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Immer höhere Zinsen für Spanien

19. Juni 2012

Der Druck auf Spanien nimmt von Tag zu Tag zu. Eine Auktion von Geldmarktpapieren hat zwar genug Käufer gefunden, doch selbst im kurzen Laufzeitbereich hat das Zinsniveau eine bedrohliche Höhe erreicht.

Eine spanische Euro-Münze (Foto: dapd)
Symbolbild Spanien EuroBild: AP

Um sich für lediglich 12 und 18 Monate Geld bei Investoren zu borgen, musste Spanien Zinsen in Höhe von 5,074 und 5,107 Prozent bieten, wie die nationale Schuldenagentur mitteilte. Im Mai waren es noch 2,9 und 3,3 Prozent. Die Nachfrage nach den Papieren war zwar groß, dennoch dürfte die Mittelaufnahme zu diesen Konditionen für Spanien kaum lange durchzuhalten sein. Am Donnerstag will Madrid bis zu fünfjährige Anleihen anbieten.

"Der heftige Anstieg der spanischen Refinanzierungskosten verdeutlicht, dass die Zeit für die globale Führungsriege ausläuft, um eine Lösung für die europäische Schuldenkrise zu finden", sagte Währungsstratege Michyoshi Kato von der Mizuho Corporate Bank in Tokio der Agentur Reuters. "Es ist ganz klar: Finden sie nicht bald eine praktikable Lösung, wird die europäische Krise zum globalen Problem und der Euro wird allmählich in Richtung Parität zum Dollar fallen."

Banken brauchen bis zu 150 Milliarden

Neue Schreckensmeldungen kommen zudem aus dem spanischen Bankensektor: Die faulen Kredite in den Büchern der Geldhäuser sind auf den höchsten Stand seit 1994 gestiegen, wie aus Daten der spanischen Zentralbank vom Montag hervorgeht. Im April kletterte der Anteil der Kredite in Zahlungsverzug von 8,32 auf 8,72 Prozent. Das entspricht einer Summe von etwa 152 Milliarden Euro.

Spanische Medien berichteten am Dienstag, dass die mit der Prüfung der spanischen Banken beauftragten Unternehmen Oliver Wyman und Roland Berger einen Mittelbedarf von bis zu 150 Milliarden Euro ausmachen könnten. Das wäre deutlich mehr als die angekündigten 100 Milliarden Euro schweren Bankenhilfen für Spanien aus den europäischen Rettungstöpfen.

wen/qu (afp, dpa, rtr, dapd)