Junta-Chef Doumbouya gewinnt Präsidentenwahl in Guinea
31. Dezember 2025
Der Putschführer und Übergangspräsident Mamady Doumbouya hat die Präsidentenwahl im westafrikanischen Guinea gewonnen. Nach vorläufigen Ergebnissen der Wahlkommission kam der 41-Jährige auf 86,7 Prozent der Stimmen. Damit gewann er die absolute Mehrheit, eine Stichwahl ist nicht nötig. Die Wahlbeteiligung lag demnach bei knapp 81 Prozent.
Die Abstimmung gilt als Abschluss des Übergangsprozesses nach dem Militärputsch von 2021. Die Ergebnisse müssen in den kommenden Tagen vom Obersten Gerichtshof bestätigt werden.
Doumbouya setzte sich gegen acht Herausforderer durch. Vertreter der Opposition zogen den Ausgang jedoch in Zweifel, nachdem mehrere Medien von einer verhaltenen Teilnahme in ihren Hochburgen berichtet hatten.
Übergangspräsident seit 2021
Der heutige General Doumbouya hatte als Oberst und Kommandeur von Spezialeinheiten im September 2021 Präsident Alpha Condé gestürzt und Guinea seither als Übergangspräsident geführt. Er diente davor jahrelang beim französischen Militär in zahlreichen Auslandseinsätzen. Den Umsturz begründete er mit dem Kampf gegen Machtmissbrauch und Korruption.
Ursprünglich hatten die Militärmachthaber erklärt, nicht selbst anzutreten. Dieses Versprechen wurde jedoch durch eine neue Verfassung aufgehoben, die im September in einem umstrittenen Referendum angenommen wurde. Die Opposition warf Doumbouya vor, sich die Macht sichern zu wollen.
Der wichtigste Oppositionspolitiker und die größten Oppositionsparteien waren von der Wahl ausgeschlossen. Sie riefen zum Boykott der Abstimmung auf. Kritiker beklagen zudem Einschränkungen der Pressefreiheit sowie hartes Vorgehen der Sicherheitskräfte.
Im Wahlkampf warb Doumbouya mit Stabilität und wirtschaftlicher Entwicklung. Viele Guineer hoffen auf das Bergbau-Großprojekt Simandou, eines der weltweit bedeutendsten Eisenerzvorkommen, das im November den Betrieb aufgenommen hat.
Einer der ärmsten Staaten der Welt
Guinea ist zudem eines der führenden Exportländer von Bauxit, aus dem Aluminium hergestellt wird. In Bezug auf Gesundheit, Bildung und allgemeiner Lebensqualität gehört der Küstenstaat mit rund 15 Millionen Einwohnern allerdings zu den ärmsten Staaten der Welt. Nach Angaben der Weltbank leben gut die Hälfte der Menschen in Guinea in Armut, obwohl das Land über große Mineralienvorkommen verfügt.
Anders als seine Nachbarn Mali, Burkina Faso und Niger, in denen ebenfalls Militärregierungen herrschen, erhält Guinea seine guten Beziehungen zur früheren Kolonialmacht Frankreich und anderen internationalen Partnern aufrecht. Mit dem formalen Abschluss des Übergangs könnte das Land wieder in die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS aufgenommen werden, von der es nach dem Putsch suspendiert worden war.
gri/pg (dpa, afp, rtr)