Geheimes Waffenlager bei Berlin entdeckt
Veröffentlicht 21. August 2026Zuletzt aktualisiert 21. August 2026
Wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt inzwischen bestätigt hat, wurden in dem Waffenlager bei Berlin zwei scharfe Handfeuerwaffen und Munition entdeckt. Die Bundesanwaltschaft ermittle in dem Fall wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.
Dobrindt zufolge wurde bereits im vergangenen Herbst ein Tatverdächtiger in Rumänien festgenommen. Der Mann könnte das Depot angelegt haben. Bereits im vergangenen Oktober habe der Verfassungsschutz Kenntnis von einem möglichen Waffenversteck am Rande von Berlin erlangt, erklärte der Minister von der konservativen CSU. Gemeinsam mit der Polizei habe man das Versteck ausfindig gemacht.
Dobrindt: "Beteiligung fremder Mächte" möglich
Nach Erkenntnissen von Norddeutschem Rundfunk (NDR), Westdeutschem Rundfunk (WDR) und "Süddeutscher Zeitung", die zuerst über die Entdeckung des Verstecks berichteten, sind deutsche Sicherheitsbehörden davon überzeugt, dass die Waffen für Agenten hinterlegt wurden, die im Auftrag Russlands "kinetische Operationen" ausführen sollten. Der Begriff beschreibt physische Attacken wie zum Beispiel Anschläge. Das Lager sei "ein sogenannter toter Briefkasten mit potenziell tödlichem Inhalt" gewesen.
Dobrindt sagte dazu lediglich, dass eine "Beteiligung fremder Mächte" in diesem Fall nicht auszuschließen sei. Das laufende Verfahren werde "weitere Erkenntnisse in dieser Hinsicht" liefern können.
"Dieser Fall zeigt, dass wir von einer hohen Gefährdungslage ausgehen", betonte der Minister. Er bette sich ein "in hybride Bedrohungsszenarien, ohne damit jetzt deutlich zu machen, dass es einen Zusammenhang zwischen diesem Fall und anderen aktuellen Vorfällen gibt".
Depot wurde überwacht
Die gefundenen Waffen wurden laut dem Medienbericht funktionsunfähig gemacht und mit einem GPS-Tracker versehen, um ihren Standort im Blick zu behalten. Das Depot sei überwacht worden, aber ohne Erfolg. Möglicherweise hätten die Täter die Entdeckung mitbekommen.
Der Verfassungsschutz wollte sich auf Anfrage von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" nicht zu dem Fall äußern. Auch die russische Botschaft habe nicht geantwortet.
Geheime Waffenlager gehörten der Recherche zufolge schon in Zeiten des Kalten Krieges zum Standardrepertoire der damaligen Sowjetunion. Solche getarnten Verstecke seien aber auch in den vergangenen Jahren immer wieder von russischen Nachrichtendiensten genutzt worden, etwa für den Austausch mit Spionen, die unter falscher Identität im Westen leben.
gri/pgr/se (afp, dpa)