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KonflikteChina

US-Blockade gegen Iran setzt China unter Druck

Jinhan Li aus Taipeh
14. April 2026

China lehnt die Blockade der Straße von Hormus durch die USA ab und setzt auf Diplomatie mit dem Iran und den beteiligten Parteien in Nahost. Wird China sich in den Konflikt hineinziehen lassen?

Symbolbild Öltanker in der Straße von Hormus
(Archiv) Tanker in der Straße von HormusBild: Altaf Qadri/AP Photo/picture alliance

Nach dem gescheiterten Gespräch zwischen den USA und dem Iran will US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade gegen alle Schiffe verhängen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.

China sei gegen die Blockade der Straße von Hormus, sagte Außenminister Wang Yi am Dienstag (14.04.2026) beim Gespräch mit dem Spitzendiplomaten für China-Angelegenheiten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). "Den gemeinsamen Interessen der internationalen Gemeinschaft ist damit nicht gedient", so Wang. "China unterstützt jede Bemühung, Gespräche zu führen und den Krieg zu beenden", bekräftigte Präsident Xi Jinping beim Treffen mit VAE-Kronprinz Khaled bin Mohamed bin Zayed AI Nahyan ebenfalls am Dienstag in Peking. Die VAE liegen auf der anderen Seite der Straße von Hormus gegenüber dem Iran.

Die Aussage von Trump, andere Länder würden an der Militäraktion der Seeblockade teilnehmen, wiesen chinesische Staatsmedien zurück. Die USA würden weitere Länder in den Krieg ziehen wollen. Die eigentliche Ursache der Eskalation liege an den USA und Israel. "Die gezielten Blockademaßnahmen würden die Konflikte nur verschärfen", sagte Chinas Regierungssprecher Guo Jiakun am Dienstag. "Die Spannungen würden erhöht, die ohnehin fragile Waffenruhe untergraben und die Sicherheit der Schifffahrt durch die Meerenge zusätzlich gefährdet werden." Das sei unverantwortlich.

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USA will Chinas Partizipation

Washington sei gerade dabei, "China auf die große Bühne zu holen", sagt Zhang Lun, Professor an der französischen Universität CY Cergy-Paris. Er glaubt, der US-Präsident befinde sich derzeit in einem Dilemma. Seine Ziele für einen Regierungswechsel im Iran habe er mit den Angriffen nicht erreichen können. Deswegen wolle er Peking bewegen, Druck auf Teheran auszuüben, um sein Gesicht zu wahren. Er würde dann das große Entgegenkommen bei der Taiwan-Frage auf die Waagschale werfen, sollte China "Trump diesen Sieg schenken", denkt Zhang.

Dass China direkt in den Iran-Konflikt eingreifen wird, glaubt Zhang nicht. Zwar leiden chinesische Autofahrer auch unter erhöhten Benzinpreisen, die staatlich festgesetzt sind. Eine mögliche Blockade der Straße von Hormus würde die Versorgungssicherheit des energiehungrigen Chinas weiter beeinträchtigen. Aber Pekings oberste strategische Priorität bestehe darin, stabile Beziehungen aufrechtzuerhalten und das empfindliche Gleichgewicht mit allen beteiligten Parteien im Nahen Osten zu wahren.

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Oder in Xi Jinpings Worten beim Gespräch mit bin Zayed AI Nahyan: "Die Länder am Persischen Golf liegen eng nebeneinander wie Zähne und Lippen. Sie sind untrennbare Nachbarn. Es gilt, diese Länder bei der Verbesserung ihrer Beziehungen zu unterstützen."

Chinas Presse kritisiert Hegemonie der USA

Der Krieg in der Golfregion wird von den staatlich gelenkten Medien Chinas als Teil des US-amerikanischen Strebens nach "Hegemonie" bezeichnet. Es gelte das Recht des Stärkeren, so der einstimmige Tenor. Es werde einfach auf Gewalt zurückgegriffen, wenn Verhandlungen scheitern. Sämtliche Behauptungen, die USA hätten den Krieg schon gewonnen, seien vorgetäuscht und Selbstbeweihräucherung.

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Allerdings gehe die Preissteigerung an den Tankstellen nicht spurlos an den Wählern in den USA vorbei, spätestens bis zu den Halbzeitwahlen am 3. November 2026. Dabei werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und ein Drittel der Sitze im Senat gewählt. In beiden Kammern hat die Republianische Partei von Donald Trump eine knappe Mehrheit. Diese sei gefährdet, da die "fatale Schwachstelle" im Krieg, die Straße von Hormus, den Welthandel blockiere. Dies lasse sich auch nicht schönreden, so Zhang.

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Gleichzeitig würden die USA die Kontrolle der weltweiten Energiemärkte anstreben, glaubt Professor Zhang. Das sei ein übergeordnetes Ziel der Trump-Administration. Auf China laste eine Dimension "umfassenderen strategischen Drucks". Anfang 2026 brachten die USA Venezuela, das Land mit den größten Ölreserven, unter ihre Kontrolle. Jetzt knöpfe sich Washington den Iran vor.  Auf Russland werde Trump, so Zhang, nach Ende des Ukraine-Kriegs, großen Einfluss haben. Alle drei Länder zählen zu den wichtigsten Ölexporteuren für China, aber auch weltweit. Zwar baut China mit großen Anstrengungen die erneuerbaren Energien aus, aber Öl und Gas bleiben die wichtigsten Energieträger.

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China habe noch viele Asse im Ärmel, so die nationalistische Stimme des renommierten Meinungsmachers Hu Xijin, der 16 Jahre lang Chefredakteur der Tageszeitung "Global Times" war. Die Seltenen Erden könnte Chinas Antwort auf die USA sein, vermutet auch Experte Zhang. "Wenn die USA die Meerenge Hormus als Waffe einsetzen, könnte China den Export der Seltenen Erden auch instrumentalisieren."

Das Geschäft mit den Seltenen Erden hat China schon kurz nach dem Ausbruch des Handelskriegs mit den USA zentralisiert. Jedes neue Exportabkommen erfordert eine staatliche Genehmigung. China ist der größte Produzent mit fast 70 Prozent Marktanteil weltweit. Diese werden zum Beispiel für die Hightech-Produktionen wie Chipherstellung oder Dauermagnete gebraucht.

Aus dem Englischen adaptiert von Dang Yuan

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