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Gab es die Mondlandung wirklich?

Judith Hartl
12. Juli 2019

Zwölf Astronauten waren bisher auf dem Mond. Was immer wieder gerne infrage gestellt wird. Da gibt es die skurrilsten Thesen. Aber wer weiß? Vielleicht stimmen sie ja. Nichts ist wie es scheint.

Symbolbild Faktencheck Faktenfinder Internet
Bild: picture-alliance/dpa/S. Steinach

Kein Amerikaner war bislang auf dem Mond. Alles nur Fake.

Die Mondlandungen? Inszenierungen in irgendwelchen Fernsehstudios, die auch noch schlecht oder falsch ausgeleuchtet waren.

Und dann auch noch so dilettantische Fehler, wie die wehende US-amerikanische Flagge. Pfffff. Als ob Fahnen auf dem Mond wehen würden. Ohne Atmosphäre. Fake. Eine politische Verschwörung der Amerikaner, um den Sowjets zu zeigen: Schaut, wir haben es drauf, nicht ihr.

Unsere Männer sind in der Lage, auf dem Mond zu landen, ihr nicht. Space Race, Kalter Krieg. Da braucht es schon mal solche Methoden.

Erdbebenmaschinen und Echsenmenschen

Wo wir schon mal dabei sind. In der Wildnis von Alaska soll es eine geheimnisvolle Forschungsanlage geben, die Erdbeben auslösen kann. Sie heißt HAARP und ist auch zu diversen Wettermanipulationen fähig, um die Welt zu terrorisieren. Geben Sie mal HAARP und Erdbeben bei Google ein und staunen Sie über die Trefferzahl.

Noch so eine Geschichte? Bitteschön: Chemtrails. Das sind die weißen Streifen am Himmel, die uns als harmlose Kondensstreifen verkauft werden. In Wirklichkeit aber versprühen Flugzeuge im Auftrag von bösen Regierungen Chemikalien, um Wetter und Klima zu ändern und uns Menschen zu vergiften.

Und überhaupt – die Erde ist flach und innen hohl.

Und sie wird in Wahrheit von Echsenmenschen regiert. 

Mehr dazu: Vor 50 Jahren: So begann die bemannte Raumfahrt

Wir alle lieben Verschwörungstheorien

Lachen Sie jetzt? Oder geht ihr Puls nach oben? So ein Blödsinn bei der DW? Ok, dann sind sie offensichtlich nicht sehr anfällig für Verschwörungstheorien. Wie viele Menschen an absurde Geschichten dieser Art glauben, ist nicht durch Zahlen belegt. Auch nicht, ob es heute, in 2019, mehr sind als früher.

Auf jeden Fall sind krude Verschwörungstheorien durch das Internet und die Sozialen Medien sichtbarer geworden, sagen Psychologen, ihre Anhänger fühlen sich bestätigt und haben nicht mehr das Gefühl, zu einer kleinen Minderheit zu gehören.

Wissenschaftliche Experimente zeigen aber auch, dass Verschwörungstheoretiker gerne die absurdesten Dinge glauben, um zu einem vermeintlich exklusiven, elitären Wissenskreis zu gehören.

Was die Gründe dafür sind, dass es sehr viele Anhänger einer Mondlandungslüge gab und noch immer gibt, müsste man wissenschaftlich untersuchen. Auslöser war auf jeden Fall ein seltsames Buch des Amerikaners Bill Kaysing. Es kam 1976 heraus und trug den deutlichen Titel "We never went to the Moon".

Es schlug ein. Sehr viele Menschen glaubten die absurden Thesen. Kaysing war kein Wissenschaftler, Techniker oder Ingenieur. Er war ein Autor, schrieb über Landwirtschaft, Kochen, Steuer sparen. Er haute vermeintliche Beweise raus, die belegen sollten, dass es niemals Mondlandungen gegeben haben soll.

Das hier sind vier seiner beliebtesten Thesen:

Eine Querstrebe vermittelt den Eindruck, dass die Flagge wehtBild: picture-alliance/Photoshot/Neil A. Armstrong

1. Die wehende Fahne

Verschwörungstheoretiker so:

Auf den Filmaufnahmen weht die US-Flagge, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin in den Mondboden rammten, im Wind. Das kann aber nicht sein, da es auf dem Mond keine Atmosphäre gibt.

