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Goldpreis durchbricht die 5000-Dollar-Marke

Arthur Sullivan
26. Januar 2026

Gold erreicht neue Rekordhöhen, nachdem es bereits 2025 einen Boom erlebt hatte. Politische und wirtschaftliche Unsicherheiten sind die Hauptgründe, hinzu kommen Zweifel am US-Dollar.

Symbolbild | Goldbarren auf grauem Hintergrund
Bild: Dreamstime/IMAGO

Der Goldpreis hat am Montag (26.01.2026) erstmals die Marke von 5000 US-Dollar (4.217 Euro) pro Feinunze (31,1 Gramm) durchbrochen. Der neue Rekordstand zeigt, dass Investoren angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen in Scharen in diese Anlageform strömen.

Gold hat in den letzten zwölf Monaten einen starken Anstieg verzeichnet und seinen Wert gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Gold gilt als krisenfester "sicherer Hafen", den Anleger in unruhigen Zeiten ansteuern.

Es ist der größte Gold-Anstieg seit den 1970er Jahren. Im vergangenen Jahr hat der Goldpreis besonders stark zugelegt, aber schon seit 2019 sind die Gewinne beträchtlich; damals kostete eine Feinunze nur rund 1280 US-Dollar.

Gründe für den Anstieg

Unsicherheit ist laut Marktbeobachtern eindeutig ein Treiber für den aktuellen Anstieg.

Die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, Grönland zu annektieren und Strafzölle gegen alle zu verhängen, die sich seinen Plänen widersetzen, haben die Beziehungen zwischen den USA und der EU erheblich belastet.

Die Drohungen gegenüber Grönland kamen kurz nach der Intervention der USA in Venezuela, bei der Präsident Nicolas Maduro von US-Spezialeinheiten gefangen genommen und in die USA gebracht wurde.

Während des Goldpreisanstiegs 2025 spielten geopolitische Bedenken wegen der Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen eine Rolle. Hinzu kamen wirtschaftliche Sorgen durch Trumps Handelszölle, der Höhe der US-Staatsverschuldung und den künftigen Status des US-Dollars als weltweit bevorzugter Reservewährung.

"Die Anleger wollen ihre Sicherheitsdecke nicht loslassen für den Fall, dass Donald Trump mit einer weiteren kontroversen Idee aufwacht", sagte Dan Coatsworth, Leiter des Bereichs Märkte bei AJ Bell.

"Eine Verschlechterung der weltweiten geopolitischen Verhältnisse führt in der Regel dazu, dass sowohl private als auch institutionelle Anleger den Goldanteil in ihren Portfolios erhöhen", heißt es in einer Studie der DZ Bank. Sie geht davon aus, dass sich dieser Trend 2026 fortsetzen wird.

Zweifel am Dollar

Für den Goldpreis war die vergangene Woche die stärkste seit fast 20 Jahren. Für den US-Dollar war es dagegen die schlechteste Woche seit Mai 2025. Dies unterstreicht den Zusammenhang zwischen dem Goldpreis und der US-Währung.

Das Verhalten der Anleger in den vergangenen Tagen sei "wie aus dem Lehrbuch für die Sichere-Hafen-Strategie", sagte Fawad Razaqzada, Marktanalyst bei Forex.com.

Der Preisanstieg zeige die starke "Nachfrage nach Schutz", so der Analyst. "Das Vertrauen der Anleger in den Dollar und in Anleihen scheint dagegen ins Wanken geraten zu sein."

Im vergangenen Jahr verzeichnete der US-Dollar den stärksten Jahresrückgang seit 2017 und verlor gegenüber einem Korb anderer wichtiger Währungen 9,5 Prozent an Wert.

Viele Analysten gehen davon aus, dass sich dieser Trend 2026 angesichts der Unsicherheit über die US-Wirtschaft, der Diversifizierung der Anleger weg von US-Vermögenswerten und der Möglichkeit weiterer Zinssenkungen durch die Federal Reserve fortsetzen wird.

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Eine weitere Währung, der japanische Yen, hat in den Augen vieler Anleger ebenfalls an Attraktivität verloren. Der Yen ist aufgrund von Sorgen um die Finanzlage Japans gesunken, und es gibt Spekulationen, dass die japanischen Behörden eingreifen könnten, um die Währung zu stützen. Eine mögliche Intervention könnte den US-Dollar weiter unter Druck setzen und zu einem Anstieg des Goldpreises beitragen.

Neue Investoren

Experten sagen jedoch auch, dass der aktuelle Anstieg des Goldpreises mit dem Eintritt neuer Investoren in den Markt für das Edelmetall zusammenhängt.

Mehrere Analysten berichten von einer steigenden Nachfrage nach goldgedeckten börsengehandelten Fonds (ETF), da immer mehr Investoren in diesen Markt investieren möchten.

Gold wird seit langem von Zentralbanken auf der ganzen Welt gekauft, aber die neue Nachfrage nach ETFs hat zur aktuellen Rallye beigetragen.

Der World Gold Council, ein internationaler Handelsverband für die Goldindustrie, bestätigte Ende Dezember 2025, dass sich das weltweit verwaltete Vermögen in Gold-ETFs im letzten Jahr auf einen historischen Höchststand von 559 Milliarden US-Dollar verdoppelt hat.

Wird Gold weiter zulegen?

Sollte die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Trump allerdings erfolgreich sein und das US-Wachstum beschleunigen, so das World Gold Council, dann könnten ein stärkerer Dollar und steigende Leitzinsen den Goldpreis wieder abschwächen.

Die Chance dafür halten die Analysten der US-Bank Goldman Sachs allerdings für gering. Vor wenigen Tagen erst hoben sie ihre Gold-Prognose deutlich an. Zum Jahresende 2026, so Goldman Sachs, könne Gold 5.400 Dollar pro Feinunze kosten.

 

Dieser Artikel wurde aus dem Englischen adaptiert.

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