Gewinneinbruch bei VW-Tochter Scania
20. Juli 2012
Wegen der schlechten Auftragslage in Europa ist der Gewinn beim schwedischen Nutzfahrzeughersteller Scania überraschend eingebrochen. Die Volkswagen-Tochter Scania hat in der ersten Jahreshälfte ein Drittel weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sank bei dem Nutzfahrzeugbauer um 34 Prozent auf 3,2 Milliarden Kronen, das sind rund 371 Millionen Euro. Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten 2012 um zehn Prozent auf 39,3 Milliarden Kronen zurück, wie Scania am Freitag in Södertälje mitteilte.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum belief sich das Umsatzminus auf 42 Prozent. Geringere Stückzahlen und niedrigere Auslastung hätten das Ergebnis nach unten gezogen, sagte Vorstandschef Leif Östling. In Europa verkaufen die Schweden den Großteil ihrer Fahrzeuge.
Auftragslage auf niedrigerem Niveau
Die Auftragslage habe sich zuletzt etwas verbessert, bleibe aber auf niedrigem Niveau, sagte der Scania-Chef. Die Bestellungen von Lastern und Bussen sackten im zweiten Quartal um 14 Prozent ab. Einen Ausblick gab Östling nicht. Für Scania sei derzeit Flexibilität das oberste Gebot.
Leif Östling steht kurz vor dem Wechsel in den Wolfsburger VW-Vorstand als Chef der Lkw-Sparte. Er wird am 1. September von seinem schwedischen Landsmann Martin Lundstedt an der Spitze von Scania abgelöst. Volkswagen will als Mehrheitsaktionär bei den Schweden wie auch beim Münchner Konkurrenten MAN eine stärkere Integration der Nutzfahrzeugsparte durchsetzen.
Lo/ul (rtrd, dpa)