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Viele Tote bei Kollision von Migrantenboot mit Küstenwache

4. Februar 2026

Vor der griechischen Insel Chios im Osten der Ägäis kentert ein von Schleusern gesteuertes Boot. Die Insassen stürzen ins Meer. Viele von ihnen ertrinken.

Griechenland Chios 2026 | Zwei Rettungswagen mit eingeschaltetem Blaulicht stehen auf einer Parkfläche, an einem von ihnen ist die Beifahrertür geöffnet
Rettungsfahrzeuge am Hafen von ChiosBild: Konstantinos Anagnostou/REUTERS

Bei der Kollision eines Flüchtlingsbootes mit einem Schiff der griechischen Küstenwache sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. 24 Migranten, darunter mehrere Kinder, wurden nach offiziellen Angaben verletzt, einige von ihnen schwer. Auch zwei Beamte der Küstenwache seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, hieß es.

Ein Behördenvertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Schleuser hätten das Boot vor der Ägäisinsel Chios in Richtung des Patrouillenschiffs gelenkt und so den Zusammenstoß verursacht. Dabei seien alle Insassen ins Meer geschleudert worden. Zuvor habe die Küstenwache das Boot, das von der türkischen Küste gekommen sei, mit Licht- und Lautsprechersignalen zum Umkehren aufgefordert. Die Umstände der Kollision ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Hubschrauber mit Wärmebildkamera

Die Küstenwache leitete gemeinsam mit der griechischen Luftwaffe eine Such- und Rettungsaktion ein, wie örtliche Medien berichten. Dabei sei auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera zum Einsatz gekommen, da weitere Menschen im Wasser vermutet würden.

Schleuserbanden bringen regelmäßig Migranten aus der Türkei auf die griechischen Inseln der östlichen Ägäis. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR erreichten im vergangenen Jahr rund 42.000 Migranten über den Seeweg diese Inseln sowie Kreta und damit die Europäische Union. 2024 registrierte das UNHCR im östlichen Mittelmeer 125 Todesopfer. Offiziere der griechischen Küstenwache gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus.

Hilfsorganisationen haben der griechischen Küstenwache ebenso wie der EU-Grenzschutzagentur Frontex wiederholt illegale Zurückweisungen von Migranten - sogenannte Pushbacks - vorgeworfen. Von den Behörden in Griechenland wurden entsprechende Anschuldigungen mehrfach dementiert.

jj/se (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss: 17.00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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