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Hart gelandet - Airbus in der Krise

12. Oktober 2021

Die Corona-Krise hat auch Airbus in eine tiefe Krise gestürzt. Konzernchef Guillaume Faury gesteht öffentlich: Der Niedergang von Airbus ist rasant, das Überleben fraglich. 15.000 Stellen will Faury abbauen.

Zukünftiger CEO von Airbus Guillaume Faury mit Replika des A220
Bild: picture-alliance/AP Photo/F. Scheiber

Und das ist vielleicht nur der Anfang.

Was Faury aber nicht sagt: Airbus war schon vor Corona in einer Schieflage. Corona wirkt jetzt als Brandbeschleuniger. Die Dokumentation zeigt die verschiedensten Facetten des Unternehmens und fragt: Hat dieser Konzern überhaupt noch eine Chance? Airbus ist die kühnste europäische Unternehmung des 20. Jahrhunderts.

Bild: Fabian Bimmer/REUTERS

Der Konzern sieht sich als High Performer der Weltwirtschaft, will an der Spitze der Luft-, Raumfahrt- und Rüstungsindustrie stehen. Das ist der Anspruch. Die Wirklichkeit ist ganz anders. So anders, dass sich die Frage stellt, ob Airbus überhaupt noch zeitgemäß ist. Ist Airbus nicht eher ein überholtes Relikt des 20. Jahrhunderts? 

Bild: picture-alliance/dpa/M. Gambarini

130.000 Menschen arbeiten für den Konzern weltweit. Mehr als drei Viertel seines Umsatzes macht Airbus mit zivilen Flugzeugen, Airbus hat Boeing als größter Produzent von zivilen Flugzeugen knapp überholt. Das Unternehmen ist aber auch ein bedeutender Rüstungskonzern, produziert Kampfflugzeuge und militärische Hubschrauber. Auch im Weltall ist Airbus aktiv, baut Satelliten und Raketen.

Bild: em company/F.Maligne

Soweit die Leistungen. Dem gegenüber stehen große Probleme und Herausforderungen. Etwa die Produktionswege: Beim Bau des Riesenfliegers A380 wirken 20 Standorte mit, die Teile werden durch ganz Europa hin- und hergefahren oder geflogen. Die Klimabilanz ist verheerend. Zeitpläne, Liefertermine werden nicht gehalten.

Bild: Boris Roessler/dpa/picture alliance

Jetzt ist das Aus des A380 beschlossen. Der Markt hat sich verändert, die Airlines haben nicht genug Passagiere, um den A380 wirtschaftlich zu betreiben. Milliardenverluste für Airbus und zudem ein Milliardengrab für den Steuerzahler. 20 Milliarden illegale Subventionen hat die WTO errechnet, bezahlt von Frankreich, Deutschland und der EU. Die WTO hat den USA Strafzölle genehmigt, sieben Milliarden Euro, die zurzeit erhoben werden.  

Bild: picture-alliance/dpa/C. Charisius

Und dann ist da der Korruptionsskandal. Anfang 2020 ist Airbus zu 3,6 Milliarden Euro Bußgeld verurteilt worden. Denn Mitarbeiter des Konzerns hatten viele Jahre weltweit Schmiergelder gezahlt, viele Millionen, um den Verkauf der Flugzeuge anzukurbeln. Susan Hawley von Transparency International in Großbritannien bezeichnet die Korruption bei Airbus als Geschäftsmodell und stellt die Frage, ob der Konzern ohne Korruption überhaupt funktionieren kann. Airbus konnte einen Strafprozess abwenden, weil Richter wie die britische Richterin Victoria Sharpe feststellten, dass Strafverfolgung und damit Ausschluss von wichtigen Märkten Airbus ruinieren würde. Too big to fail.

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