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Gravitationswellen erneut nachgewiesen

Judith Hartl11. Februar 2016

Forscher konnten erneut den Beweis erbringen, dass es Albert Einsteins Gravitationswellen tatsächlich gibt. Sie geben lustige Geräusche von sich, haben eine wilde Vergangenheit und versetzen Astrophysiker in Ekstase.

Deutschland Max-Planck-Institut Gravitationswellen
GravitationswellenBild: S. Ossokine/A. Buonanno/Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/W. Benger/Airborne Hydro Mapping GmbH/dpa"

Am 11. Februar gingen die Forscher des Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatorium (LIGO) mit einem Paukenschlag an die Öffentlichkeit. Das Signal - ein kleines, zirpendes Geräusch - das sie mit ihren hochsensiblen Detektoren schon im September 2015 eingefangen hatten, sei nach Auswertungen aller Daten, zu 99,999 Prozent kein Störgeräusch, kein Messfehler, sondern - Gravitationswellen! Das war ein Coup, eine Sensation, ein Meilenstein in der Astrophysik.

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Jetzt lieferte die Detektoranlage LIGO neue Beweise für die Existenz von Gravitationswellen. Das neue Signal, sagt …. wurde schon am 26. Dezember 2015 gemessen. Die Forscher haben die Wellen GW151226 genannt. Sie sind jedoch nicht kürzlich entstanden, sondern vor etwa 1,4 Millionen Jahren als etwas unvorstellbar gigantisches passierte: zwei extrem massereiche Schwarze Löcher umkreisten sich, wurden dabei schneller und schneller, kollidierten schließlich miteinander und verschmolzen zu einem einzigen Schwarzen Loch. In diesem Moment strahlten sie Energie, in Form von Gravitationswellen ab, die jetzt, 1,4 Millionen Jahre später, mit den LIGO-Detektoren gemessen wurden.

Möglich war das dank einer neuen Generation von LIGO-Detektoren. Seit September 2015 steht mit der verbesserten Advanced (a) LIGO-Anlage ein Observatorium zur Verfügung, das leistungsfähiger und weniger fehleranfällig ist. An den beiden Detektoren in den US-Bundesstaaten Louisiana und Washington sind auch Deutschland und Großbritannien beteiligt.

Mehr als 1000 Wissenschaftler waren an der Entdeckung der Gravitationswellen beteiligt. Damit wiesen sie nach, was Albert Einstein 1905 mit seiner Relativitätstheorie vorhergesagt hatte. Dass es dafür den Nobelpreis für Physik geben muss, ist keine Außenseitermeinung. Doch die Entscheidung wer ihn bekommen sollte, dürfte sehr kompliziert werden. Denn der Nobelpreis wird höchstens an drei Einzelpersonen vergeben, nicht an ein ganzes Team. Dieses Problem gab es schon beim Nobelpreis für das Higgs-Teilchen. Ein internationales Team am CERN hatte es nachgewiesen, den Nobelpreis aber bekamen Sir Peter Higgs und Francois Englert, die das Teilchen schon in den 60er Jahren vorhergesagt hatten. Das CERN freute sich trotzdem.

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