Griechenland greift hart durch
9. August 2012
Anastasios Barakos, Chef eines der größten Nickel-Produzenten der Welt, der griechischen Larco, ist entlassen worden. Dies beschlossen der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras und sein Finanzminister Ioannis Stournaras. Grund: Er hatte sich geweigert, die Gehälter der Angestellten zu senken. Er ist der erste Chef eines Staatskonzerns, der seinen Job wegen Verweigerung von gesetzlich beschlossenen Sparmaßnahmen verliert. Alle Staatsunternehmen müssen die Gehälter binnen zwei Jahren um 35 Prozent reduzieren.
Larco produziert jährlich rund 20 000 Tonnen Nickel. Die Firma steht ganz oben auf der Liste der Unternehmen, die der griechische Staat demnächst privatisieren will. Die Tatsache, dass die Löhne der Angestellten in vielen Staatsunternehmen dreimal höher sind als die der Staatsbediensteten, hatten die internationalen Geldgeber bereits mehrfach kritisiert.
Auch Regierungschef Samaras hatte in den vergangenen Wochen wiederholt diesen Zustand angeprangert. Es sei "unglaublich", dass die Vorstände dieser Firmen das Gesetz einfach ignorierten, sagte Samaras immer wieder.
Mit der Entlassung des Larco-Chefs will es Samaras den Geldgebern zeigen, dass er es mit der Umsetzung der Sparprogramme ernst meint. Wie das Finanzministerium weiter mitteilte, sollen die Gehälter der Angestellten aller Staatsunternehmen an das Niveau der anderen Staatsbediensteten angepasst werden.
zdh/re (Reuters, dpa)