Wissenschaft so:

Die Fahne flatterte nicht. Sie bewegte sich nur dann, wenn die beiden Astronauten sie berührten und in den Boden rammten. Auf der Erde bremst die Atmosphäre solche leichten Schwingungen schnell aus. Auf dem Mond dagegen – ohne Atmosphäre – bleiben die Schwingungen sehr viel länger erhalten. Außerdem war eine Querstrebe in der Flagge verspannt, um den Eindruck zu erwecken, dass sie weht.

2. Keine Sterne auf den Fotos

Verschwörungstheoretiker so:

Auf den Mondbildern sind keine Sterne zu sehen. Also wurden sie im Studio gemacht.

Wissenschaft so:

Richtig ist, dass wir auf dem Mond – ohne eine störende Atmosphäre – einen fantastischen Blick auf einen Sternenhimmel haben. Doch als die Astronauten damals auf dem Mond waren, war dort immer Tag. Eine Erklärung ist, dass die Mondoberfläche, der Lander und die Astronauten durch die Sonne so stark angeleuchtet wurden, dass das schwache Licht der Sterne unterging.

3. Zu perfekte Fotos

Verschwörungstheoretiker so:

Die von den Astronauten auf Brusthöhe getragenen Hasselblad-Kameras hatten keinen Sucher. Wie konnten die Astronauten damit so viele perfekte Fotos machen?

Wissenschaft so:

Nicht alle Bilder waren perfekt. Es gibt zahlreiche unscharfe Bilder, die in den Archiven der NASA gelandet sind, nur die schönsten wurden veröffentlicht. Außerdem hatten die Astronauten auf der Erde Zeit, sich mit der Hasselblad-Kameras vertraut zu machen und mit ihnen zu üben. Ein besonderes Weitwinkelobjektiv vereinfachte die Scharfstellung und ließ größere Bildausschnitte zu. 

Mehr dazu: Wernher von Braun – Raketen-Konstrukteur im Dienste der Mächtigen

Alles eine Sache der Perspektive: Die Schatten von Neil Armstrong und Buzz Aldrin verlaufen schrägBild: picture-alliance/Heritage Images/NASA/Oxford Science Archive

4. Die Schatten verlaufen schräg

Verschwörungstheoretiker so:

Auf einigen Fotos sind Schatten zu sehen, die nicht parallel zueinander verlaufen. Mit der Sonne als einziger Lichtquelle müssten aber alle Schatten parallel verlaufen. Tun sie aber nicht, deswegen müssen Scheinwerfer im Spiel gewesen sein.

Wissenschaft so:

Parallelität ist immer eine Sache der Perspektive. Parallele Linien auf einer dreidimensionalen Fläche wirken immer schräg, wenn sie zweidimensional abgebildet werden. Denken Sie an Eisenbahnschienen. Die scheinen Richtung Horizont zusammenzulaufen, obwohl sie garantiert immer parallel liegen. Das gilt auf der Erde und auch auf dem Mond. 

Noch nicht genug?

Es gibt noch einige andere vermeintliche Belege der Mondlandungsleugner zu Staub, gefährlicher Strahlung oder Schattenverläufen. Unsere KollegInnen von Spektrum haben sie hervorragend entlarvt. Endgültige Beweise für eine Mondverschwörung gibt es nicht. Fazit ist also: Die Mondlandungen haben stattgefunden, nicht einmal die Sowjets haben sie damals infrage gestellt und das hieß in Zeiten des Kalten Krieges schon etwas. Außerdem haben insgesamt etwa 400.000 Menschen für die Apollo-Missionen gearbeitet. Genügend Zeugen also, von denen doch einer irgendwann etwas ausgeplaudert hätte. Oder was meinen Sie?

Hier lesen Sie, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine große Verschwörung auffliegt – der Physiker David Grimes von der Universität Oxford hat es berechnet. 

Mehr dazu: ARD-Zeitzeuge: Die NASA hat bei Apollo 11 immer alles öffentlich gemacht

 

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