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Gute Job-Chancen für Flüchtlinge

20. April 2017

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hält eine Erwerbstätigenquote von 50 Prozent bei Flüchtlingen nach etwa fünf Jahren für realistisch. Bezahlte Praktika und Mini-Jobs werden dabei mitgezählt.

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Bild: picture-alliance/dpa/B. Wüstneck

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) geht weiter davon aus, dass viele Flüchtlinge relativ schnell Arbeit finden. Wie aus einer am Donnerstag in Nürnberg veröffentlichten Studie hervorgeht, bleibt es bei der Prognose, dass nach fünf Jahren etwa die Hälfte der nach Deutschland gekommenen Asylsuchenden einen Job haben könnte. Viele derzeit schon Erwerbstätigen haben demzufolge bislang aber nur geringfügige Beschäftigungsverhältnisse. Die Bundesregierung kürzt derweil das im vergangenen Jahr aufgelegte Ein-Euro-Job-Programm zur Arbeitsmarktintegration für Flüchtlinge. Die Mittel sollen aber weiter für die Unterstützung Asylberechtigter zur Verfügung stehen. 

Nach der Untersuchung des IAB waren in der zweiten Jahreshälfte 2016 von den 2015 zugezogenen Flüchtlingen im erwerbsfähigen Alter zehn Prozent erwerbsfähig. Von den 2014 Zugezogenen waren es bereits 22 Prozent, und von den 2013 Zugezogenen sogar 31 Prozent. Grundlage sei eine repräsentative Befragung von mehr als 4800 Flüchtlingen, die das IAB zusammen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie dem Sozio-oekonomischen Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin durchgeführt hat.

Bestätigung vorliegender Daten

Die Ergebnisse stimmten weitgehend mit Befunden der Bundesagentur für Arbeit überein, erklärte das IAB: Die Zahl Beschäftigter aus den wichtigsten nichteuropäischen Herkunftsländern (Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien) hat demnach von Anfang 2015 bis Ende 2016 um 80.000 zugenommen. Im gleichen Zeitraum stieg die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter aus diesen Ländern um 687.000 Menschen an. Der Anteil der Erwerbstätigen habe damit zwölf Prozent betragen. 

Der bisherige Verlauf der Arbeitsmarktintegration der kürzlich nach Deutschland Geflüchteten decke sich mit den Erfahrungen früherer Jahre sowie mit Erfahrungen anderer Volkswirtschaften in der EU, heißt es in der Studie.

Niedrigere Quote ohne Praktika und Mini-Jobs

Für die aktuelle Studie seien auch bezahlte Praktika und Mini-Jobs mitgezählt worden, teilte das IAB mit. Blieben Praktika und geringfügige Beschäftigung unberücksichtigt, seien von den 2015 zugezogenen Geflüchteten fünf Prozent erwerbstätig gewesen. 2014 seien es 13 Prozent, 2013 dann 21 Prozent gewesen.

Die Studien-Autoren räumten allerdings ein, dass aufgrund des großen Umfangs der Zuwanderung und hoher Investitionen in ihre Arbeitsmarktintegration nicht abschließend beurteilt werden könne, ob die Entwicklung auch künftig so verlaufen werde.

tko/ul (KNA, epd, afp, rtr)

 

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