Deutschland: Jeder vierte Arzt stammt aus dem Ausland
24. Februar 2026
In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte. In der Human- und Zahnmedizin ist ihr Anteil in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden, hatten 13 Prozent oder 64.000 Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2024 keine deutsche Staatsangehörigkeit. Zehn Jahre zuvor waren es noch sieben Prozent oder 30.000.
Zum Vergleich: Bei den Erwerbstätigen insgesamt lag der Anteil derjenigen mit ausländischer Staatsangehörigkeit 2024 bei 15 Prozent (2014: neun Prozent). Von den ausländischen Ärztinnen und Ärzten im Jahr 2024 war knapp die Hälfte (49 Prozent) jünger als 35 Jahre, unter den deutschen Ärztinnen und Ärzten waren es 18 Prozent.
Viele Ärzte aus dem Ausland mittlerweile Deutsche
Dass vor allem in den vergangenen zehn Jahren viele Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind, zeigt sich auch mit Blick auf die Einwanderungsgeschichte. In der Human- und Zahnmedizin arbeiteten 2024 insgesamt 121.000 aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte, das war knapp ein Viertel (24 Prozent) der gesamten Ärzteschaft. Ein Teil der zugewanderten Ärztinnen und Ärzte besitzt inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft.
Neben dem Medizinstudium und der Approbation hierzulande können auch im Ausland erworbene Abschlüsse mit voller Gleichwertigkeit anerkannt werden. 2024 waren Ärztinnen und Ärzte nach Pflegefachkräften die Berufsgruppe mit den zweitmeisten Anerkennungen ausländischer Abschlüsse.
Rund 7000 Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss erhielten die Anerkennung mit voller Gleichwertigkeit in Deutschland. Zahnärztinnen und Zahnärzte lagen auf Rang sieben der Berufe mit den meisten Anerkennungen ausländischer Abschlüsse.
Viele Deutsche zieht es zum Studium ins Ausland
In die Statistik eingeflossen sind auch zahlreiche deutschstämmige Mediziner. Denn viele deutsche Medizinstudierende machen ihren Abschluss im Ausland. Im Berichtsjahr 2023 studierten in Österreich rund 2600 Deutsche Humanmedizin, in Ungarn waren es 2024 knapp 1900. Auch in der Zahnmedizin zog es die meisten deutschen Auslandsstudierenden nach Österreich (500) und Ungarn (300).
Laut der von der Bundesärztekammer herausgegebenen Ärztestatistik ist zugleich die Abwanderung von Ärztinnen und Ärzten aus Deutschland in den vergangenen Jahren tendenziell angestiegen. Im Jahr 2024 verließen fast 2200 Ärztinnen und Ärzte die Bundesrepublik - mehr als die Hälfte davon waren deutsche Staatsangehörige.
Top-Ziele für auswandernde Mediziner waren die deutschsprachigen Nachbarländer. Unangefochten an Platz eins steht dabei die Schweiz, mit ziemlichem Abstand folgt Österreich.
AR/se (kna, epd, dpa, afp, Destatis)