Hewlett-Packard schreibt Milliarden ab
23. August 2012
Milliardenschwere Abschreibungen auf die Service-Sparte haben den US-Technologiekonzern Hewlett-Packard massiv in die Verlustzone getrieben. Im dritten Geschäftsquartal, das mit dem Juli endete, habe HP einen Fehlbetrag von 8,9 Milliarden Dollar verbucht, teilte der gemessen am Umsatz weltgrößte PC-Anbieter am Mittwoch (22.08.2012) nach US-Börsenschluss mit. Es seien Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 10,8 Milliarden Dollar vorgenommen worden, ein Großteil im Zusammenhang mit dem 13,9 Milliarden Dollar schweren Kauf der Outsourcing-Firma Enterprise Data Services (EDS) im Jahr 2008.
"HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird", sagte Konzernchefin Meg Whitman am Mittwoch. Das Unternehmen leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer, Laptop oder Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen PC sparen.
PCs kommen aus der Mode
Erschwerend hinzu kamen in der jüngeren Vergangenheit Querelen und konfuse Entscheidungen im Management. Seit einem knappen Jahr steht nun die frühere Ebay-Lenkerin Whitman an der Spitze und versucht aufzuräumen. 27.000 Mitarbeiter müssen beim Umbau des Konzerns gehen.
Der Umsatz fiel zuletzt um fünf Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar. Einzig das Software-Geschäft konnte zulegen. Weltweit steht HP nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner nur noch knapp an der Spitze der PC-Hersteller, dicht gefolgt vom chinesischen Aufsteiger Lenovo, der das PC-Geschäft vom US-Technologiekonzern IBM übernommen hat und zuletzt den Aldi-Lieferanten Medion erworben hat.
In Deutschland hat der US-Konzern die Führungsposition bereits verloren und ist auf Rang vier hinter Acer und Lenovo zurückgefallen. Angesichts der schweren Lage nahm das Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück.
wen/kle (dpa, rtr, dapd)