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Gläubige umjubeln scheidenden Papst

12. Februar 2013

Bei einer Generalaudienz hat sich Papst Benedikt XVI. bei den Katholiken weltweit für ihre Unterstützung bedankt. Im Petersdom feierte er mit der Aschermittwochs-Liturgie sein letztes großes öffentliches Pontifikalamt.

Der Papst beim Einzug zur Aschermittwochsliturgie im Petersdom (Foto: AFP/getty images)
Bild: Getty Images

Zwei Tage nach seiner Rücktrittsankündigung hat sich Papst Benedikt XVI. bei einer seiner letzten Generalaudienzen bei den Gläubigen für die Gebete und die große Anteilnahme "in diesen für mich schwierigen Tagen" bedankt. "Betet weiterhin für mich, für die Kirche und für den künftigen Papst", sagte das scheidende Kirchenoberhaupt vor rund 12.000 Menschen in der Audienzhalle im Vatikan. Es war sein erster öffentlicher Auftritt nach seiner historischen Rücktrittsankündigung.

Immer wieder von Applaus unterbrochen

Der Papst betrat unter großem Jubel der Gläubigen die Audienzhalle. In seiner Ansprache erklärte er nochmals die Gründe, die zu seiner Entscheidung geführt hätten. Sie sei "in voller Freiheit" zum Wohle der Kirche gefallen, betonte der 85-Jährige. Er sei sich bewusst geworden, dass er das Pontifikat nicht mehr mit der dafür notwendigen Kraft fortführen könne.

Papst hält Generalaudienz im Petersdom

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Bewegendes Pontifikalamt im Petersdom

Am Nachmittag feierte der Papst mit der Aschermittwochs-Liturgie zum Beginn der Fastenzeit sein letztes großes öffentliches Pontifikalamt im vollbesetzten Petersdom. Die Messe war eigens wegen des erwarteten großen Andrangs von der Kirche Santa Sabina auf dem Aventin-Hügel in den wesentlich größeren Petersdom verlegt worden. In seiner Predigt ging Papst Benedikt auf den Zustand der katholischen Kirche ein. Er wandte sich gegen "religiöse Heuchelei" und forderte ein Ende von "Individualismus und Wetteifer". "Das Gesicht der Kirche wird manchmal von Sünden gegen die Einheit der Kirche und Spaltung zwischen den Geistlichen geschädigt", beklagte er. Dabei werde das "Zeugnis" der Kirche "umso bedeutsamer sein, je weniger wir unseren Ruhm suchen". Die Gläubigen im Petersdom jubelten dem Papst nach dem Gottesdienst zu. "Es lebe der Papst", schallte es durch die Kirchenraum.

Letzte Audienz am 27. Februar

Auch nach seiner Rücktrittankündigung nimmt Benedikt weiter Termine wahr. Dazu gehören laut Vatikan-Sprecher Federico Lombardi Treffen mit Bischöfen und ausländischen Staatsgästen in den kommenden Tagen. Am vorletzten Tag seiner Amtszeit (27. Februar) wird der Papst seine letzte Generalaudienz auf dem Petersplatz abhalten. Andere besondere Veranstaltungen zum Ende seines Pontifikats sind laut Vatikan nicht geplant.

Am Montag hatte der seit 2005 amtierende deutsche Papst seinen Rücktritt angekündigt. Am 28. Februar wird er sein Pontifikat aufgeben - das hat es in der Neuzeit noch nie gegeben. Dann beginnt innerhalb von 15 bis 20 Tagen das Konklave, das seinen Nachfolger wählt. Dem Gremium gehören voraussichtlich 117 Kardinäle an, darunter sechs aus Deutschland. Bis Ostern soll feststehen, wer neuer Papst wird. Wahlberechtigt sind alle Kardinäle, die am 28. Februar noch nicht 80 Jahre alt sind.

Die Spekulationen blühen

In der nun beginnenden Debatte über den Nachfolger Benedikts blühen die Spekulationen. Ein italienischer Papst wird ebenso für möglich gehalten wie - als Zeichen der Öffnung - ein Kirchenoberhaupt aus Afrika, Lateinamerika oder Asien. Als mögliche Nachfolger werden unter anderem der Mailänder Erzbischof Angelo Scola (71 Jahre alt ) und die beiden afrikanischen Kardinäle Peter Turkson (64) aus Ghana und Francis Arinze (80) aus Nigeria genannt. Auch Kardinal Marc Ouellet (68) aus Quebec und dem New Yorker Erzbischof Timothy Dolan (63) werden Chancen eingeräumt. Aus Lateinamerika werden der Erzbischof von Sao Paulo, Kardinal Otto Scherer (63), und Kurienkardinal Leonardo Sandri (69) aus Argentinien genannt. Aus Asien gilt der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle (55) als "papabile", also als möglicher Papst.

qu/gri/sti (dpa, ap, epd, kna, afp)

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