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Höher verschuldet und abgewertet

22. Februar 2012

Mit dem gerade geschnürten Hilfspaket sind Griechenlands Probleme nicht gleich beendet. Denn: Die Schulden sind höher als gedacht und das Land wurde wieder herabgestuft.

Tourists walk next to the ruins of the 5th century B.C. Temple of Poseidon at Cape Sounion, south of Athens, on Wednesday, Jan. 11, 2012. Greece's development minister admitted Wednesday that the debt-crippled country's budget deficit would hit 9.6 percent of GDP in 2011, more than the 9 percent initially projected. (AP Photo/Petros Giannakouris)
Bild: dapd

Das Hilfspaket in dreistelliger Milliardenhöhe, auf das die Finanzminister der Eurozone, Privatanleger und die griechische Regierung sich gerade geeinigt haben, sollte ein erster Schritt sein. Griechenland sollte damit genug Zeit für Reformen gegeben werden. Aber diese Zeit scheint knapper bemessen, als viele das zunächst geglaubt haben.

Ein Indiz dafür ist die Nachricht, dass die Ratingagentur Fitch die Bonität Griechenlands noch weiter herabgestuft hat. Das sowieso schon schlechte Rating von Triple-C ist auf ein einfaches C gemindert worden. Die zweite schlechte Nachricht für die Griechen und alle Griechenretter kam aus Athen. Das griechische Fernsehen meldete, dass die aktuelle Finanzierungslücke des Landes größer ist als angenommen. Diese Lücke wird wahrscheinlich bei 6,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen – bisher waren die Griechen von einem kleineren Haushaltsdefizit ausgegangen. Für dieses Jahr war es mit 5,4 Prozent berechnet worden.

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01:05

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Die Lage ist ernst, aber nicht so schlimm wie befürchtet

Die Herabstufung Griechenlands auf ein einfaches C durch die Ratingagentur Fitch ist eine Reaktion auf das Hilfspaket aus Brüssel. In dem Schuldenschnitt, der nun für die Griechen vorbereitet wird, werden sogenannte faule Papiere eingetauscht. Und zwar gegen solche, die eine längere Laufzeit haben und niedriger verzinst sind. Das ist faktisch ein Zahlungsverzug. Zu einem späteren Zeitpunkt, so die Ratingagentur, werde man Griechenland einer Neueinschätzung unterwerfen.

Die Nachricht von der größeren Deckungslücke im griechischen Staatshaushalt findet aber nicht jeder so schlimm, wie sie sich anhört. Für das Finanzministerium in Berlin ist sie sogar eine angenehme Überraschung. Dort, so ist zu hören, habe man eine höhere Unterdeckung befürchtet. Beide Nachrichten, die über die Herabstufung und die Haushaltslücke in Athen, verdeutlichen den Ernst der Lage des in Not befindlichen Euro-Landes Griechenland.

dk/wl (dapd, rtr, dpa)

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