"Georgien könnte zerfallen"
19. November 2003Moskau, 19.11.2003, INTERFAX, russ.
Der Vorsitzende des Duma-Ausschusses für internationale Angelegenheiten, Dmitrij Rogosin, ist der Ansicht, dass eine weitere Zuspitzung des Konfliktes in Georgien zum Zerfall des Landes führen könnte. "Die radikale Opposition setzt alles aufs Spiel. Solche Leute wie Saakaschwili, Schwanija und Burdschanadse, die sich ihnen angeschlossen hat, sind Anhänger einer äußerst nationalistischen Linie in der Außenpolitik Georgiens, Anhänger einer Gewaltlösung der Probleme mit Abchasien und Südossetien", sagte Dmitrij Rogosin am Mittwoch (19.11.) in einem "Interfax"-Interview. Berücksichtige man die Erklärungen, die diese Personen während der Wahlkampagne gemacht haben, so würde deren Machtübernahme "Georgien unvermeidlich zum Krieg mit seinen Autonomien und dem weiteren Zerfall des georgischen Staates anspornen".
Der Ausschussvorsitzende erklärte, dass er persönlich skeptisch gegenüber der Politik sei, die Eduard Schewardnadse im Amt des Präsidenten betrieben habe und auch heute noch betreibe. "Ich kann jedoch mit Sicherheit sagen: das einzige, was einen Selbstzerfall Georgiens verhindern wird, ist die Aufstellung einer Kompromissfigur, die die Leidenschaften beruhigen und den Prozess der Wiederherstellung der gutnachbarschaftlichen Beziehungen Georgiens zu Russland, Aserbaidschan und Armenien einleiten würde", so der Abgeordnete. Dabei lehnte er es ab, irgendwelche Namen zu nennen, und betonte, dass "es nicht Sache eines Ausländers ist, Schewardnadse vorzusagen, wen er als gegenseitig annehmbare Figur aufstellen soll – er weiß, um wen es sich handeln kann". Dmitrij Rogosin schloss nicht aus, dass solch eine Person "jemand aus der zweiten Machtebene Georgiens sein könnte". (lr)