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Ölpest vor Mexikos Küste geht auf Pipelineleck zurück

17. April 2026

Nach wochenlangem Leugnen bestätigt Mexikos Regierung: Ein Pipeline-Leck des Staatskonzerns Pemex ist Grund für angespültes Öl im Golf von Mexiko. Drei Manager wurden suspendiert, Umweltfolgen bleiben unklar.

Luftaufnahme des Cantarell-Ölkomplexes von Pemex
Luftaufnahme des Cantarell-Ölkomplexes von Pemex im Golf von Mexiko (Archivbild)Bild: Alfredo Estrella/AFP

Die Regierung Mexikos hat ihre bisherige Darstellung zur Ölpest im Golf von Mexiko revidiert und die Verantwortung beim staatlichen Ölkonzern Petróleos Mexicanos (Pemex) verortet. Auslöser der großflächigen Verschmutzung war demnach ein Leck in einer Ölpipeline nahe der Offshore-Plattform Abkatún Cantarell.

Wie Behörden am Donnerstag mitteilten, entstand  das Leck bereits im Februar. Spezialtaucher lokalisierten es am 8. Februar in einer 36-Zoll-Leitung, die eine Förderplattform mit dem Hafen Dos Bocas verbindet, wo sich die Raffinerie Olmeca befindet. Erst am 18. Februar konnte das Leck geschlossen werden. Anfang März erreichten die ersten Ölklumpen die Küstenregionen, insbesondere im mexikanischen Bundesstaat Veracruz.

Drei Manager des Ölkonzerns suspendiert

Die Folgen sind erheblich: Entlang von rund 630 Kilometer Küste sammelten Einsatzkräfte nach Angaben des Marineministeriums insgesamt 915 Tonnen Ölreste an 48 Stränden ein. Betroffen waren zahlreiche Küstenabschnitte in mehreren Bundesstaaten. Die Regierung stellte betroffenen Fischereikooperativen Entschädigungen in Aussicht, da viele Anwohner von Fischerei und Tourismus leben.

Angespültes Öl im mexikanischen Bundesstaat VeracruzBild: Marco Antonio Martinez/AFP

Drei Manager von Pemex wurden inzwischen suspendiert und angezeigt. Ihnen wird vorgeworfen, das Leck nicht gemeldet zu haben. Pemex-Direktor Víctor Rodríguez teilte mit, interne Untersuchungen hätten "mehrere Unregelmäßigkeiten" aufgedeckt, darunter "die Reparatur einer alten Pipeline", die nicht gemeldet worden sei. Zudem sei das Leck von verschiedenen Abteilungen "systematisch geleugnet" worden.

Greenpeace: Pemex auch in andere Ölunfälle verwickelt

Noch im Vormonat hatte die Regierung andere Ursachen genannt, darunter ein privates Schiff und "natürlich vorkommende Ölquellen". Erst nach Protesten von Anwohnern sowie der Einsetzung einer wissenschaftlichen Kommission unter Leitung der Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum wurde die Verantwortung von Pemex bestätigt.

Pemex-Chef Víctor Rodríguez im Februar 2026Bild: Luis Barron/Eyepix Group/Sipa USA/picture alliance

Umweltschützer hatten bereits früh auf Satellitenbilder verwiesen, die seit dem 6. Februar Ölflecken genau über der betroffenen Pipeline zeigten. Die Umweltorganisation Greenpeace bezeichnete den Vorfall als Umweltkatastrophe und erinnerte daran, dass Pemex zwischen 2008 und 2024 in mehr als 1100 Ölunfälle verwickelt gewesen sei.

Die genaue Menge des ausgetretenen Öls ist weiterhin unklar. Ermittlungen zu den Ursachen und möglichen Versäumnissen innerhalb des Konzerns dauern an.

pgr/AR (epd, afp)

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