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UN: Gazastreifen könnte bis 2020 unbewohnbar werden

1. September 2015

Welche Zukunft haben die Palästinenser in diesem Küstenstreifen? Die Vereinten Nationen kommen zu einem bestürzenden Ergebnis. Ihr Bericht dokumentiert das ganze Ausmaß der Zerstörung.

Zerstörungen in Shejaia nach den israelischen Angriffen im Sommer 2014 (Archivbild: Reuters)
Trümmerlandschaft in Shejaia nach den israelischen Angriffen im Sommer 2014Bild: Reuters

Der von Israel mit Krieg und Blockade überzogene Gazastreifen droht nach Einschätzung einer UN-Organisation bis 2020 "unbewohnbar" zu werden. In ihrem in Genf veröffentlichten Jahresbericht schreibt die Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD), die drei israelischen Militäroffensiven seit dem Jahreswechsel 2008/2009 hätten in dem Palästinensergebiet wirtschaftliche Verluste verursacht, die fast dreimal so hoch waren wie das Wirtschaftsvolumen im Gazastreifen.

Die 2006 von Israel verhängte Blockade habe die bereits geschwächte Infrastruktur in dem Küstengebiet "verwüstet, keine Zeit für vernünftigen Wiederaufbau oder wirtschaftliche Erholung gelassen" und zur weiteren Verarmung der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen beigetragen. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Sicherheit und der Lebensbedingungen ist die derzeitige Lage laut UNCTAD die schlechteste seit 1967, als Israel das Gebiet im Sechs-Tage-Krieg von Ägypten eroberte.

Arbeitslosenquote: fast 50 Prozent

Die Arbeitslosenrate stieg im vergangenen Jahr auf die bisherige Höchstmarke von 44 Prozent. 72 Prozent aller Haushalte in Gaza haben mit Nahrungsmittelunsicherheit zu kämpfen. Die Zahl der vollständig auf UN-Nahrungsmittelhilfen angewiesenen palästinensischen Flüchtlinge stieg dem Bericht zufolge von 72.000 im Jahr 2000 explosionsartig auf 868.000 im Mai.

Ohne Beendigung der israelischen Blockade werde auch die Unterstützung internationaler Geber die Situation nicht umkehren können, heißt es in dem Bericht. Selbst vor den israelischen Militärangriffen 2014, die eine weitere Zerstörung der Infrastruktur des Gazastreifens zur Folge hatten, konnte der dortige Strombedarf demnach nicht einmal zu zwei Fünfteln gedeckt werden.

jj/qu (afp, unctad)

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