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IAEA-Inspektoren zurück im Iran - Kooperation aber offen

27. August 2025

Weil schmerzhafte Sanktionen drohen, kommt der Iran wieder an den Verhandlungstisch - bewegt sich dort aber kaum. Auch Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde haben keineswegs freie Hand.

Iran Buschehr 2025 | Die Aufnahme zeigt Anlagen und Verbindungstreppen im Atomkraftwerk Buschehr
Blick in das Atomkraftwerk Buschehr (Archivbild)Bild: SalamPix/ABACA/picture alliance

Mehr als zwei Monate nach den Angriffen Israels und der USA auf Atomanlagen im Iran sind erstmals Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in das Land zurückgekehrt. "Wir stehen kurz vor dem Neustart", sagte IAEA-Chef Rafael Grossi dem US-Sender Fox News.

Derzeit laufen nach seinen Worten die Vorbereitungen für eine Wiederaufnahme der Arbeit im Iran. Noch seien nicht alle Details geklärt. Grossi verwies zudem auf die hohe Zahl der über das Land verteilten Atomanlagen. "Manche wurden angegriffen, andere nicht", fügte er hinzu.

Kein Blick auf zerstörte Anlagen

Wie das Außenministerium in Teheran bestätigte, wurde das IAEA-Team zunächst zum Atomkraftwerk Buschehr entsandt, das kein israelisches Angriffsziel war - und nicht etwa zu den beschädigten Uran-Anreicherungsanlagen in Natans und Fordo.

"Details noch nicht geklärt": IAEA-Chef Rafael Grossi (Archivbild)Bild: Helmut Fohringer/APA/picture alliance

Nach den Attacken Israels und der USA auf Atomanlagen und andere Ziele in der Islamischen Republik hatte Teheran die Zusammenarbeit mit der IAEA Anfang Juli ausgesetzt. Daraufhin hatten deren Inspekteure das Land verlassen.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten am Dienstag die Gespräche mit dem Iran über dessen Nuklearprogramm wieder aufgenommen. Die iranische Führung will in den Verhandlungen einen Kompromiss erzielen, um drohende  Sanktionen abzuwenden; die erste Gesprächsrunde endete indes ohne greifbares Ergebnis.

Snapback als Druckmittel

Die drei europäischen Staaten hatten gewarnt, sie könnten den sogenannten Snapback-Mechanismus gegen Teheran auslösen. Damit wäre verbunden, dass frühere Strafmaßnahmen der Vereinten Nationen wieder in Kraft träten.

2015 hatten Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie die USA, Russland und China das Wiener Abkommen mit dem Iran geschlossen, um das Land am Bau einer Atombombe zu hindern. Die USA stiegen allerdings 2018 während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump einseitig aus dem Vertrag aus und verhängten danach erneut Sanktionen gegen den Iran.

Daraufhin zog sich Teheran seinerseits schrittweise von den eingegangenen Verpflichtungen zurück und fuhr die Anreicherung von Uran hoch. Nach Einschätzung der IAEA hat der Iran mittlerweile eine um ein Vielfaches größere Menge an hochangereichertem Uran angehäuft, als nach dem Abkommen zulässig wäre.

Dieses Satellitenbild des Unternehmens Maxar soll Schäden im Eingangsbereich der Atomanlage Fordo nahe der Stadt Ghom nach einem Bombardement im Juni zeigen (Archivbild)Bild: Maxar Technologies/AFP

Im Juli attackierte Israel den Iran mit dem erklärten Ziel, Teheran am Bau nuklearer Waffen zu hindern. Die USA griffen schließlich an der Seite Israels in den Krieg ein und bombardierten die iranischen Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan. Nach zwölf Tagen Krieg trat am 24. Juni eine Waffenruhe in Kraft.

Der Iran weist den Vorwurf zurück, eine Atombombe bauen zu wollen, und beteuert, Urananreicherung zu nichtmilitärischen Zwecken zu betreiben. Experten kamen jedoch mehrfach zu dem Schluss, die nachgewiesenen nuklearen Aktivitäten der Islamischen Republik ergäben bei einer ausschließlich zivilen Nutzung von Atomenergie keinen Sinn.

jj/fab (dpa, afp)

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