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KonflikteJemen

Huthi-Rebellen attackieren saudischen Öltanker

23. Juli 2026

Die schiitische Miliz im Jemen greift in den Iran-Krieg ein: Die mit der Islamischen Republik verbündeten Rebellen wollen damit auch Druck auf den Westen aufbauen.

Jemen 2026 | Satellitenaufnahme der Meerenge Bab al-Mandab
Satellitenaufnahme der Meerenge Bab al-Mandab an der jemenitischen KüsteBild: Planet Labs PBC/Handout/REUTERS

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat einen Angriff auf den saudischen Öltanker "Encelia" im Roten Meer für sich reklamiert. Zur Begründung erklärten die schiitischen Rebellen, das Schiff habe die von ihnen ausgerufene "Blockade" verletzt. Es seien Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden.

Während die Huthi zwei getroffene Frachter meldeten, bestätigte die saudische Verkehrsbehörde TGA bisher lediglich die Attacke auf die "Encelia", jedoch ohne deren Urheber zu nennen. Die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) erklärte, der Tanker sei nach Angaben des Kapitäns knapp 130 Kilometer südwestlich des saudischen Küstenorts Al-Schukaik von einem unbekannten Geschoss getroffen worden, welches ein Feuer ausgelöst habe. Verletzte gebe es nicht.

Archivbild des saudischen Öltankers "Encelia"Bild: Shine Samuel Abraham/Handout/REUTERS

Die Huthi hatten am Montag eine "Blockade" für saudische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten sunnitischen Königreich, das seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die Miliz führt. Der Konflikt gilt unter Beobachtern als Stellvertreterkrieg zwischen dem weltgrößten Rohöl-Exporteur Saudi-Arabien und dem Iran. Wegen der faktischen Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg exportiert Saudi-Arabien einen großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum westlichen Hafen Janbu am Roten Meer.

Nadelstiche am Nadelöhr

Die Huthi-Rebellen kontrollieren im Jemen vor allem den Norden des Landes und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Mit ihrem Waffenarsenal können sie von dort aus auch Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der Straße von Hormus zu den wichtigsten Seewegen weltweit gehört. Durch das maritime Nadelöhr Bab al-Mandab, welches das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet, führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Schon in den vergangenen Jahren hatten die Huthi mit Angriffen in dem Meeresgebiet den Welthandel schwer beeinträchtigt.

Das US-Regionalkommando CENTCOM veröffentlicht immer wieder Bilder, die eigene Angriffe im Iran zeigen sollenBild: U.S. Central Command/Handout/REUTERS

Das US-Militär attackierte wieder militärische Ziele im Iran, wie das zuständige Regionalkommando CENTCOM mitteilte. Zu den Zielen zählten Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie die Flugabwehr des Landes. Die Angriffe sollten künftige Attacken auf Handelsschiffe und zivile Seeleute verhindern, hieß es. Es war die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik beschossen.

"Sie werden bald bereit sein"

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch bei einer Veranstaltung in Marietta im Bundesstaat Georgia betont, der Iran sei aus seiner Sicht noch nicht bereit für einen Deal. "Sie werden aber sehr bald bereit sein", fügte er als indirekte Drohung hinzu. Bereits zuvor hatte der Republikaner angekündigt, die Vereinigten Staaten würden nun jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk in der Islamischen Republik zerstören, wenn der Iran ein Schiff in der Straße von Hormus beschieße.

US-Präsident Donald Trump bei einem Auftritt an einer High School in Marietta (Georgia)Bild: Robin Rayne/ZUMA/IMAGO

US-Medien berichten seit Tagen über Indizien für eine mögliche Ausweitung des Krieges - etwa die Verlegung weiterer Kampfflugzeuge und Soldaten in die Region. Außerden seien in den vergangenen Tagen mehr als 150 Sanitäter im Landstuhl Regional Medical Center in Rheinland-Pfalz eingetroffen, dem wichtigsten Militärkrankenhaus für US-Soldaten, die im Nahen Osten verwundet werden.

Rekord-Etat fürs Pentagon

Das Repräsentantenhaus in Washington billigte derweil mit einem ungewöhnlich knappen Votum die jährlich zu verabschiedende Verteidigungsstrategie der USA, die für 2027 Rekord-Haushaltsmittel von 1,15 Billionen Dollar (gut eine Billion Euro) für das Pentagon vorsieht. Für das Gesetz, das traditionell im Konsens von Republikanern und Demokraten beschlossen wird, stimmten diesmal nur 216 Abgeordnete; 212 votierten dagegen. Die Billigung des Senats steht noch aus.

jj/se (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss: 18:00 Uhr (MESZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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