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KonflikteIran

IAEA-Chef zu Iran: Keine Anzeichen für Atomwaffen-Programm

2. März 2026

Laut US-Präsident Trump hat der Iran zuletzt weiter nach Atomwaffen gestrebt. IAEA-Chef Grossi sieht dafür keine Bestätigung.

Österreich Wien 2025 -  IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi bei Sondersitzung zu Angriffen auf den Iran
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Rafael Grossi (Archivfoto)Bild: Salih Okuroglu/Anadolu/picture alliance

Aus Sicht der UN-Atomwächter hat es keine Anzeichen für ein Kernwaffen-Projekt im Iran gegeben. "Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen", antwortete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in einer Pressekonferenz in Wien auf eine entsprechende Frage einer Journalistin.

Trumps Begründung für die Angriffe

US-Präsident Trump hatte als Begründung für die jüngsten Angriffe auf den Iran unter anderem behauptet, dass die Islamische Republik dabei sei, ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufzubauen. Im vergangenen Jahr hatten die Vereinigten Staaten und Israel wichtige Nuklearanlagen im Iran bombardiert. Grossi schloss nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge auf politischen Erwägungen beruhten, oder auf weiteren Informationen zum iranischen Atomprogramm, die der IAEA nicht vorlägen.

Außerdem wies er darauf hin, dass seine Inspektoren seit mehr als acht Monaten keinen Zugang zu wichtigen Anlagen im Iran gehabt hätten. Deshalb könne die IAEA derzeit nicht überprüfen, ob nukleares Material für militärische Zwecke abgezweigt worden sei. Teheran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben.

Grossi beruft sich auf Satelliten-Aufnahmen

Angesichts des Umfangs des Atomprogramms müssten IAEA-Inspektionen jedenfalls so bald wie möglich wiederaufgenommen werden, betonte Grossi. Gewalt sei nicht wünschenswert, aber "eine Tatsache des Lebens", ergänzte der IAEA-Chef, der für den Posten des UN-Generalsekretärs kandidiert. Es sei nicht an ihm, die Begründungen für die Anwendung von Gewalt zu rechtfertigen oder nicht zu rechtfertigen, so Grossi.  

Keine Angriffe: Satellitenbild der Atomanreicherungsanlage in Natanz im Iran (Archivfoto)Bild: Maxar Technologies/AP/picture alliance

Entgegen der Angaben des Iran, dass am Sonntag der Atom-Komplex in Natans attackiert worden sei, beharrte der IAEA-Chef darauf, dass es bislang keine signifikanten Angriffe auf Nuklearanlagen im Iran gegeben habe. Er berief sich dabei auf Satelliten-Aufnahmen.

Der iranische IAEA-Botschafter, Reza Najafi, hatte am Rande einer Sitzung des IAEA-Gouverneursrats behauptet, dass die Einrichtung in Natans getroffen worden sei. "Gestern haben sie erneut die friedlichen, überwachten Atomanlagen des Iran angegriffen." 

pg/fab (dpa, rtr, afpe)

Redaktionsschluss: 17:30 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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