Griechen wollen Spaniens Bedingungen
12. Juni 2012
Der von den Spaniern ausgehandelte Deal beweise, dass der im Gegenzug für Hilfen verordnete Sparkurs in Griechenland erfolglos sei, sagte am Montag ein Sprecher des Linksbündnisses Syriza. "Die Debatte in Europa schafft für Griechenland und die Eurozone neue Perspektiven", so der Sprecher. Syriza ist gegen die Sparauflagen, die Griechenland im Gegenzug für Hilfszahlungen akzeptieren musste.
Spanien hatte am Wochenende angekündigt, als viertes Land nach Griechenland, Irland und Portugal Finanzhilfen der Euro-Partner zu beantragen. Allerdings will die spanische Regierung das Geld nur zur Sanierung der Banken einsetzen. Deshalb muss sich Spanien nicht an die strengen Sparauflagen halten, die sonst für Hilfskredite gelten.
Der Chef der konservativen griechischen Partei Neo Dimokratia, Antonis Samaras, sagte, das Vorgehen der Regierung in Madrid zeige, dass Griechenland von Verhandlungen mehr habe als von einem Bruch mit den Geldgebern.
"Sie arbeiten an einem Brandwall"
Evangelos Venizelos, Vorsitzender der griechischen Sozialisten, nutzte die Hilfszusagen an Spanien ebenfalls für den Wahlkampf. Die Bedingungen zeigten, dass sich die Eurozone auf einen Ausschluss Griechenlands aus der Währungsgemeinschaft vorbereite, sollte die Linkspartei Syriza die Parlamentswahl am 17. Juni gewinnen. "Sie arbeiten an einem Brandwall, um für alles vorbereitet zu sein, was in Griechenland passieren könnte", so Pasok-ChefVenizelos.
In Griechenland muss neu gewählt werden, da es die Parteien nach der Wahl Anfang Mai nicht schafften, eine Regierungsmehrheit zu bilden. Die Wahl gilt auch als Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Eurozone und die Zukunft des 130 Milliarden Euro schweren Hilfspakets. Die Mehrheit der Griechen ist Umfragen zufolge für den Euro, lehnt aber die harten Spar- und Reformauflagen ab.
bea/qu (rtr)