Innenbandriss: Aus bei der Fußball-WM für Nico Schlotterbeck
22. Juni 2026
Innenverteidiger Nico Schlotterbeck hat sich beim zweiten Auftritt der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM doch schwerer verletzt. Der Profi von Bundesliga-Klub Borussia Dortmund war beim 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste umgeknickt und hatte sich dabei das Innenband am linken Sprunggelenk gerissen. Das ergab eine MRT-Untersuchung nach dem Spiel.
Die bittere Konsequenz: Schlotterbeck wird es nicht mehr schaffen, bis zum Ende des Turniers gesund zu werden und kann dem DFB-Team daher auf dem Platz nicht mehr helfen.
Nagelsmann: "Herausragender Verteidiger, exzellenter Spielaufbau"
Er falle sogar "mehrere Monate" aus, gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag bekannt. "Schlotti wird uns auf dem Platz als herausragender Verteidiger sehr fehlen, vor allem auch sein exzellenter Spielaufbau", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann und fügte bedauernd hinzu: "Es hätte seine WM werden können."
Man habe gemeinsam "versucht, ihn aufzubauen - zum Glück ist er ein sehr positiver Typ, der schon wieder vorausblickt". Dass Schlotterbeck zunächst bei der Mannschaft in den USA bleiben werde, wertete Nagelsmann als "ein schönes Zeichen", denn er habe auch neben dem Platz Einfluss.
"Trotz des Ausfalls sind wir in der Innenverteidigung mit Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, Waldemar Anton und Malick Thiaw weiterhin sehr gut aufgestellt für die WM", so Nagelsmann. Eine Nachnominierung ist nach Beginn des Turniers nicht mehr möglich.
Antonio Rüdiger rückt neben Jonathan Tah
Wie bereits im Spiel gegen die Elfenbeinküste wird Antonio Rüdiger an Schlotterbecks Stelle rücken. Der Innenverteidiger von Real Madrid war in der zweiten Halbzeit für den Verletzten eingewechselt worden und rückt nun in die Startelf.
"Es hat sich nicht viel verändert. Ich muss für alle Szenarien bereit sein - und ich bin bereit", hatte Rüdiger gewohnt selbstbewusst schon nach seinem 45-minütigen Auftritt gegen die Ivorer gesagt, als er und der Rest des Nationalteams noch die Hoffnung hatten, dass die Blessur Schlotterbecks nicht so schlimm ausfällt.
Zuvor hatte sich Rüdiger, der aus Berlin stammt, dessen Vater aus Sierra Leone und dessen Mutter aus Deutschland kommen, bereits mit seiner Degradierung durch den Bundestrainer abgefunden. Julian Nagelsmann hatte vor dem Turnier festgelegt, dass Schlotterbeck und Tah vom FC Bayern München das Stamm-Pärchen in der Defensive bilden.
"Jeder hat seine Zeit, jetzt ist deren Zeit. Sei den Jungs gegönnt. Ich kann nur unterstützen", erklärte Rüdiger, obwohl er mit 84 Länderspielen der Erfahrenste ist und jahrelang einen Stammplatz in der Innenverteidigung hatte.
Nun ist er - wenn auch aus traurigem Grund - doch wieder erste Wahl und muss gemeinsam mit seinen Mitspielern versuchen, den Ausfall von Nico Schlotterbeck zu kompensieren.