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Todesstrafe in den USA: Auf Bundesebene wird geschossen

25. April 2026

Auch wegen eines Exportverbots der EU sind in den Vereinigten Staaten die verfügbaren Mittel für die Giftspritze knapp. Daher weichen die Behörden auf andere Exekutionsmethoden aus.

USA | Ein Mann hält ein Schild mit der Aufschrift "Stop State Killing" ("staatliche Tötungen stoppen") in die Höhe
Immer wieder protestieren Aktivisten in den Vereinigten Staaten gegen die Todesstrafe - hier eine Demonstration der Death Penalty Action in Washington 2020Bild: Kevin Dietsch/UPI Photo/Newscom/picture alliance

In den USA sollen auf Bundesebene zum Tode verurteilte Straftäter künftig auch durch Erschießen hingerichtet werden dürfen. Das Justizministerium in Washington kündigte an, Alternativen zur Giftspritze zuzulassen.

Die für tödliche Injektionen notwendigen Medikamente zu beschaffen, sei zunehmend schwierig, hieß es zur Begründung. Etliche Pharmafirmen weigern sich inzwischen, Präparate für Hinrichtungen an Gefängnisse zu verkaufen. Die Europäische Union hat ein Exportverbot für mehrere Mittel verhängt.

Stromschläge und tödliches Gas

Künftig sollen bei Exekutionen in Bundesgefängnissen überdies Stromschläge und tödliches Gas zum Einsatz kommen. Die Giftspritze ist zwar weiterhin die häufigste Hinrichtungsmethode. Sie weist aber eine höhere Fehlerquote auf als andere Verfahren.

Wiederholt mussten Hinrichtungen abgebrochen werden, weil das Personal keine geeignete Vene fand. Gegner der Methode verweisen zudem auf Autopsien, die darauf hindeuten, dass die Verurteilten vor ihrem Tod durch das Mittel Pentobarbital Erstickungsqualen litten.

Elektrischer Stuhl in der Hinrichtungskammer des Broad-River-Gefängnisses in Columbia im US-Bundesstaat South Carolina (Archivbild)Bild: Eric Seals/Newscom World/IMAGO

Etliche US-Bundesstaaten haben bereits in den vergangenen Jahren ältere Methoden wieder eingeführt oder neue erprobt. Alabama richtete 2024 als erster Bundesstaat einen Verurteilten durch das Einatmen von Stickstoff über eine Gesichtsmaske hin. Dieses Verfahren wurde inzwischen von Arkansas, Louisiana, Mississippi und Oklahoma übernommen.

Erschießungskommando in South Carolina

Fünf Bundesstaaten erlauben Erschießungskommandos. In Idaho soll dies von Juli an die primäre Methode werden. Im vergangenen Jahr wurde in South Carolina erstmals seit 15 Jahren wieder ein Mensch in den USA durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Der Verurteilte hatte diese Methode selbst gewählt, da er beim elektrischen Stuhl oder der Giftspritze einen langsameren und qualvolleren Tod befürchtete.

Hinrichtungszelle des Staatsgefängnisses von Huntsville im US-Bundesstaat Texas (Archivbild)Bild: epa/afp/dpa/picture alliance

Die Todesstrafe ist in etwa der Hälfte der 50 US-Bundesstaaten zugelassen, wird aber in mehreren davon nicht mehr vollstreckt. Präsident Donald Trump führte sie in seiner ersten Amtszeit auch auf Bundesebene wieder ein. Sein Nachfolger Joe Biden verhängte ein Moratorium und wandelte 37 Todesurteile in lebenslange Haftstrafen um.

"Pflicht, das amerikanische Volk zu schützen"

"Die vorherige Regierung ist ihrer Pflicht, das amerikanische Volk zu schützen, nicht nachgekommen", erklärte nun Justizminister Todd Blanche. Die Trump-Administration werde wieder auf der Seite der Opfer stehen, fügte er hinzu. Auf Bundesebene warten derzeit drei Männer auf ihre Hinrichtung. Für keinen von ihnen gibt es bislang einen Vollstreckungstermin.

"Auf der Seite der Opfer": Todd Blanche, amtierender Justizminister der USA (Archivbild)Bild: Nathan Posner/Anadolu Agency/IMAGO

Ob jemand in den USA nach Bundesrecht oder nach dem Recht eines Bundesstaats verurteilt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bundesrecht gilt etwa, wenn es um föderale Interessen geht. Daher kann in den USA auch jemand hingerichtet werden, dessen Tat in einem Bundesstaat verübt wurde, der die Todesstrafe selbst nicht mehr zulässt.

jj/wa (dpa, afp, rtr)

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