Zehn Jahre nach der Flüchtlingskrise 2015 erinnern sich die Ungarn an die Zeit, als Tausende Migranten ihr Land auf dem Weg nach Deutschland und Österreich durchquerten. In Budapest versammelten sich die Flüchtlinge am Ostbahnhof und warteten auf Züge, um das Land weiter Richtung Westen zu verlassen.
Die ungarische Regierung leistete keine Hilfe – stattdessen sprangen Freiwillige ein: Sie verteilten Essen und Getränke, versorgten erschöpfte und verletzte Menschen, kümmerten sich um wunde Füße.
Judit Mogyorosi erinnert sich gut daran: Die Kinderärztin wurde damals zur inoffiziellen "Ärztin der Geflüchteten" in Ungarn. Ebenso Isac, der aus Afrika kam und sich – anders als die meisten seiner Mitflüchtlinge entschloss, trotz der flüchtlingsfeindlichen Kampagnen der Orban-Regierung in Ungarn zu bleiben.
Die ungarische Regierung nutzte die Krise, um Flüchtlinge zur politischen Hassfigur zu machen - und ihre Macht weiter auszubauen.
Die Geflüchteten sind größtenteils gegangen. Doch was ist geblieben?