hoffnung
17. Juni 2026
Die G7-Staaten haben der Ukraine ihre geschlossene Unterstützung zugesichert. Man stehe geeint hinter der Ukraine und unterstütze deren territoriale Unversehrtheit, teilen die Staats- und Regierungschefs der sieben großen westlichen Industrienationen in einer gemeinsamen Erklärung mit.
Sie haben sich zu einem Gipfeltreffen in dem französischen Ort Évian am Genfer See versammelt. Zur G7 gehören neben Frankreich, das derzeit den Vorsitz innehat, die USA, Deutschland, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada - auch Vertreter der Europäischen Union sitzen immer mit am Tisch.
Strafmaßnahmen im Öl-und Gassektor werden verschärft
Der Druck auf die russische Kriegswirtschaft soll erhöht werden. "In diesem Zusammenhang werden wir unsere Sanktionen verstärken, darunter jene im Öl- und Gassektor", heißt es in dem Dokument weiter.
Zudem vereinbarten die Gipfelteilnehmer, die Lieferung von weitreichenden Waffen und Luftverteidigungskapazitäten an die Ukraine auszuweiten. Mit dem Ausbau der Unterstützung soll nach Angaben der G7-Gruppe die neue Dynamik unterstützt werden, die in den vergangenen Monaten durch ukrainische Fortschritte an der Front entstanden ist. Im Hinblick auf das geplante Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran wird von einem "richtigen Zeitpunkt" gesprochen.
Neben weiteren Waffen versprechen die G7-Staaten der Ukraine in der Erklärung auch zusätzliche Unterstützung, um den kommenden Winter zu bewältigen. Darüber hinaus sichern sie dem Land zu, die Vergabe von Lizenzen für eine Steigerung der militärischen Produktion zu prüfen.
Merz: Tag der Hoffnung für die Ukraine
Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich am Dienstag am Rande des Gipfels sehr zufrieden. Vor Journalisten sprach er von einem "Tag der Hoffnung" und sagte zur aktuellen Lage der Ukraine: "Das kann vielleicht erstmals eine Chance auf einen Frieden eröffnen." Merz blickte dabei auch auf das Auftreten von US-Präsident Donald Trump, und sagte, er habe diesen "sehr kooperativ gesehen".
Trump rief Russland dazu auf, "diesen Krieg zu beenden". Das Land habe so viele Menschen verloren wie auch die Ukraine, sagte der US-Präsident. "Sowas gab es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr."
Macron: Moment des strategischen Erwachens
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete das Gipfeltreffen als "Moment des strategischen Erwachens". Gemeinsam hätten sich die USA, Kanada, Japan und die Europäer dazu entschlossen, der Ukraine zur Seite zu stehen.
G7-Staaten hoffen auf Frieden in der Golf-Region
In ihrer Erklärung geht die G7-Gruppe auch ausführlicher auf den Iran-Krieg ein. Die von Präsident Trump erzielte Vereinbarung, die am Freitag in der Schweiz von Vertretern Washingtons und Teherans unterzeichnet werden soll, könne "Frieden und Sicherheit für alle in der Region bringen", heißt es.
"Wir unterstützen die Umsetzung des Abkommens und sind bereit, dazu beizutragen", versichern die G7-Staaten weiter. In Bezug auf die Straße von Hormus am Persischen Golf bekräftigen sie, dass "das Recht auf ungehinderte und gebührenfreie Durchfahrt die Grundlage des internationalen Handels bildet".
"Iran darf niemals eine Atomwaffe erlangen"
Es seien nun Verhandlungen mit dem Ziel eines "umfassenden und weitreichenden" Folgeabkommens nötig, um "die von Iran in der Region und darüber hinaus ausgehenden Bedrohungen" anzugehen und "sicherzustellen, dass Iran niemals eine Atomwaffe erlangt", heißt es weiter.
se/AR (dpa, rtr, ap, afp, ARD)