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Grenzübergang Rafah doch nur "testweise" geöffnet

1. Februar 2026

Die reguläre Öffnung des Rafah-Grenzübergangs verzögert sich. Wegen fehlender israelischer Zustimmung bleibt es vorerst beim Probebetrieb. Der Personenverkehr zwischen Ägypten und Gaza soll nun am Montag starten.

Ägypten Rafah 2026 | Ein Kran fährt durch den Grenzübergang Rafah (01.02.2026)
Grenzübergang RafahBild: Ali Moustafa/Getty Images

Die reguläre Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen Ägypten und dem Gazastreifen verzögert sich um einen Tag. Der Übergang sei zunächst nur für einen "Probebetrieb" geöffnet worden, bestätigten israelische, palästinensische und EU-Kreise.

Erst am Montag solle der Personenverkehr wieder in beide Richtungen beginnen, berichteten israelische Medien. Die Öffnung war zunächst für diesen Sonntag angekündigt worden. Der Grenzübergang Rafah ist seit seiner Eroberung durch Israel im Mai 2024 weitgehend geschlossen. 

Israels Zustimmung fehlt bislang - deshalb nur Test

Ein Sprecher der von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde in Gaza sagte, weder Patienten noch Reisende könnten den Übergang bisher passieren. Zunächst hatte es aus palästinensischen Kreisen geheißen, rund 50 Patienten sollten das in weiten Teilen zerstörte Palästinensergebiet am Mittelmeer in einem ersten Schritt mit Begleitern verlassen. 

Aus ägyptischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe der Wiederöffnung auf der palästinensischen Seite bisher nicht zugestimmt. Deshalb könnten an diesem Sonntag auch noch keine Palästinenser den Gazastreifen verlassen. Bei der probeweisen Öffnung in beide Richtungen gehe es nur darum, den Ablauf zu testen. Verletzte oder kranke Palästinenser reisten jedoch nicht aus Gaza aus.

Die 15-jährige Rimas Abu Lehia muss wegen einer schweren Kriegsverletzung im Rollstuhl sitzen und hofft nun darauf, über Rafah aus Gaza herauszukommen, um medizinisch versorgt werden zu könnenBild: DW

Israelischen Berichten zufolge sollen ab Montag Schätzungen zufolge täglich etwa 150 Menschen den Gazastreifen verlassen, während rund 50 zurückkehren können. Der Übergang würde damit erstmals nach einer etwa einjährigen Unterbrechung wieder teilweise geöffnet. Der Schritt ist Teil des Gaza-Friedensplans von US-Präsident Donald Trump

EU-Mission EUBAM sorgt mit für Sicherheit

Die Ein- und Ausreise aus dem Gazastreifen über den Grenzübergang Rafah wird in Abstimmung mit Ägypten gestattet - nach vorheriger Sicherheitsüberprüfung durch Israel und unter Aufsicht der Mission der Europäischen Union (EUBAM Rafah). 

EUBAM begleitet die Grenzöffnung. Gemäß Bundestagsmandat können bis zu 25 Sicherheitskräfte aus Deutschland daran teilnehmen. Die zivile Mission war im Jahr 2005 nach dem damaligen israelischen Abzug aus dem Gazastreifen eingesetzt worden.

Am Grenzübergang Rafah unterstützten Beamte aus EU-Ländern die palästinensischen Behörden bei Personen- und Warenkontrollen. Nach der Machtübernahme durch die Hamas im Gazastreifen im Jahr 2007 wurde die Mission allerdings ausgesetzt. Die Hamas wird von vielen Staaten als Terrororganisation gelistet und ist für den mörderischen Überfall auf israelische Ortschaften und ein Popfestival am 7. Oktober 2023 mit verantwortlich.

Der einzige Übergang in nicht-israelisches Gebiet

Die Rückkehr in das während des Kriegs gegen die Hamas großflächig zerstörten Küstengebiets ist israelischen Angaben zufolge nur für Palästinenser möglich, die den Gazastreifen während der Kämpfe verlassen haben. Laut der israelischen COGAT-Behörde sind dies insgesamt rund 42.000 Palästinenser. COGAT koordiniert zwischen Regierung, Armee, internationalen Hilfsorganisationen und Regierungsvertretern und der Palästinenserbehörde in Westjordanland.

Israelischer Angriff auf Gebiet in Chan Junis im Süden des Gaza-Streifens (am Samstag)Bild: Bashar Taleb/AFP/Getty Images

Der Rafah-Grenzübergang gilt als wichtigstes Tor des Gazastreifens zur Welt. Er ist der einzige Grenzübergang des Küstenstreifens, der nicht nach Israel führt. Das israelische Militär kontrolliert die Gaza-Seite des Übergangs. Hilfslieferungen kommen zunächst weiterhin nur über andere Grenzübergänge in das Gebiet.

Brüchige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Israel pocht auf eine Entwaffnung der Hamas und die Zerstörung des von den Islamisten genutzten Tunnelsystems in dem Palästinensergebiet.

Am Samstag waren bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen Hamas-Angaben zufolge mindestens 32 Menschen getötet worden. Die israelische Armee teilte mit, sie habe die Angriffe als Reaktion auf "Verstöße der Hamas gegen das Waffenruhe-Abkommen" geflogen.

as/AR/pg (dpa, ap, rtr, DW)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MEZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!

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